Reisen gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung. Während ältere Generationen Reisen in die unvertraute Ferne eher meiden bzw. gerne immer wieder die gleichen Orte besuchen, wollen jüngere Generationen lieber die Welt entdecken. Durch die Möglichkeit andere Städte, Länder oder sogar Kontinente günstig bereisen zu können, gehören nationale, sowie internationale Reisen mittlerweile zu den größten Favoriten in der Freizeitgestaltung. Abhilfe für ebensolche Reisen schaffen Reiseführer.
Sie haben die Funktion über das gewünschte Reiseziel und seine Besonderheiten zu informieren. Da jeder Reisende unterschiedliche Interessen hat, müssen die Reiseführer eine große Vielfalt von Themengebieten abdecken. Die Vorbereitung einer Städtereise, etwa mit seinen kulturellen Sehenswürdigkeiten, verlangt wiederrum ganz andere Informationen als Geheimtipps für eine ausgefallene Route bei einer Wanderung oder einem Roadtrip. Dadurch erfolgt eine immer größere Spezialisierung der Reiseführer. Die Vielfalt ist schier unendlich und erstreckt sich von Ratgebern über Fahrrad- oder Motorradrouten bis hin zur konkreten Beschreibungen von Ausstellungen in Museen. Darüber hinaus finden sich im Internet vermehrt auch Reiseblogs mit Empfehlungen für etwa schöne Strandabschnitte oder einfache Hilfestellungen, um sich schnell mit lokalen Begebenheiten zurechtzufinden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textmerkmale eines Reiseführers
Aufbau
Subtexte
Sprachliche Merkmale
Kommunikationssituation
Textfunktion
Thema
3. Textmerkmale eines Reiseblogs
4. Vergleich zwischen Reiseführern und –blogs
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die linguistischen Besonderheiten der Textsorte "Reiseführer" und stellt diese in einen direkten Vergleich zu modernen Reiseblogs, um deren funktionale Unterschiede und das Potenzial zur gegenseitigen Ergänzung zu erörtern.
- Strukturelle Analyse und Textaufbau von klassischen Reiseführern
- Differenzierung der Subtextsorten (Hintergrund-, Orientierungs-, Besichtigungs- und Ratgebertexte)
- Linguistische Merkmale wie Attribuierung und Superlativgebrauch
- Vergleich der Kommunikationssituation und Themenentfaltung zwischen Buch und Blog
- Untersuchung der Bedeutung von Reiseblogs als moderne Ergänzung zum gedruckten Reiseführer
Auszug aus dem Buch
Sprachliche Merkmale
Das wohl wichtigste Merkmal bei der sprachlichen Gestaltung eines Reiseführers ist die Verwendung von Attributen und Appositionen. Dabei unterscheidet man zwischen Adjektivattributen, sowie erweiterten prä- und postnuklearen Attributen. Erst sie vermitteln bei der Beschreibung einer Situation, einer Sehenswürdigkeit oder einer Route die notwendige Vorstellungskraft. Vor allem die Adjektivattribute sprechen einem Objekt oder einer Landschaft eine besondere Eigenschaft zu, wodurch die Aussagen interessanter und aussagekräftiger werden. Dies zeigt auch das folgende Beispiel: „Südlich des Stupas lädt eine kleine urwürzige Kneipe mit einem schattenspendendem Dach zu einer Erfrischung ein.“ (HARTUNG, 2018: 305). Besonders häufige Anwendung finden solche Adjektivattribute in Orientierungs- und Besichtigungstexten, da sie diesen Subtexten und den darin verwendeten Substantiven eine positive Grundstimmung verleihen.
Ein weiteres, auffälliges sprachliches Merkmal bei Reiseführern ist die regelmäßige Nutzung von Superlativen. Durch diese Superlative wird durch eine gewisse Übertreibung zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt. Sie sollen die positive Wahrnehmung weiter verstärken und dem Interessenten das Gefühl geben, bei seiner Reise etwas Besonderes zu erleben Für nahezu jedes Objekt kann ein Superlativ verwendet werden, wenn in der Beschreibung eine deutliche Hervorhebung im Text gewünscht ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Reisens für verschiedene Generationen und führt in die linguistische Fragestellung zur Textsorte Reiseführer ein.
2. Textmerkmale eines Reiseführers: Dieses Kapitel analysiert systematisch den Aufbau, die Subtextsorten, die sprachliche Gestaltung sowie die Kommunikationssituation und Textfunktion von Reiseführern.
3. Textmerkmale eines Reiseblogs: Hier werden die strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten von Reiseblogs als mediale Form der Reiseinformation beschrieben.
4. Vergleich zwischen Reiseführern und –blogs: Dieses Kapitel stellt beide Textgattungen gegenüber, arbeitet Unterschiede in der Erzählweise und Struktur heraus und ergänzt diese durch statistische Daten zur Nutzung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten von klassischen Reiseführern im Vergleich zu digitalen Reiseblogs.
Schlüsselwörter
Reiseführer, Reiseblog, Linguistische Textanalyse, Subtexte, Sprachliche Gestaltung, Informationsfunktion, Textsorte, Reiseplanung, Deskriptive Themenentfaltung, Kommunikationssituation, Ratgebertexte, Orientierungstexte, Besichtigungstexte, Adjektivattribute, Superlative
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer linguistischen Analyse der Textsorte Reiseführer und vergleicht diese mit modernen Reiseblogs.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen der Aufbau von Reiseführern, die verschiedenen enthaltenen Subtextsorten, die sprachlichen Gestaltungsmittel und die Kommunikationssituation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es herauszuarbeiten, ob Reiseblogs die gedruckten Reiseführer ersetzen können oder ob sie primär als unterstützende Ergänzung fungieren.
Welche linguistischen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Analyse stützt sich unter anderem auf die linguistische Textanalyse nach Brinker, insbesondere bei der Themenentfaltung und der Bestimmung von Textfunktionen.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Textmerkmale von Reiseführern sowie einer anschließenden vergleichenden Gegenüberstellung mit Reiseblogs.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Informationsfunktion, deskriptive Themenentfaltung, Subtexte und Kommunikationssituation.
Wie unterscheiden sich Reiseführer und Blogs in der Sprache?
Während Reiseführer sachlich und objektiv informieren, nutzen Reiseblogs häufiger eine persönliche, erzählerische und subjektive Sprache.
Welche Rolle spielt die Statistik in der Arbeit?
Die Statistik belegt die weiterhin hohe Relevanz des gedruckten Reiseführers bei deutschen Urlaubern im Vergleich zu anderen Formaten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Linguistische Textanalyse. Reiseführer und Reiseblogs im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/494084