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Die Umwälzung der ambulanten Patientenversorgung. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als neue Form der Leistungserbringung

Title: Die Umwälzung der ambulanten Patientenversorgung. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als neue Form der Leistungserbringung

Term Paper , 2006 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dr. Manuel Anhold (Author)

Health - Public Health

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Das System der ambulanten Patientenversorgung steht mittelfristig vor einer völligen Umwälzung, was nicht das Ende der Freiberuflerpraxis bedeutet, wohl aber den Wegfall des Freiberuflers als Regelfall der ärztlichen Versorgung.

Infolge des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (Gesundheitsreform 2004) sind sogenannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zum 01.01.2004 als neue Form der Leistungserbringung neben Vertragsärzten, ermächtigten Krankenhausärzten, ermächtigten ärztlich geleiteten Einrichtungen, Zahnärzten und Psychotherapeuten in die ambulante vertragsärztliche Versorgung eingeführt worden und für das gesamte Bundesgebiet zugelassen.

Historische Ursprünge der heutigen Medizinischen Versorgungszentren in Form der Polikliniken des 18. Jahrhunderts gehen auf Christoph Wilhelm Hufeland zurück. Während des Ärztestreiks in Deutschland 1926/27 gründeten die gesetzlichen Krankenkassen Ambulatorien und Polikliniken unter eigener Anstellung von Ärzten als Streikbrecher. Im Dritten Reich verschwanden die Polikliniken als Versorgungsform, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone als staatliche flächendeckende ambulante Versorgungsform jedoch reetabliert. Entsprechend waren in der DDR niedergelassene Leistungserbringer meist in diesen Polikliniken, welche nach den folgenden Prinzipien agierten: staatlicher Charakter, Unentgeltlichkeit und allgemeine Zugänglichkeit, Primat der Prophylaxe, Einheit von Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge sowie die Steuerung durch eine zentrale Gesundheitsverwaltung. Den Polikliniken kam eine herausragende Bedeutung als Träger der ambulanten „Versorgung unter einem Dach“ in der Deutschen Demokratischen Republik zu.

Bis 1989 gab es noch etwa 1.650 Polikliniken und Ambulatorien in der DDR. Mit der Deutschen Wiedervereinigung wurde auf dem Gebiet der neuen Bundesländer nach dem etablierten Westdeutschen Modell ärztliche Niederlassung in Arztpraxen im Rahmen des Vertragsarztsystems errichtet und somit die ehemaligen Polikliniken nahezu vollständig verdrängt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einführung

B Rahmenbedingungen

1 Fächerübergreifende Versorgung

2 Gründung durch Leistungserbringer

3 Organisations-/Rechtsformen

4 Ärztliche Leitung

5 Arztregister

6 Zulassung

7 Ärztliche Tätigkeit

8 Vertragsarztsitzprinzip

C Chancen und Potenziale

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die strukturellen Potenziale von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) im Kontext der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland nach Einführung durch das GKV-Modernisierungsgesetz.

  • Historische Entwicklung und Einordnung der Versorgungszentren
  • Strukturelle Anforderungen an Gründung und ärztliche Leitung
  • Rechtliche Aspekte der Zulassung und ärztlichen Tätigkeit
  • Ökonomische Vorteile und strategische Potenziale des MVZ-Modells
  • Kritische Würdigung der Versorgungssituation in ländlichen Regionen

Auszug aus dem Buch

A Einführung

Das System der ambulanten Patientenversorgung steht mittelfristig vor einer völligen Umwälzung, was nicht das Ende der Freiberuflerpraxis bedeutet, wohl aber den Wegfall des Freiberuflers als Regelfall der ärztlichen Versorgung.

Infolge des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (Gesundheitsreform 2004) sind sogenannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zum 01.01.2004 als neue Form der Leistungserbringung neben Vertragsärzten, ermächtigten Krankenhausärzten, ermächtigten ärztlich geleiteten Einrichtungen, Zahnärzten und Psychotherapeuten in die ambulante vertragsärztliche Versorgung eingeführt worden und für das gesamte Bundesgebiet zugelassen.

Historische Ursprünge der heutigen Medizinischen Versorgungszentren in Form der Polikliniken des 18. Jahrhunderts auf Christoph Wilhelm Hufeland zurück. Während des Ärztestreiks in Deutschland 1926/27 gründeten die gesetzlichen Krankenkassen Ambulatorien und Polikliniken unter eigener Anstellung von Ärzten als Streikbrecher. Im Dritten Reich verschwanden die Polikliniken als Versorgungsform, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone als staatliche flächendeckende ambulante Versorgungsform jedoch reetabliert. Entsprechend waren in der DDR niedergelassene Leistungserbringer meist in diesen Polikliniken, welche nach den folgenden Prinzipien agierten: staatlicher Charakter, Unentgeltlichkeit und allgemeine Zugänglichkeit, Primat der Prophylaxe, Einheit von Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge sowie die Steuerung durch eine zentrale Gesundheitsverwaltung. Den Polikliniken kam eine herausragende Bedeutung als Träger der ambulanten „Versorgung unter einem Dach“ in der Deutschen Demokratischen Republik zu.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einführung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die gesetzliche Einführung der Medizinischen Versorgungszentren im Rahmen der Gesundheitsreform 2004.

B Rahmenbedingungen: Hier werden die strukturellen Anforderungen, die zulässigen Rechtsformen und die regulatorischen Vorgaben für den Betrieb eines MVZ detailliert dargelegt.

C Chancen und Potenziale: Der letzte Teil analysiert die ökonomischen Vorteile und die strategische Bedeutung von MVZ sowie die kritische Resonanz hinsichtlich der flächendeckenden Versorgung.

Schlüsselwörter

Medizinische Versorgungszentren, MVZ, Gesundheitsreform, vertragsärztliche Versorgung, SGB V, Polikliniken, Zulassung, ärztliche Leitung, ambulante Versorgung, Leistungserbringer, Freiberuflichkeit, Gesundheitswesen, Versorgungsstruktur, Krankenhaus, Gesetzliche Krankenversicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Potenziale von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die historische Genese, die gesetzlichen Zulassungsregeln, Rechtsformen, die Rolle der ärztlichen Leitung und die ökonomischen Chancen der MVZ.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise von MVZ nach § 95 SGB V zu erläutern und ihre Rolle als neue Form der Leistungserbringung im deutschen Gesundheitssystem zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse rechtlicher Grundlagen, Gesetzesbegründungen und aktueller gesundheitspolitischer Daten des Jahres 2006.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der strukturellen Vorgaben für MVZ, von der Gründung über das Arztregister bis hin zur ärztlichen Tätigkeit.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind MVZ, vertragsärztliche Versorgung, SGB V, Gesundheitsreform, ärztliche Leitung und Versorgungsstrukturen.

Warum wird die DDR-Poliklinik als Vergleich herangezogen?

Weil das gesetzgeberische Konzept der MVZ historisch an das Modell der Polikliniken der ehemaligen DDR anknüpft, welche die „Versorgung unter einem Dach“ als Leitprinzip hatten.

Was ist die Besonderheit der ärztlichen Leitung im MVZ?

Die ärztliche Leitung muss weisungsfrei gegenüber dem nicht-ärztlichen Träger agieren und trägt die Gesamtverantwortung für die medizinische Qualität der erbrachten Leistungen.

Gibt es Nachteile bei der Gründung von MVZ?

Ja, Kritiker führen insbesondere die mögliche Verschlechterung der wohnortnahen Versorgung in ländlichen Gebieten an, da MVZ oft eher städtisch konzentriert sind.

Warum ist das Vertragsarztsitzprinzip relevant?

Es schränkt die Bildung überregionaler MVZ ein, da eine Niederlassung rechtlich zwingend an eine feste Betriebsstätte mit postalisch definierter Anschrift gebunden ist.

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Details

Title
Die Umwälzung der ambulanten Patientenversorgung. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als neue Form der Leistungserbringung
College
University of Applied Sciences Riedlingen
Course
Struktur und Institutionen im Gesundheitswesen
Grade
1,7
Author
Dr. Manuel Anhold (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V497114
ISBN (eBook)
9783668997752
ISBN (Book)
9783668997769
Language
German
Tags
rahmenbedingungen potenziale medizinischen versorgungszentren sicht teilnahme versorgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Manuel Anhold (Author), 2006, Die Umwälzung der ambulanten Patientenversorgung. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als neue Form der Leistungserbringung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/497114
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