Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Welche Auswirkungen hat Koorientierung auf die Qualität des Journalismus? Der "Fall Sebnitz"

Titel: Welche Auswirkungen hat Koorientierung auf die Qualität des Journalismus? Der "Fall Sebnitz"

Hausarbeit , 2018 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Kurtz (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht Koorientierung im Journalismus, wobei der "Fall Sebnitz" aus dem Jahr 2000 als Beispiel herangezogen werden soll.

Der Journalismus des 21. Jahrhunderts ist ein schneller Journalismus, geprägt von Zeitdruck, Konkurrenzkampf und Unsicherheit. Im ständigen Wettlauf mit der Konkurrenz um die exklusivste Schlagzeile steht Aktualität an erster Stelle. Der Onlinejournalismus hat diese Brisanz enorm verstärkt. Wie entscheidet ein Journalist unter solchem Druck, was publikationswürdig ist? Welche Quellen werden bevorzugt? Wo liegen ethische Grenzen? Wie kommt es zu Medienskandalen wie dem des Falls Sebnitz, mit dem die meisten Journalisten und angehenden Journalisten sehr gut bekannt sein dürften? In der Geschichte der deutschen Presse ist ein derartiges Fehlverhalten der Medien, wie es im Fall Sebnitz geschah, einmalig. Nahezu die gesamte deutsche Presse übernahm die Geschichte über einen angeblichen Neonazi-Mord in der sächsischen Kleinstadt Sebnitz von der Bild-Zeitung, die sich wenig später als unwahr herausstellte.

Um den Prozess der journalistischen Koorientierung zu verstehen, ist es zunächst nötig, den Begriff genauer zu definieren und zwischen den verschiedenen Formen zu differenzieren. Im zweiten Schritt soll untersucht werden, an welchen Medien sich Journalisten vorrangig orientieren und was diese auszeichnet. Anschließend werden mögliche Ursachen für Koorientierung aufgezeigt und die verschiedenen Funktionen für den journalistischen Arbeitsprozess dargestellt. Im letzten Teil sollen mögliche Wirkungen und damit verbundene Gefahren von Koorientierung festgestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Koorientierung im Journalismus

2.1 Definition

2.2 Massenmedien als Quellen

2.3 Ursachen und Funktionen

2.4 Wirkungen

3. Der Fall Sebnitz

3.1 Chronologie

3.2 Rolle der Medien

3.3 Folgen für den Journalismus

4. Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der journalistischen Koorientierung auf die Qualität der Berichterstattung, wobei der Fall Sebnitz als zentrale Fallstudie dient, um die Risiken unkritischer Informationsübernahme aufzuzeigen.

  • Konzepte und Formen der journalistischen Koorientierung
  • Massenmedien als Informationsquellen und ihre Funktionen
  • Analyse des Medienskandals "Fall Sebnitz"
  • Journalistische Ethik und Qualitätskriterien
  • Spannungsfeld zwischen Konkurrenzdruck und Sorgfaltspflicht

Auszug aus dem Buch

3.2 Rolle der Medien

Die drei Verdächtigen waren erst wenige Stunden – vorläufig – festgenommen, als der Aufmacher der Bild-Zeitung verkündete: „Es passierte am helllichten Tag in einem belebten Freibad. 50 Neonazis überfielen den kleinen Joseph (6). Schlugen ihn, folterten ihn mit einem Elektroschocker, dann warfen sie ihn ins Schwimmbecken, ertränkten ihn.“ (Kuhne 2000). Zu dem Zeitpunkt handelte es sich hierbei jedoch lediglich um einen unbestätigten Verdacht, der auf den Vorwürfen der Mutter des Jungen beruhte (vgl. Sagurna 2001: 7). Bild stellte also, ohne einen Hinweis auf Verdacht oder zumindest eine Quellenangabe, ihre Aussagen als gesicherte Fakten dar.

Auch die anderen Medien machten Fehler und bestätigten damit alle Befürchtungen hinsichtlich der Wirkungen von Koorientierung. Am Folgetag griffen bereits 28 weitere Beiträge das Thema auf, in der ersten Woche seit dem Bild-Artikel waren es insgesamt 184 Beiträge (vgl. Sagurna 2001: 5 f.). Wie auch in der Bild-Zeitung mangelte es bei den meisten Artikeln des 24. November an zuverlässigen Quellenangaben, fast die Hälfte der Beiträge gab keinen Hinweis darauf, dass es sich bisher nur um einen Verdacht handelte, wirkliche Zweifel an der Geschichte äußerte lediglich die taz (vgl. Sagurna 2001: 8). Mit der Aufhebung des Haftbefehls am 27. November nahm auch die Berichterstattung eine Wende hin zu der Klarstellung der Ereignisse, der Beschäftigung mit den Folgen und zahlreicher Selbstkritik (vgl. Sagurna 2001: 9 f.).

Wieso übernahmen so viele Medien, sächsische Blätter wie überregionale Qualitätszeitungen, die Geschichte, obwohl ihr nichts zugrunde lag als fragwürdige Zeugenaussagen und ein Bild-Artikel? Zum einen ließ eben dieser Artikel streng genommen keinen Zweifel an der Wahrheit der Geschehnisse: Kein Konjunktiv, kein Fragezeichen, deutliche, scheinbar gut belegte Aussagen, alles sprach für Tatsachen (vgl. Sagurna 2001: 7, 20). Zum anderen bot die Geschichte ein stimmiges Bild, das Klischee des Rechtsextremismus in einer Kleinstadt im Osten war erfüllt, so dass die Journalisten leicht darauf ansprangen (vgl. Sagurna 2001: 20 f.). Zusätzlich handelte es sich um ein äußerst emotionales, sensationelles Thema mit hohem Nachrichtenwert (vgl. Sagurna 2001: 42). Ein weiterer Grund, der bereits bei den Ursachen für Koorientierung (2.3) angedeutet wurde, ist die Brisanz des Medienmarktes und der daraus resultierende Wettlauf mit den Konkurrenzmedien: Kein Medium konnte es sich leisten, nicht über Sebnitz zu berichten (vgl. Sagurna 2001: 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des schnelllebigen Journalismus und des Konkurrenzdrucks ein, die zu unkritischer Berichterstattung wie im Fall Sebnitz führen kann.

2. Koorientierung im Journalismus: Dieses Kapitel definiert Koorientierung als gegenseitige Beobachtung von Journalisten und analysiert deren Ursachen, Funktionen sowie Risiken innerhalb des redaktionellen Arbeitsprozesses.

3. Der Fall Sebnitz: Das Kapitel rekonstruiert den realen Medienskandal um den Tod eines Jungen, bei dem Medien aufgrund von Koorientierung vorschnell unbestätigte und erfundene Berichte übernahmen.

4. Diskussion: Hier werden die Chancen und Risiken der Koorientierung im Kontext journalistischer Qualitätskriterien gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Koorientierung ein zweischneidiges Schwert ist, das bei Einhaltung ethischer Grundsätze legitim bleibt, jedoch bei Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht schwerwiegende Folgen hat.

Schlüsselwörter

Koorientierung, Journalismus, Medienethik, Fall Sebnitz, Qualitätsjournalismus, Leitmedien, Medienskandal, Quellenwahl, Sorgfaltspflicht, Agenda-Setting, Medienkonkurrenz, Nachrichtenfaktoren, Recherche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess der journalistischen Koorientierung – also das gegenseitige Beobachten und Orientieren von Journalisten an der Berichterstattung anderer Medien – und deren Auswirkungen auf die Qualität journalistischer Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Mechanismen der Nachrichtenentstehung, das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischem Konkurrenzdruck und ethischen Berufspflichten sowie die Rolle von Leitmedien als Vorbilder oder Taktgeber.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erörtern, wie sich Koorientierung auf die journalistische Qualität auswirkt und ob sie zu einem besseren oder schlechteren Journalismus beiträgt, illustriert am Beispiel des Falls Sebnitz.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse kommunikationswissenschaftlicher Konzepte, kombiniert mit einer fallbasierten Untersuchung der Berichterstattung zum Fall Sebnitz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert theoretische Grundlagen der Koorientierung, analysiert den spezifischen Fall Sebnitz hinsichtlich des journalistischen Versagens und diskutiert abschließend die gewonnenen Erkenntnisse anhand von Qualitätskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Koorientierung, Medienethik, Sorgfaltspflicht, Medienskandal, Agenda-Setting und Qualitätsjournalismus geprägt.

Wie lässt sich der Fall Sebnitz als "Lehrstück" für den Journalismus beschreiben?

Er dient als Beispiel für die Gefahren einer unkritischen Übernahme von Inhalten, bei der der Wunsch nach Exklusivität und Aktualität die journalistische Sorgfaltspflicht und notwendige Distanz verdrängt hat.

Welche Rolle spielen Leitmedien in diesem Kontext?

Leitmedien nehmen eine Vorreiterrolle ein, an der sich andere Medien orientieren. Im Fall Sebnitz führte die unkritische Übernahme der Bild-Zeitung-Schlagzeile durch andere Medien zu einem verhängnisvollen "Herdentrieb".

Kann Koorientierung auch positiv bewertet werden?

Ja, Koorientierung kann auch legitim sein, etwa wenn sie zur Komplexitätsreduktion beiträgt, einen öffentlichen Diskurs über relevante Themen erst ermöglicht oder Journalisten bei der Einordnung unerwarteter Ereignisse unterstützt.

Welche Rolle spielt der Konkurrenzdruck bei Medienfehlern?

Der enorme Zeit- und Konkurrenzdruck im modernen Medienmarkt erhöht die Unsicherheit bei Publikationsentscheidungen, was die Neigung verstärkt, Informationen von anderen zu übernehmen, anstatt eigene aufwändige Recherchen durchzuführen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Welche Auswirkungen hat Koorientierung auf die Qualität des Journalismus? Der "Fall Sebnitz"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Journalistische Ethik
Note
1,0
Autor
Laura Kurtz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V493062
ISBN (eBook)
9783668991477
ISBN (Buch)
9783668991484
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Journalismus Koorientierung Herdenjournalismus Qualitätsjournalismus Sebnitz Journalistische Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Kurtz (Autor:in), 2018, Welche Auswirkungen hat Koorientierung auf die Qualität des Journalismus? Der "Fall Sebnitz", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/493062
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum