Die hier vorliegende schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit dem Thema "Rechtsextremismus und männliche Sozialisation".
Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über die begrifflichen Definitionen von Rechtsextremismus. Rechtsextremismus - was ist das überhaupt und welche Aspekte vom Begriff des Rechtsextremismus sind für die Soziale Arbeit von Belangen? Später werden verschiedene theoretische Zugänge bzw. Ansätze zur wissenschaftlichen Begründung der Herausbildung rechtsextremer Orientierung bei männlichen Jugendlichen aufgezeigt.
In aller Kürze werden die hauptsächlichen Unterschiede zwischen dem individualisierungstheoretisch argumentierenden Ansatz, der Dominanzkulturthese und dem konflikt- und subkulturtheoretischen Ansatz herausgearbeitet. Sozial-emotionale Risikofaktoren für die Entstehung rechtsextremer Tendenzen nach Heitmeyer werden aufgelistet und so die Gründe bzw. Motive für Rechtsextremismus bei männlichen Jugendlichen herausgearbeitet.
Die Frage, in wieweit der Rechtsextremismus den Betroffenen einen Sinn gibt, sollte als nächstes beantwort werden. Gibt es hier einen klaren Zusammenhang zur männlichen Sozialisation? Um den Begriff der männlichen Sozialisation besser verstehen zu können, wird im dritten Kapitel zunächst allgemein auf den Begriff der Sozialisation nach Hurrelmann eingegangen und zur männlichen Sozialisation übergeleitet.
Was versteht man unter männlicher Sozialisation? Und was soll "Männlichkeit" überhaupt genau sein? Herausgearbeitet werden soll schlussendlich die Bedeutung von Rechtsextremismus und von männlicher Sozialisation für die Soziale Arbeit mit männlichen Jugendlichen. Ein kurzer Einblick in die präventive Soziale Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen wird gegeben.
Worauf sollte ein/e Sozialarbeiter/in hier ganz besonders achten und welche Schwierigkeiten können sich ergeben? Es wird insgesamt deutlich, welche Relevanz das Thema "Rechtsextremismus und männliche Sozialisation" für die Soziale Arbeit besitzt. Ein knappes Fazit am Schluss reflektiert zusammenfassend das Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Thematik und beleuchtet kritisch eigene Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtsextremismus
2.1. Wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Orientierung
3. Sozialisation
3.1. Männliche Sozialisation
4. Präventionsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Rechtsextremismus und der Sozialisation männlicher Jugendlicher, um daraus relevante Implikationen und Handlungsansätze für die Soziale Arbeit abzuleiten.
- Definition und Facetten des Rechtsextremismus
- Wissenschaftliche Erklärungsmodelle für rechtsextreme Orientierungen
- Prozess der männlichen Sozialisation und hegemoniale Männlichkeitsbilder
- Risikofaktoren für rechtsextreme Tendenzen bei Jugendlichen
- Methoden und Herausforderungen der präventiven Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
2.1. Wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Orientierung
Möller fasst in seinem Buch „Gewalt und Rechtsextremismus“ die für ihn wichtigsten drei Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Gesinnung (auch in Verbindung mit Gewaltbereitschaft) zusammen als das individualisierungstheoretisch argumentierende Theorem sozialer Desintegration (Heitmeyer u. a.), die Dominanzkulturthese (Rommelspacher, Holzkamp u. a.) und das konflikt- und subkulturtheoretische Modell (Ekkert, Willems u. a.). Individualisierung nach Heitmeyer meint, dass sich das Individuum aus seinen vorgegebenen Fixierungen löst, seine eigene Biographie schafft und somit sein eigener Gestalter wird.
Unsere moderne Marktgesellschaft mit all ihren Konsumgütern, Medien, diversen Möglichkeiten der Berufswahl und Bildung etc. treibt diesen Prozess an. Das Individualisierungstheorem besagt im Grunde, dass mit der Auflösung alltagsweltlicher Milieus gleichzeitig auch vermehrt tiefgreifende Wandlungsprozesse in den sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen einhergehen. Verunsicherungen werden ausgelöst durch Unberechenbarkeit der Zukunft, Versagensängste, das Nichterreichen von Zielen und durch Desintegration an sich. Das Zuerkennen gleicher, sozialer, kultureller und politischer Rechte verliert an Verbindlichkeit. Ungleichheitskriterien, wie Rasse, Hautfarbe, Nation, Geschlecht etc. werden dann als Eingrenzung bzw. Abgrenzung angesteuert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Verbindung von Rechtsextremismus und männlicher Sozialisation ein und erläutert den Aufbau sowie die Zielsetzung der schriftlichen Ausarbeitung.
2. Rechtsextremismus: Dieses Kapitel definiert Rechtsextremismus als vielschichtiges, komplexes Phänomen und unterscheidet zwischen Einstellungs- und Verhaltensebene sowie organisierten und nicht organisierten Formen.
2.1. Wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Orientierung: Es werden drei zentrale theoretische Ansätze zur Entstehung rechtsextremer Gesinnung vorgestellt und diskutiert, wie gesellschaftliche Verunsicherung und Sozialisationsprozesse diese beeinflussen.
3. Sozialisation: Hier wird der Sozialisationsbegriff nach Klaus Hurrelmann erläutert, insbesondere der Prozess der produktiven Realitätsverarbeitung im Jugendalter.
3.1. Männliche Sozialisation: Dieses Kapitel beleuchtet spezifische Muster der männlichen Entwicklung, das Konzept der hegemonialen Männlichkeit und die externalisierte Bewältigung von Problemen durch Gewalt.
4. Präventionsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen: Es werden verschiedene Handlungsfelder und Ziele der Sozialen Arbeit aufgezeigt, um rechtsextremen Karrieren entgegenzuwirken und demokratische Werte zu fördern.
5. Fazit: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die hohe Relevanz der Sozialisationsforschung für die Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Männliche Sozialisation, Soziale Arbeit, Präventionsarbeit, Hegemoniale Männlichkeit, Gewaltprävention, Identitätsbildung, Sozialisationstheorie, Jugendliche, Radikalisierung, Risikofaktoren, Individualisierung, Rechtsextreme Orientierung, Geschlechtsunterschiede.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittmenge von Rechtsextremismus und der männlichen Sozialisation, um zu verstehen, wie diese Faktoren die Lebenswelt und Entwicklung von männlichen Jugendlichen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Hintergründe rechtsextremer Orientierung, die Mechanismen der männlichen Sozialisation, das Konzept der hegemonialen Männlichkeit sowie praxisnahe Präventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung von Sozialisationsprozessen für die Entstehung rechtsextremer Einstellungen zu verdeutlichen und daraus abgeleitet Anforderungen an die Soziale Arbeit in der Prävention zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die verschiedene soziologische und erziehungswissenschaftliche Erklärungsansätze und Fachliteratur auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Definitionen des Rechtsextremismus analysiert, gefolgt von einer tiefgehenden Betrachtung von Sozialisationstheorien und spezifisch männlichen Bewältigungsmustern, bevor präventive Maßnahmen diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben den zentralen Begriffen wie Rechtsextremismus und Männlichkeit sind Begriffe wie Sozialisation, Gewaltprävention und Identitätsbildung entscheidend.
Welche Rolle spielt das Konzept der "hegemonialen Männlichkeit"?
Das Konzept beschreibt, wie männliche Identität innerhalb von Machtverhältnissen konstruiert wird, wobei die Unterordnung anderer Gruppen zur Stärkung der eigenen Position und zur Kompensation von Unsicherheiten genutzt werden kann.
Warum wird geschlechtsspezifische Soziale Arbeit in diesem Kontext besonders betont?
Da Jungen bei Problemen häufiger zu externalisierendem und gewaltorientiertem Verhalten neigen als Mädchen, ist eine spezifische Ansprache notwendig, die männliche Sozialisationsmuster reflektiert.
- Arbeit zitieren
- Sina Krehl (Autor:in), 2019, Prävention in der Sozialen Arbeit. Rechtsextremismus und männliche Sozialisation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/497969