Der Begriff Motivation wird im alltäglichen Sprachgebrauch sehr häufig verwendet. Nahezu jeder kann sich etwas unter diesem Begriff vorstellen. Diese Vorstellungen sind allerdings oft sehr vage und es ist nicht leicht, den Begriff richtig zu definieren. Gerade in Bezug auf die Schule und in diesem Fall den Fremdsprachenunterricht spielt Motivation jedoch eine große Rolle, was es nötig macht, genau darüber Bescheid zu wissen. Aus diesem Grund möchte ich die vorliegende Arbeit mit einer kurzen Definition des Begriffes beginnen. Weiterhin werde ich darstellen, warum die Motivation der Schüler für den Unterricht so bedeutsam ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich den Begriff Motivation in einzelne Faktoren gliedern, was allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da das sicher den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte. Es werden vor allem die Faktoren dargestellt, die sich auf den Lehrer und die Unterrichtsumgebung beziehen. Folglich hat der Lehrer, soweit er die Bedeutung des jeweiligen Faktors in Bezug auf die Demotivierung eines Kindes erkannt hat, die Möglichkeit, an diesem etwas zu ändern und somit günstig auf den Lernerfolg des Schülers einzuwirken. Somit kann diese Arbeit als Anstoß dienen, die Bandbreite der Motivation eines Schülers zu überblicken und damit nach den Ursachen einer eventuellen Lernschwäche zu forschen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Motivation
3.) Die Bedeutung der Motivation für den Unterricht
3.1) Die Unterrichts- bzw. Lernsituation, Lehr- und Lernmaterialien
3.2) Die Lerngruppe
3.3) Der Lehrer
3.4) Motive und Zielsetzungen des Lerners
3.5) Einstellungen des Lerners
4.) Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Motivation im Fremdsprachenunterricht und analysiert verschiedene Einflussfaktoren auf den Lernerfolg. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle des Lehrers sowie der Gestaltung der Lernumgebung, um Ansätze zur Förderung der Schülermotivation und zur Identifikation von Lernschwächen aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen des Motivationsbegriffs
- Einfluss der Unterrichtssituation und Lehrmaterialien
- Die Rolle der Lerngruppe und des sozialen Klassenklimas
- Lehrerverhalten und motivationsfördernde Strategien
- Individuelle Motive, Zielsetzungen und Einstellungen der Lernenden
Auszug aus dem Buch
3.3) DER LEHRER
Der Lehrer wird häufig als der wesentlichste Motivationsfaktor angesehen. Er sollte für die Schüler ein Vorbild darstellen. Sobald Schüler merken, dass der Lehrer selbst nicht motiviert ist und keinen Spaß am Unterricht hat, wird auch ihre Motivation darunter leiden (vgl. Kirchner 2004, S. 28). „So darf man nicht müde werden, den Schülerinnen und Schülern immer wieder zu zeigen, daß man selbst zu diesem Fach Lust hat.“ (Reisener 1989, S. 10)
Der Lehrer hat im Lernprozess eher die Rolle eines Mediators, was bedeutet, dass er den Lernprozess nicht direkt steuern sollte, sondern ihn durch geeignete Maßnahmen unterstützt und anregt (vgl. Kleppin 2004, S. 11). Dörnyei (1998, S. 131) empfiehlt in zehn Punkten, wie sich ein Lehrer im Fremdsprachenunterricht verhalten solle, um seine Schüler zu motivieren. Diese Punkte nennt er „10 commandments“:
1. Set a personal example with your own behaviour.
2. Create a pleasant, relaxed atmosphere in the classroom.
3. Present the tasks properly.
4. Develop a good relationship with the learners.
5. Increase the learner's linguistic self-confidence.
6. Make the language classes interesting.
7. Promote learner autonomy.
8. Personalise the learning process.
9. Increase the learners' goal-orientedness.
10. Familiarise learners with the target language culture.
Abschließend fügt er noch einen Extra-Punkt hinzu: Create a cohesive learner group.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Motivation beim Fremdsprachenlernen ein und skizziert das Ziel der Arbeit, verschiedene Faktoren der Motivation bei Schülern darzustellen.
2.) Motivation: Dieses Kapitel definiert Motivation als ein komplexes, hypothetisches Konstrukt und differenziert zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation.
3.) Die Bedeutung der Motivation für den Unterricht: Hier werden die Gründe für die Wichtigkeit motivierender Strategien erläutert, insbesondere für lernschwache Schüler.
3.1) Die Unterrichts- bzw. Lernsituation, Lehr- und Lernmaterialien: Es wird dargelegt, dass es kein universelles Rezept für eine motivierende Unterrichtssituation gibt und methodische Variationen sowie individuelle Bedürfnisse entscheidend sind.
3.2) Die Lerngruppe: Das Kapitel behandelt den Einfluss des Klassenklimas und kooperativer Arbeitsformen auf das Selbstvertrauen und die Motivation der Einzelnen.
3.3) Der Lehrer: Dieser Abschnitt beleuchtet den Lehrer als wesentlichen Motivationsfaktor und Mediator, der durch sein Vorbild und gezielte Maßnahmen den Lernprozess anregt.
3.4) Motive und Zielsetzungen des Lerners: Hier wird die Bedeutung von persönlichen Wertedispositionen und das Setzen von realistischen Nahzielen durch den Lerner diskutiert.
3.5) Einstellungen des Lerners: Das Kapitel untersucht, wie Einstellungen zur Fremdsprache und zur Kultur sowie soziokulturelle Integration den Lernerfolg beeinflussen.
4.) Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Lehrer durch Selbstreflexion und individuelle Beobachtung einen maßgeblichen Einfluss auf die Motivation ihrer Schüler ausüben können.
Schlüsselwörter
Motivation, Fremdsprachenunterricht, Lernerfolg, Lernmotivation, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Unterrichtsgestaltung, Lehrerrolle, Lerngruppe, Lernschwäche, Zielsetzung, Lernberatung, Klassenklima, Motivationsstrategien, individuelle Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Motivation beim Erlernen von Fremdsprachen und untersucht, wie verschiedene interne und externe Faktoren den Lernerfolg beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Ausprägungen von Motivation, die Bedeutung des Lehrerverhaltens, die Gruppendynamik im Klassenraum sowie die individuellen Einstellungen und Zielsetzungen der Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Bandbreite der Motivationsfaktoren zu schaffen, um Lehrern dabei zu helfen, Ursachen für Lernschwächen zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen positiv auf den Lernerfolg einzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung fachdidaktischer Literatur sowie der Reflexion methodischer Ansätze aus der Sprachlehrforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Einflussfaktoren wie Unterrichtsmaterialien, Sozialformen in der Klasse, die Rolle des Lehrers als Mediator sowie die Bedeutung persönlicher Motive und Einstellungen der Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Motivation, Lernerfolg, Fremdsprachenunterricht, Lehrerrolle, Klassenklima und individuelle Lernförderung.
Warum gibt es kein universelles „Rezept“ für Motivation?
Laut der Arbeit ist jeder Schüler ein Individuum mit subjektiven Bedürfnissen; daher wirken dieselben Methoden bei unterschiedlichen Schülern verschieden und verlieren bei häufiger Wiederholung ihre motivierende Wirkung.
Welche Rolle spielt der Lehrer gemäß der „10 commandments“ von Dörnyei?
Der Lehrer fungiert als Vorbild und Mediator, der eine entspannte Atmosphäre schafft, Schüler zur Autonomie ermutigt und den Lernprozess durch eine gute Beziehung sowie zielorientierte Aufgaben personalisiert.
- Arbeit zitieren
- Maike Wörsching (Autor:in), 2005, Die Bedeutung der Motivation für das Fremdsprachenlernen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/49118