Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Werk „Cur Deus homo“ (1098) im Hinblick darauf, wie die Satisfaktionslehre von Anselm von Canterbury zu verstehen ist. Im zweiten Teil wird die erweiterte Auslegung des Todes Jesu von Jürgen Werbick (21. Jh.) herausgearbeitet. Zum Schluss werden die wichtigsten Merkmale beider gegenübergestellt und ich positioniere mich, indem ich die Frage nach der Aktualität der Satisfaktionslehre mitberücksichtige.
Einleitend soll grob Anselm von Canterburys Lebensweg aufgezeichnet und sein Werk Cur Deus homo zeitlich eingeordnet werden. Anschließend wird das Thema des zu Grunde liegenden Werkes „Cur Deus homo“ vorgestellt werden, indem dann genauer auf die zentralen Begriffe Stellvertretung Jesu, Sünde und Opfer eingegangen wird.
Im zweiten Teil arbeite ich die erweiterte Auslegung des Todes Jesu und des Opferbegriffs von Jürgen Werbick (21. Jh.) heraus. Zum Schluss stelle ich die wichtigsten Merkmale beider Theorien gegenüber, denn zielführend möchte ich eine klare Aufspaltung hinsichtlich der Stellvertretung Jesu zu früherer und heutiger Ansicht aufzeigen, die auch für einen Leser nachvollziehbar ist, der sich thematisch nicht auskennt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Anselm von Canterbury und sein Werk Cur Deus homo
3 Zentrale Begriffe der Satisfaktionslehre Anselms von Canterbury
3.1 Stellvertretung (Satisfaktionslehre)
3.2 Sünde/ Erbsünde
3.3 Opfer / Sühne
3.4 Stellvertretung Jesu
4 Der Opferbegriff heute nach Jürgen Werbick
5 Vergleich der Opferbegriffe bei Anselm von Canterbury und Jürgen Werbick
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis des Todes Jesu Christi unter Berücksichtigung der klassischen Satisfaktionslehre von Anselm von Canterbury sowie der zeitgenössischen theologischen Auslegung von Jürgen Werbick, um die Relevanz dieses zentralen christlichen Glaubensinhaltes für heutige Gläubige kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der Satisfaktionslehre im Werk "Cur Deus homo" von Anselm von Canterbury.
- Untersuchung zentraler Begriffe wie Stellvertretung, Sünde, Opfer und Sühne.
- Erarbeitung der modernen Opfer- und Erlösungstheologie nach Jürgen Werbick.
- Vergleichende Gegenüberstellung der historischen und zeitgenössischen Ansätze.
- Reflexion über die Aktualität des Kreuzestodes Jesu im 21. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
3.1 Stellvertretung (Satisfaktionslehre)
„Stellvertretung meint das Erbringen einer Leistung bzw. das Auf-sich-Nehmen eines Geschicks durch einen dazu geeigneten religiösen „Mittler“, welche der Vertreter nicht oder nicht in derselben Weise zu erbringen bzw. auf sich zu nehmen vermag wie der Vertreter und welche unmittelbar, d.h. ohne eigene Aktivitäten […], der Herstellung oder Wiederherstellung eines intakten Gottesverhältnisses des Vertretenen oder seiner In-Beziehung-Setzung mit -> überhaupt (in die Fürbitte) dienen. Die Aktivität des Stellvertreters hat also Gott selbst zum direkten Gegenüber oder Adressaten und nicht nur dem vertretenen Menschen. „
Religionsgeschichtlich ist es die Wahrnehmung einer Funktion eines Herrschers bzw. Erlösers durch einen Platzhalter. Als soteriologische Stellvertretung ist sie im Sinne einer Befreiung zu verstehen. Der Sündenbock handelt stellvertretend für die schuldbeladene Bevölkerung. Es ist sozusagen eine Ersatzhandlung. Im Alten Testament steht die Stellvertretung als Repräsentation der Substitution einer stellvertretenden Lebenshingabe eines Menschen zum Heil anderer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die abnehmende Kenntnis über die Bedeutung des Todes Jesu und führt in die Absicht der Arbeit ein, Anselms Satisfaktionslehre mit der modernen Interpretation von Jürgen Werbick zu vergleichen.
2. Anselm von Canterbury und sein Werk Cur Deus homo: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Abriss zu Anselm von Canterbury und kontextualisiert die Entstehungsbedingungen seines Werkes „Cur Deus homo“.
3 Zentrale Begriffe der Satisfaktionslehre Anselms von Canterbury: Hier werden die theologischen Kernkonzepte der Stellvertretung, Sünde, Opfer und Sühne sowie Jesu Rolle innerhalb des anselmischen Systems präzise analysiert.
4 Der Opferbegriff heute nach Jürgen Werbick: Dieses Kapitel expliziert Werbicks Verständnis des Kreuzestodes, der auf Nächstenliebe und einer Abkehr von archaischen Opferlogiken zugunsten einer Versöhnungsmacht Gottes basiert.
5 Vergleich der Opferbegriffe bei Anselm von Canterbury und Jürgen Werbick: Die beiden Positionen werden gegenübergestellt, wobei die gemeinsamen Züge der Erlösung sowie die gravierenden Unterschiede in der Notwendigkeit und Art der Genugtuung herausgearbeitet werden.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass zeitgenössische Interpretationen wie die Werbicks für den modernen Menschen zugänglicher sind, betont jedoch die bleibende Bedeutung der Frage nach dem Warum des Kreuzestodes.
Schlüsselwörter
Stellvertretung, Satisfaktionslehre, Anselm von Canterbury, Jürgen Werbick, Cur Deus homo, Erbsünde, Opfer, Sühne, Soteriologie, Kreuzestod, Versöhnung, Erlösung, Christologie, Theologie, Gottesverhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Sterben Jesu Christi theologisch interpretiert wird, insbesondere durch den Vergleich zwischen dem historischen Entwurf von Anselm von Canterbury und der modernen Sichtweise von Jürgen Werbick.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Satisfaktionslehre, das Verständnis von Sünde und Erbsünde, die Bedeutung von Opfer und Sühne sowie die Christologie und Soteriologie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine klare Gegenüberstellung der Stellvertretungs- und Opfertheorien zu liefern, um die Aktualität dieser Konzepte für heutige Leser verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte, dogmengeschichtliche und systematisch-theologische Analyse und Gegenüberstellung der primären und sekundären theologischen Quellen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Anselms „Cur Deus homo“ und die Analyse der erweiterten, modernen Auslegung durch Jürgen Werbick sowie deren Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Stellvertretung, Satisfaktionslehre, Versöhnung, Opferbegriff und Soteriologie.
Wie unterscheidet sich Anselms Verständnis von Sünde von dem Werbicks?
Während Anselm Sünde als eine unendliche Beleidigung der göttlichen Ehre sieht, die eine unendliche Genugtuung erfordert, fokussiert Werbick stärker auf die Befreiung aus der Entfremdung und die Wiederherstellung der Schöpfung durch Gottes Liebe.
Warum hält Werbick die klassische Opfermetaphorik für problematisch?
Werbick lehnt ein Gottesbild ab, das Opfer verlangt, um den göttlichen Zorn zu besänftigen, da dies seiner Ansicht nach dem christlichen Verständnis der Liebe Gottes widerspricht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Die Stellvertretung Jesu in Anselms "Cur Deus homo" im Vergleich zur Theorie Jürgen Werbicks im 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/492649