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Vertrieblichung und Dezentralisierung. Folgen für die Interessensvertretungen Betriebsrat und Gewerkschaft

Titel: Vertrieblichung und Dezentralisierung. Folgen für die Interessensvertretungen Betriebsrat und Gewerkschaft

Hausarbeit , 2019 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Halfar (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Wandel der Interessensvertretungen Betriebsrat und Gewerkschaft. Die zentrale Frage lautet: Werden durch neuere Entwicklungen des dualen Systems der Interessenvertretung, wie die "Verbetrieblichung" und/ oder die "Dezentralisierung", förderliche Lebenschancen von Individuuen gefährdet? Zuerst wird der Begriff der Organisation definiert und das Vierfelderschema nach Schimank vorgestellt. Danach wird das duale System der Interessensvertretung mit den zugehörigen Akteuren beleuchtet. Mithilfe von Schimanks Schemata soll die neuen Entwicklungen hinsichtlich förderlicher und abträglicher Wirkungen für Individuen bewertet und analysiert werden.

Organisationen sind ein großer Teil unserer modernen Gesellschaft und nicht mehr wegzudenken, da sie verschiedene Funktionen übernehmen und komplexe Leistungen und Ziele viel effizienter und effektiver umsetzen und erreichen, als einzelne Individuen dies zustande bringen könnten. Im Arbeitsalltag beispielsweise finden sich die betrieblichen und überbetrieblichen Akteure Gewerkschaft und Betriebsrat, die als Organisationen bzw. kollektive Interessensvertretungen agieren und bessere Arbeitsbedingungen für einzelne Individuen schaffen, die ohne einen kollektiven Zusammenschluss so nicht möglich wären. Doch so wie jegliche soziale Konstellationen dauernd in Bewegung geraten, so verändern sich auch die Interessensorganisationen in Deutschland, so wie wir sie kennen, hinsichtlich neuerer Entwicklungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Organisationen in der modernen Gesellschaft

2.1 Zum Organisationsbegriff

2.2 Organisationsgesellschaft

3 Organisationen der Interessensvertretung

3.1 Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände

3.2 Betriebsrat und Management

3.3 Neue Entwicklungen des dualen Systems Deutschlands

4 Verbesserung und Verschlechterung von Lebenschancen

5 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht den Wandel betrieblicher und überbetrieblicher Interessensorganisationen im deutschen dualen System und analysiert, inwieweit Prozesse der „Verbetrieblichung“ und „Dezentralisierung“ die Lebenschancen von Individuen gefährden können.

  • Strukturmerkmale und Wandel des deutschen dualen Systems industrieller Beziehungen
  • Rolle und Funktionsweise von Gewerkschaften und Betriebsräten
  • Analyse potenzieller Entfremdungserscheinungen durch organisationssoziologische Schemata
  • Auswirkungen der Verbetrieblichung auf die Interessenvertretung der Arbeitnehmer
  • Gefährdungspotenziale durch Machtverlagerungen und Co-Management-Strukturen

Auszug aus dem Buch

3.2 Betriebsrat und Management

Die beiden agierenden Akteure auf der betrieblichen Ebene der Betriebsverfassung sind Betriebsrat und das unternehmerische Management bzw. die Betriebsleitung. Im Rahmen der Betriebsverfassung verhandeln sie die konkreten Anwendungsbedingungen von Arbeitskräften ihres Unternehmens in Form von Betriebsvereinbarungen aus. Die Regelungsgegenstände eines Betriebsrates auf der betrieblichen Ebene sind demnach die betrieblichen Ausgestaltungen der Arbeits-, Beschäftigungs- und Partizipationsbeziehungen am Arbeitsplatz (vgl. Pries 2017b: 96f.)

Der Betriebsrat ist die gewerkschaftsunabhängige Vertretung der Gesamtbelegschaft eines Unternehmens und damit gleichzeitig Vermittlungs-, Beschwerde- & Schlichtungsinstanz (vgl. Hirsch-Kreinsen 2009: 135), welcher ab einer Unternehmensgröße von fünf Beschäftigten gewählt werden kann, aber kein Muss ist. Ein Mitglied muss nicht in einer Gewerkschaft sein, um einem Betriebsrat anzugehören. Ferner ist die Mitgliedschaft absolut freiwillig, sodass der Betriebsrat als eine Organisation im Sinne des oben definierten Begriffs gilt und die entsprechenden Merkmale einer Organisation abdeckt: Das Ziel, Arbeitnehmer- und Betriebsleitungsinteressen zu vereinen, die formale Struktur und die freiwillige Mitgliedschaft, welche zur Erfüllung des Ziels mobilisiert wird. Im engeren Sinn würde ein Betriebsrat aufgrund des Merkmals der Mitgliedschaft nicht als eine klassische Organisation gelten, da nicht die gesamte Belegschaft des Unternehmens Mitglied eines Betriebsrates ist. Trotzdem wird der Betriebsrat von der Belegschaft gewählt und repräsentiert diese, weswegen die Beschäftigten als „Basis“ der Organisation Betriebsrat angesehen werden können und von freiwilligen Mitgliedern, welche den Betriebsrat bilden, vertreten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Wandels von Interessensorganisationen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Gefährdung individueller Lebenschancen durch Verbetrieblichung.

2 Organisationen in der modernen Gesellschaft: Dieses Kapitel definiert den Organisationsbegriff theoretisch und führt das Vierfelderschema von Uwe Schimank zur Analyse von Wirkungen auf Individuen ein.

3 Organisationen der Interessensvertretung: Hier werden die Akteure des dualen Systems, Gewerkschaften und Betriebsräte, sowie die aktuellen Tendenzen zu Verbetrieblichung und Dezentralisierung detailliert beleuchtet.

4 Verbesserung und Verschlechterung von Lebenschancen: Das Kapitel analysiert auf Basis von Schimanks Modellen die Auswirkungen aktueller Entwicklungen auf die Lebensqualität und Interessenvertretung der Beschäftigten.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die Prozesse der Verbetrieblichung das Potenzial zur Verschlechterung individueller Lebenschancen in sich bergen.

Schlüsselwörter

Organisationen, Interessensvertretung, duales System, Gewerkschaften, Betriebsrat, Lebenschancen, Verbetrieblichung, Dezentralisierung, Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung, Schimank, industrielle Beziehungen, Entfremdung, Machtasymmetrie, Tarifautonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den strukturellen Wandel von Interessensorganisationen in Deutschland und dessen Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Individuen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Funktionen des Betriebsrats, die Rolle der Gewerkschaften, das deutsche duale System sowie der Einfluss von Organisationsentscheidungen auf die Beschäftigten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Prozesse wie die „Verbetrieblichung“ und „Dezentralisierung“ innerhalb des dualen Systems die förderlichen Lebenschancen von Individuen gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die soziologische Organisationsbegriffe und das Vierfelderschema von Uwe Schimank nutzt, um aktuelle Entwicklungen in Betrieben zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Organisationen, die Struktur des dualen Systems und bewertet die Auswirkungen neuerer Entwicklungen in der Interessensvertretung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Betriebsrat, Gewerkschaft, Verbetrieblichung, duales System, Lebenschancen und Entfremdung.

Was bedeutet der Begriff „Verbetrieblichung“ im Kontext dieser Arbeit?

Verbetrieblichung beschreibt die Verlagerung von Tarifverhandlungen von der überbetrieblichen auf die betriebliche Ebene, wodurch Betriebsräte zunehmend Aufgaben übernehmen, für die sie teilweise nicht über die notwendige Expertise verfügen.

Wie beeinflusst die Co-Manager-Rolle des Betriebsrats die Arbeitnehmer?

Wenn Betriebsräte in eine Co-Manager-Rolle schlüpfen und wirtschaftliche Ziele des Managements priorisieren, kann dies zu einer Vernachlässigung der Arbeitnehmerinteressen und zu einer Verschlechterung der individuellen Lebenschancen führen.

Können Betriebsräte eigene Privatinteressen verfolgen?

Ja, laut der Analyse besteht die Gefahr, dass Mitglieder des Betriebsrates eigene Privilegien oder Vorteile gegenüber dem Management suchen, was zu einer Entfremdung von der Belegschaft führt.

Warum verlieren Gewerkschaften laut der Untersuchung an Bedeutung?

Gewerkschaften leiden unter Mitgliederschwund, abnehmender Tarifbindung und einer Erosion ihrer Organisationsmacht, was ihren Schutzauftrag für Arbeitnehmer erschwert.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vertrieblichung und Dezentralisierung. Folgen für die Interessensvertretungen Betriebsrat und Gewerkschaft
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Das Organisationsprinzip der Weltgesellschaft
Note
1,3
Autor
Lisa Halfar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V497998
ISBN (eBook)
9783346023995
ISBN (Buch)
9783346024008
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebsrat Gewerkschaft Verbetrieblichung Dezentralisierung Lebenschance
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Halfar (Autor:in), 2019, Vertrieblichung und Dezentralisierung. Folgen für die Interessensvertretungen Betriebsrat und Gewerkschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/497998
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