In dieser Hausarbeit gilt es zu untersuchen, ob die "Amateurfußballer" in der Regionalliga andere Leistungen des Spielerberaters in Anspruch nehmen als die Profifußballer in den drei Profiligen Deutschlands. Oder lässt sich in der Bewertung der Leistungserbringung gar ein Unterschied feststellen? Gibt es Anhaltspunkte für das Ausnutzen von Informationsvorteilen einer Partei in der Beziehung zwischen dem Spieler und seinem Spielerberater?
Dafür legt der Autor ich zu Beginn dar, wie der deutsche Fußballmarkt im Hinblick auf Spielerberater aussieht und welche Abgrenzung zwischen dem Profi- und Amateurfußball zu ziehen ist. Des Weiteren geht er auf die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen des Spielerberaters und des Spielervermittlers ein. Davon ausgehend weise ich auf die Prinzipal-Agent-Theorie als theoretische Grundlage von Informationsvorteilen einer der beiden Parteien (Spieler und sein Berater) hin.
Anschließend prüftich anhand einer Umfrage bei Profi- und Amateurfussballern, inwieweit die Fragestellungen zu beantworten sind und zieht zum Schluss ein Fazit, indem er auf mögliche zukünftige Entwicklungen eingeht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der deutsche Fußballmarkt
2.1 Abgrenzung Profi- und Amateurfußball in Deutschland
2.2 Reglementierung des DFB
2.3 Statistische Zahlen
3. Berufsbilder im Markt Spielerberater
3.1 Spielervermittler
3.2 Spielerberater
3.3 Leistungen eines Spielerberaters
4. Prinzipal-Agent-Theorie
4.1 Grundkonzept
4.2 Anwendungsbereich Fußball - Spielerberater
5. Empirische Datenerhebung
5.1 Datenerhebungsmethode - Fragebogen
5.2 Auswertung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob sich die Inanspruchnahme von Leistungen durch Spielerberater bei Profifußballern und Amateurfußballern in Deutschland unterscheidet und inwieweit hierbei Aspekte der Prinzipal-Agent-Theorie relevant sind.
- Strukturelle Analyse des deutschen Fußballmarktes und der Rolle der Spielerberater.
- Differenzierung der Berufsbilder „Spielervermittler“ und „Spielerberater“.
- Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie zur Identifikation von Informationsasymmetrien.
- Empirische Untersuchung mittels Fragebogenerhebung unter Profi- und Regionalligaspielern.
- Vergleich der Leistungsanforderungen zwischen den verschiedenen Ligenebenen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Anwendungsbereich Fußball - Spielerberater
Auch im Fußball und dem zuvor beschriebenen Markt des Spielerberaters findet die Prinzipal-Agent-Theorie Anwendung. In der Verbindung zwischen Fußballspieler und seinem Spielerberater stellt der Spieler den Prinzipal dar. Er beauftragt seinen Berater mit verschiedenen Aufgaben und überträgt ihm die entsprechenden Kompetenzen, um die Ziele des Spielers zu erfüllen. Somit stellt der Spielerberater den Agent dar. Die Aufgaben und damit verbundenen Kompetenzen reichen von der Kontaktaufnahme mit Vereinsverantwortlichen (Trainer, Sportdirektor, etc.), über das Führen von Vertragsverhandlungen, bis hin zu finanziellen und wirtschaftlichen Beratungen. Aus der Übertragung bestimmter Aufgaben und Kompetenzen entsteht die Informationsasymmetrie, denn die beteiligten Personen verhalten sich nur begrenzt rational. Ihre Urteile beruhen auf unterschiedlichen Kenntnissen, Wahrnehmungen und Zielen. Der Berater als Agent verfügt in verschiedenen Situationen über einen gewissen Informationsvorteil. Dieser kann sich bspw. dadurch begründen, dass der Spielerberater zuerst vom Interesse eines bestimmten Vereins an dem jeweiligen Spieler erfährt und infolgedessen selbst entscheiden kann, ob er dem Spieler vom Interesse erzählt oder nicht. Des Weiteren führt der Berater die Vertragsverhandlungen in der Regel ohne Beisein des Spielers. Er hat dadurch die eigenständige Macht diese Verhandlungen in eine positive oder negative Richtung zu lenken. Hier zeigt sich die Problematik, dass der Agent im Sinne des Prinzipals handeln sollte, aber durchaus auch seinen eigenen Nutzen maximieren möchte. Dieser Nutzen kann sich einerseits in monetären, als auch in sozialen Interessen ausdrücken. Der Spielerberater könnte also das eigene Ziel verfolgen die höchste Provision für einen Transfer zu erhalten und dadurch evtl. entgegen des Interesses des Spielers handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik des boomenden Fußballgeschäfts und der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Leistungsunterschiede zwischen Profi- und Amateurfußballern bei der Spielerberatung.
2. Der deutsche Fußballmarkt: Einordnung der Marktstrukturen, Abgrenzung der Spielklassen sowie Darstellung der aktuellen DFB-Reglementierungen und statistischer Daten zu Spielerberatern.
3. Berufsbilder im Markt Spielerberater: Analyse der Begriffe Spielervermittler und Spielerberater sowie der Entwicklung hin zu ganzheitlichen Beratungsangeboten.
4. Prinzipal-Agent-Theorie: Theoretische Fundierung zur Erklärung von Informationsasymmetrien und Interessenkonflikten in der Geschäftsbeziehung zwischen Spieler und Berater.
5. Empirische Datenerhebung: Dokumentation der Durchführung und Auswertung einer Fragebogenstudie unter aktiven Spielern aus Profi- und Regionalligen.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Entwicklung vom reinen Vermittler zum ganzheitlichen Berater.
Schlüsselwörter
Fußballmanagement, Spielerberater, Spielervermittler, Prinzipal-Agent-Theorie, Profifußball, Amateurfußball, Regionalliga, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Vertragsverhandlungen, Karriereplanung, Beratungsagenturen, Transfermarkt, Vergütung, Spielerbetreuung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle und die Leistungen von Spielerberatern im deutschen Fußball und vergleicht dabei die Bedürfnisse und Erfahrungen von Profifußballern mit denen von Amateurfußballern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Marktstruktur des deutschen Fußballs, die rechtliche und operative Einordnung von Spielerberatern sowie die ökonomische Analyse von Interessenkonflikten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu untersuchen, ob Profifußballer in den oberen Ligen andere Dienstleistungen von ihren Beratern in Anspruch nehmen als Akteure in der Regionalliga.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine empirische Datenerhebung mittels eines strukturierten Fragebogens durch, um die Leistungen und Erfahrungen aktiver Fußballer zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung der Berufsbilder, der theoretischen Erklärung durch die Prinzipal-Agent-Theorie sowie der Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Spielerberater, Informationsasymmetrie, Profifußball, Regionalliga, Transfermarkt und Vertragsverhandlungen.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von vorheriger Forschung?
Durch den direkten Vergleich zwischen Profi- und Amateurfußballern liefert die Arbeit eine erstmalige Gegenüberstellung, wie unterschiedlich die Beratungsleistungen je nach Ligenebene wahrgenommen werden.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie?
Sie dient zur theoretischen Herleitung möglicher Interessenkonflikte, wie etwa Informationsvorteile des Beraters (Agent) gegenüber dem Spieler (Prinzipal).
Konnten Anhaltspunkte für ein Ausnutzen von Informationsvorteilen gefunden werden?
Die Befragung der Spieler ergab kaum Hinweise auf ein solches Verhalten; die Zusammenarbeit wird von den Spielern überwiegend positiv bewertet.
- Arbeit zitieren
- Marwin Studtrucker (Autor:in), 2018, Spielerberater und ihre Leistungen. Ein Vergleich zwischen dem Profi- und dem Amateurfußball, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/493020