Die vorliegende Arbeit hat das Ziel das Arbeitsverständnis und den Gewaltbegriff der Frauen zu Beginn der Frauenhausbewegung mit dem eigenen Professionalitätsverständnis Sozialer Arbeit und dem Verständnis von Gewalt zu vergleichen.
In Kapitel 1 werden die Begriffe ‚Gewalt‘ und ‚Frauenhaus bzw. Frauenhausbewegung‘ geklärt. In Kapitel 2 wird das Arbeitsverständnis Sozialer Arbeit und der Gewaltbegriff zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute erläutert sowie geschichtlich eingeordnet. Kapitel 3 befasst sich dann mit dem persönlichen Arbeitsverständnis sozialer Arbeit.
Hier wird die Haltung des jetzigen Arbeitgebers dargestellt und erklärt.
In Kapitel 4 wird das Arbeitsverständnisses und der Gewaltbegriff zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute mit dem eigenen Arbeitsverständnis aus Kapitel 3 verglichen. Dazu werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.
In Kapitel 5 wird die Arbeit kurz zusammengefasst und Ausblicke auf mögliche neue Fragestellungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Klärungen
2.1. Definition Gewalt
2.2. Begriffliche Klärung Frauenhaus und Frauenhausbewegung
3. Arbeitsverständnis Sozialer Arbeit und Gewaltbegriff zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute sowie geschichtliche Einordnung
3.1. Arbeitsverständnis zu Beginn der Frauenhausbewegung
3.2. Arbeitsverständnis der Frauenhäuser heute
4. Das persönliche Arbeitsverständnis sozialer Arbeit
5. Vergleich des Arbeitsverständnisses und des Gewaltbegriffs zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute mit dem eigenen Arbeitsverständnis
5.1. Gemeinsamkeiten
5.2. Unterschiede
6. Zusammenfassung / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht das Arbeitsverständnis und den Gewaltbegriff der frühen Frauenhausbewegung mit dem heutigen Professionalitätsverständnis der Sozialen Arbeit, um Gemeinsamkeiten und Differenzen im Kontext der Gewaltprävention herauszuarbeiten.
- Entstehungsgeschichte und Kernziele der Frauenhausbewegung
- Wandel des Gewaltbegriffs in der Gesellschaft
- Vergleich von stationären und ambulanten Beratungsansätzen
- Persönliches Arbeitsverständnis innerhalb eines Familienzentrums
- Herausforderungen durch aktuelle gesellschaftliche Veränderungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Arbeitsverständnis zu Beginn der Frauenhausbewegung
Bis 1975 gab es de facto keine häusliche Gewalt. Darüber wurde nicht gesprochen, denn es wurde als privates Problem angesehen und als Einzelfall. (Albrecht-Ross, 2003). Diese Zeit war geprägt von gewaltigen gesellschaftlichen Umbrüchen. Es war die Zeit, in der die Anti-Baby-Pille verfügbar wurde, gleicher Lohn für gleiche Arbeit angeprangert und für die Abschaffung des Paragraphen 218 auf die Straße gegangen wurde. (Schulz, 2008)
In diesem Zeitgeist der Veränderung erkannte die NFB, dass Staat und Gesellschaft in entscheidenden Punkten bei der Hilfe und Unterstützung für Opfer häuslicher Gewalt versagte. Daher sah sich die Frauenhausbewegung in ihren Anfängen eher als politische Aktivisten denn als soziale Einrichtung. Brückner (2010:64) beschreibt Kernziele, die die Frauenbewegung im Zusammenhang mit der Gründung von Frauenhäusern aufgestellt hat:
1. „Frauen und ihre Kinder in akuten Gefährdungssituationen vor männlicher Gewalt zu schützen und sie auf dem Weg zu einem selbst bestimmten Leben praktisch zu unterstützen;
2. durch die Veröffentlichung von Gewalt gegen Frauen auf männliche Gewalttätigkeit aufmerksam zu machen und das Recht von Frauen und Mädchen auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung einzufordern“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit stellt das Ziel des Vergleichs zwischen dem historischen Arbeitsverständnis der Frauenhausbewegung und dem heutigen Verständnis Sozialer Arbeit dar.
2. Begriffliche Klärungen: Definition der Begriffe Gewalt sowie Frauenhaus und Frauenhausbewegung im Kontext dieser Arbeit.
3. Arbeitsverständnis Sozialer Arbeit und Gewaltbegriff zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute sowie geschichtliche Einordnung: Analyse des Wandels vom politischen Aktivismus hin zur professionellen Beratungsarbeit und der Auswirkung des Gewaltschutzgesetzes.
4. Das persönliche Arbeitsverständnis sozialer Arbeit: Darstellung der Leitlinien und Prinzipien der Arbeit in einem SOS-Familienzentrum.
5. Vergleich des Arbeitsverständnisses und des Gewaltbegriffs zu Beginn der Frauenhausbewegung und heute mit dem eigenen Arbeitsverständnis: Gegenüberstellung der Zielgruppen, Finanzierungsstrukturen und methodischen Herangehensweisen.
6. Zusammenfassung / Fazit: Resümee über die Bedeutung von Frauenhäusern und der Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Unterstützung jenseits reiner Tagessatzfinanzierung.
Schlüsselwörter
Frauenhausbewegung, häusliche Gewalt, Soziale Arbeit, Arbeitsverständnis, Gewaltprävention, Frauenrechte, Gewaltschutzgesetz, Familienzentrum, Professionalität, politische Aktivisten, psychosoziale Beratung, Geschlechterperspektive.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Arbeitsverständnis und den Gewaltbegriff im Kontext der Frauenhausbewegung in Deutschland im Vergleich zu modernen Ansätzen der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Frauenhausbewegung, der Wandel des gesellschaftlichen Gewaltbegriffs und die Professionalisierung sozialer Beratungsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem historischen, politisch motivierten Ansatz der Frauenhäuser und dem heutigen, strukturell verankerten Arbeitsverständnis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie den Vergleich von theoretischen Konzepten mit den praktischen Grundsätzen eines spezifischen Arbeitsfeldes (Familienzentrum).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die historische Einordnung der Frauenhausbewegung, die Darstellung eines persönlichen Arbeitskontexts und den Vergleich dieser Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Frauenhausbewegung, häusliche Gewalt, Soziale Arbeit, Professionalisierung und Gewaltprävention beschreiben.
Wie hat sich die Arbeit der Frauenhäuser durch das Gewaltschutzgesetz verändert?
Das Gesetz von 2002 ermöglichte Frauen, den Täter des Hauses zu verweisen, was dazu führte, dass die stationäre Auslastung der Frauenhäuser sank und der Fokus stärker auf ambulante Beratung rückte.
Was ist laut der Autorin ein wesentlicher Unterschied zwischen Frauenhäusern und dem Familienzentrum?
Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass Frauenhäuser einen klaren politischen Auftrag zur Veröffentlichung von Frauengewalt haben, während das Familienzentrum weniger politisch agiert und keine stationären Kapazitäten zur Unterbringung bietet.
- Arbeit zitieren
- Pia Helm (Autor:in), 2018, Von der Neuen Frauenbewegung über die Frauenhausbewegung zur Prävention gegen häusliche Gewalt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/491228