Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Planung, Durchführung und Evaluation einer Praxisanleitung eines Auszubildenden zum Notfallsanitäter in der 3-jährigen Ausbildung innerhalb des Rettungswacheneinsatzes an einer Lehrrettungswache.
Seit 2014 ist der Notfallsanitäter die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. „Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand rettungsdienstlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Durchführung und teamorientierten Mitwirkung insbesondere bei der notfallmedizinischen Versorgung und dem Transport von Patientinnen und Patienten vermitteln.“ (NotSanG, § 4 Abs. 1)
Gemäß dem Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters § 5 Absatz 3 Satz 3 (NotSanG) sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter § 3 Absatz 1 bis 3 (NotSan-APrV) wird für die praktische Ausbildung an Lehrrettungswachen eine berufspädagogische Zusatzqualifikation gefordert.
Ebenso sind im § 3 Absatz 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV) die Voraussetzungen zur Weiterbildung zum Praxisanleiter beschrieben. So muss ein angehender Praxisanleiter die Berufsbezeichnung ‚Notfallsanitäter‘ führen und über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen.
Des Weiteren sind in der Anlage 6 ‚Curriculum für die Weiterbildung zur Praxisanleitung (Lehrrettungswache)‘ der Ausführungsbestimmungen zur Notfallsanitäter-Ausbildung in NRW - Teil I (neu) die Ausbildungsziele für einen Praxisanleiter detailliert beschrieben.
Dem Praxisanleiter kommt in der praktischen Ausbildung eine entscheidende Bedeutung zu. So ist er dafür verantwortlich die Qualität der rettungsdienstlichen Versorgung sicher zu stellen.
Im Rahmen der 200-stündigen Weiterbildung zum Praxisanleiter gemäß Anlage 6 ‚Curriculum für die Weiterbildung zur Praxisanleitung (Lehrrettungswache)‘ der Ausführungsbestimmungen zur Notfallsanitäter-Ausbildung in NRW – Teil I (neu) wird eine praktische Prüfung mit Planung, Durchführung und Evaluation einer Anleitungssituation gefordert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Analyse der Rahmenbedingungen
1.1 Einrichtungsanalyse
1.2 Eigenanalyse
1.3 Auszubildendenanalyse
2 Thema und Konzept der Anleitungssituation
2.1 Thema
2.2 Begründung der Wahl des Themas
2.3 Pädagogisches Konzept
3 Umsetzung der Anleitung
3.1 Planung
3.2 Vorbereitung
3.3 Durchführung
3.4 Reflexion und Feedback
4 Beurteilung durch den Praxisanleiter
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Konzeption, Durchführung und Evaluation einer Praxisanleitung zur Anlage eines intraossären Zugangs mittels des Teleflex-Vidacare-Arrow-EZ-IO-Systems für Auszubildende zum Notfallsanitäter an einer Lehrrettungswache.
- Strukturierung einer berufspädagogischen Anleitungssituation unter Anwendung der Vier-Stufen-Methode.
- Analyse der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche praktische Ausbildung im Rettungsdienst.
- Fachgerechte Vermittlung invasiver notfallmedizinischer Maßnahmen unter Berücksichtigung aktueller Standards.
- Dokumentation des Lernfortschritts durch praxisorientierte Checklisten und Reflexionsbögen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Durchführung
Im Rahmen eines etwa 10-minütigen Vorgespräches wird dem Auszubildenden das Thema und der Verlauf der geplanten Anleitungssituation geschildert.
Es handelt sich hierbei um die 1. Übungseinheit zum Thema ‚Anlage eines intraossären Zugangs mittels der Teleflex®-Vidacare®-Arrow®-EZ-IO’. Diese ist für einen bewusstlosen Patienten oder Patienten mit einem Kreislaufstillstand ausgelegt.
Als ersten Teil der Phase ‚Vorbereitung‘ erhält der Auszubildende eine Vorbereitungssaufgabe als Einzelarbeit. Der Auszubildende soll innerhalb der Informations- und Erkundungsaufgabe Informationen zu Indikation, Kontraindikationen, Alternativen, Risiken, Punktionsstellen, benötigtes Material, Durchführung der Maßnahme, Gegenmaßnahmen sowie sonstige Informationen zum intraossären Zugang zusammentragen. Den erforderlichen zeitlichen Rahmen soll der Auszubildende selbst einschätzen und planen, ein grober Rahmen von 30 Minuten bis zu einer Stunde wird allerdings vorgegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umriss der gesetzlichen Anforderungen an die Notfallsanitäter-Ausbildung und die Rolle des Praxisanleiters.
1 Analyse der Rahmenbedingungen: Untersuchung der rettungswachenspezifischen Gegebenheiten sowie der persönlichen Voraussetzungen des Praxisanleiters und des Auszubildenden.
2 Thema und Konzept der Anleitungssituation: Begründung der Themenwahl für die Anleitung basierend auf dem Curriculum und Erläuterung der angewandten Vier-Stufen-Methode.
3 Umsetzung der Anleitung: Detaillierte Darstellung der Planungs-, Vorbereitungs-, Durchführungs- und Reflexionsschritte der praktischen Unterweisung.
4 Beurteilung durch den Praxisanleiter: Reflektion über den tatsächlichen Ablauf der Anleitung unter Berücksichtigung von spontanen Anpassungen aufgrund geänderter Teilnehmerzahlen.
Schlüsselwörter
Notfallsanitäter, Praxisanleitung, intraossärer Zugang, EZ-IO, Ausbildung, Lehrrettungswache, Pädagogik, Vier-Stufen-Methode, Notfallmedizin, Kompetenzentwicklung, Rettungsdienst, Lernziele, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine strukturierte Praxisanleitung zum Thema „Anlage eines intraossären Zugangs“ für Notfallsanitäter-Auszubildende.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Planung, der Einhaltung medizinischer Standards bei invasiven Maßnahmen und der Reflexion des Lernprozesses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung der sicheren Handhabung des Teleflex-Vidacare-Arrow-EZ-IO-Systems bei Patienten mit Kreislaufstillstand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Vier-Stufen-Methode der Unterweisung (Vorbereitung, Vormachen mit Erklären, Nachmachen, selbstständiges Anwenden) angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die strukturelle Umsetzung der Anleitung, inklusive Materialvorbereitung, Zeitplanung und Lernzieldefinition.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Notfallsanitäter-Ausbildung, Praxisanleitung, intraossärer Zugang und Didaktik im Rettungsdienst.
Wie wurde auf unvorhergesehene Änderungen reagiert?
Da kein Auszubildender verfügbar war, wurde die Anleitung flexibel mit einem Kollegen in Weiterbildung durchgeführt, was die Anpassungsfähigkeit des Konzepts bewies.
Welche Bedeutung haben die beigelegten Checklisten?
Die Checklisten dienen als Leitfaden für die Anleitung und als Instrument zur Dokumentation des erreichten Wissensstandes von Azubi und Praxisanleiter.
- Quote paper
- Nicole Schwerdt (Author), 2019, Der intraossäre Zugang. Praxisanleitung mittels der Teleflex®-Vidacare®-Arrow®-EZ-IO®, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/494119