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Der Begriff des Euergetismus in der Antike

Title: Der Begriff des Euergetismus in der Antike

Term Paper , 2019 , 11 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anonym (Author)

World History - Antiquity

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Wenn die heutige Forschung Finanzdienstleistungen, die im Interesse der Allgemeinheit für Einzelpersonen erbracht werden, als "Euergetismus" bezeichnet, greift sie den Begriff ευεργετης (Wohltäter) auf, um eine Person als Wohltäter zu bezeichnen. In der Regel war dies ein fester Titel, den die Stadt einer Person in einem formellen Akt verleihen konnte. Als ευεργετης (Eugerten – Wohltäter) wurden oftmals Herrscher bezeichnet, die der ehrenden Stadt einen bestimmten Dienst leisteten oder sich ihr gegenüber großzügig erwiesen hatten, aber keine Bürger der Stadt selbst waren, sondern nur Personen, die sich dazu verpflichtet fühlten. Dies änderte sich während der hellenistischen Zeit, als auch die Einheimischen mit dem Titel "Euergeten" geehrt wurden, was auf eine allmähliche Veränderung der Rolle von Einzelpersonen als Angehörige einer lokalen Oberschicht im politischen Leben ihrer Stadt hinwies.

Das Wort ευεργετης (Eugerten) hatte manchmal gewisse, zugegebenermaßen unvernünftige, religiöse Konnotationen, wie aus seiner Verwendung zusammen mit Titeln wie σωτηρ (Soter – Ritter) hervorgeht. Für die römische Zeit ist in diesem Zusammenhang die Nennung von Kaisern als "Wohltäter der ganzen Welt" zu nennen. Nach dem Namen ευεργετης (Eugerten) könnte das Thema der Spende von Wohltätern als ευεργετης (Wohltätigkeit) bezeichnet werden. Als dasjenige Werk, in dem erstmals der Euergetismus im großen Stil diskutiert wurde, gilt Le Pain et le cirque oder Brot und Spiele des Autors Paul Veynes.

Das eigentliche euergetische System entwickelte sich im Laufe des Hellenismus, obwohl die wichtigsten Veränderungen wahrscheinlich nicht im späten 4. Jh., sondern erst im Laufe des 2. Jh. stattfanden. Eine in der Forschung häufig diskutierte Frage ist, ob der zunehmende Einfluss Roms auf das östliche Mittelmeer eine Schlüsselursache für die Entwicklung des euergetische Modells war. Die Antwort bezieht sich dabei zumeist auf das allgemeinere Problem der Umgestaltung der Verfassungen der griechischen Städte im Hellenismus.

Die überwiegende Mehrheit der Quellen, die uns über den Euergetismus lehren, sind in epigraphischer Natur, wobei verehrte Inschriften verschiedener Arten vorherrschen. Die erwähnte formelle Verleihung des Titels "Wohltäter" findet sich noch in der Kaiserzeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Der Begriff des Euergetismus

II. Das euergetische Modell und Roms Einfluss

III. Bemerkung zur Quellenlage

IV. Euergetismus und städtische Finanzen

V. Euergetismus und städtische Ausgaben

VI. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Begriff des Euergetismus, insbesondere dessen Rolle als Regierungssystem und Instrument der Honoratiorenherrschaft in der hellenistischen Epoche und der römischen Kaiserzeit, sowie dessen tatsächliche Bedeutung für die städtischen Finanzen im Kontext anderer Einnahmequellen.

  • Analyse des Begriffs des Euergetismus und seiner Bedeutungswandlung
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem Euergetismus und römischem Einfluss
  • Kritische Würdigung der epigraphischen Quellenlage
  • Untersuchung der städtischen Finanzstrukturen abseits privater Wohltätigkeit
  • Betrachtung spezifischer städtischer Ausgabenbereiche wie Kulte, Feste und Infrastruktur

Auszug aus dem Buch

IV. Euergetismus und städtische Finanzen

Um besser einschätzen zu können, in welchen Bereichen private Euergeten tätig waren, muss man sich auch mit der Alternative befassen, das heißt, was eine bestimmte Person gut gemacht hat, anstatt was getan und finanziert werden musste.

In erster Linie ist uns aber vor allem klar, dass wir über die Höhe der finanziellen Einnahmen der Städte in keinem Einzelfall umfassend informiert sind. Darüber hinaus ist es nicht zu leugnen, dass die den einzelnen Gemeinden zur Verfügung stehenden Finanzmittel sehr unterschiedlich waren. Es ist jedoch klar, dass jede Stadt ihr eigenes Einkommen hatte. Insbesondere verfügte jede Gemeinde über die von den Magistraten, den Priestern der Stadtkulte sowie den seviri Augustales zu erbringenden summae honorariae. Diese summae honorariae sind nicht als eine Form des Euergetismus anzusehen, obwohl diese Idee immer als Ausgangspunkt verwendet wird, der von etlichen Quellen, von allen Tituli honorarii und von Dedikationsinschriften nahegelegt wird. Die summae honorariae beduetete jedenfalls einen sicheren, vorhersehbaren Teil des Stadtbudgets, aus dem die Leistungen für das Funktionieren der Gemeinde finanziert werden sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Der Begriff des Euergetismus: Dieses Kapitel definiert den Euergetismus als Form der Wohltätigkeit und Honoratiorenherrschaft, eingebettet in das politische System des Hellenismus und der Kaiserzeit.

II. Das euergetische Modell und Roms Einfluss: Hier wird untersucht, inwiefern der zunehmende römische Einfluss die städtische Verfassung und die Entwicklung des euergetischen Modells beeinflusste.

III. Bemerkung zur Quellenlage: Dieser Abschnitt thematisiert die Herausforderungen bei der Nutzung epigraphischer Quellen zur Erforschung des Euergetismus aufgrund rhetorischer Verzerrungen.

IV. Euergetismus und städtische Finanzen: Das Kapitel analysiert die Finanzstruktur antiker Städte und ordnet private Stiftungen ins Verhältnis zu regulären städtischen Einnahmen wie den summae honorariae.

V. Euergetismus und städtische Ausgaben: Diese Ausführungen befassen sich mit den Schwerpunkten städtischer Ausgaben, etwa für Kulte, Feste, Gymnasien und Infrastruktur, sowie der Rolle der Bürger bei Gesandtschaften.

VI. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Rolle des Euergetismus in der Forschung oft durch die einseitige Quellenlage überbewertet wird.

Schlüsselwörter

Euergetismus, Antike, Hellenismus, Kaiserzeit, Wohltätigkeit, Honoratiorenherrschaft, städtische Finanzen, Epigraphik, summae honorariae, Paul Veyne, Stadtverwaltung, römischer Einfluss, öffentliche Ausgaben, Kult, Gesandtschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, der historischen Entwicklung und der tatsächlichen ökonomischen Relevanz des Euergetismus in der antiken griechischen Welt sowie der römischen Kaiserzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das soziale und politische System der "Honoratiorenherrschaft", die Finanzierung öffentlicher städtischer Aufgaben und die Rolle von Privatstiftungen gegenüber städtischen Einnahmequellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Bild des Euergetismus zu relativieren, indem aufgezeigt wird, dass Städte über eigene Finanzmechanismen verfügten und nicht ausschließlich von privaten Wohltätern abhängig waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf der Auswertung von epigraphischen Quellen (Inschriften) und der Auseinandersetzung mit der einschlägigen Forschungsliteratur, insbesondere von Paul Veyne, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die begriffliche Einordnung, den Einfluss Roms, die Probleme der Quellenlage, die Struktur städtischer Finanzen und die verschiedenen Bereiche öffentlicher Ausgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Euergetismus, Antike, Honoratiorenherrschaft, summae honorariae, Epigraphik und städtische Finanzen sind die zentralen Begriffe.

Was unterscheidet den Euergetismus des Kaisers von dem der lokalen Oberschicht?

Der imperiale Euergetismus vollzog sich aufgrund des imperialen Engagements auf einer völlig anderen Ebene und war klar vom bürgerlichen Euergetismus der lokalen Oberschicht getrennt.

Warum wird die Quellenlage als problematisch erachtet?

Da die Quellen meist aus inschriftlichen Ehrendekreten bestehen, liefern sie eine verzerrte Sicht, die nur hervorragende Verdienste hervorhebt, während die alltägliche Finanzverwaltung oft unsichtbar bleibt.

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Details

Title
Der Begriff des Euergetismus in der Antike
Grade
1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
11
Catalog Number
V492633
ISBN (eBook)
9783668989221
ISBN (Book)
9783668989238
Language
German
Tags
begriff euergetismus antike rom Städtische Aufgabe städtische Ausgabe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Der Begriff des Euergetismus in der Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/492633
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