Das Ziel dieser Arbeit soll die Beantwortung der Frage sein, wie der Artist Banksy auf die Kommerzialisierung der Street-Art-Szene durch die Werbeindustrie reagiert. Dazu soll zunächst die Kunstform der Street Art näher vorgestellt und vom Graffiti abgegrenzt werden. Anschließend soll die Kommerzialisierung von Street Art durch die Werbeindustrie thematisiert werden. Dabei werden die Gründe und Möglichkeiten der Instrumentalisierung dieser Szene erläutert und wie diese darauf reagiert. Daran schließt eine Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Werbung und Street Art an. Abschließend soll im letzten Kapitel der der bekannte Street-Art-Künstler Banksy und sein Umgang mit dieser Kommerzialisierung erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Street Art
2.1. Was ist Street Art?
2.2. Vom Graffiti zur Street Art – Geschichtlicher Einblick
2.3. Was ist Graffiti?
2.4. Differenzierung von Street Art und Graffiti
2.4.1. Gemeinsamkeiten
2.4.2. Unterschiede
2.5. Variationen der Street Art
2.6. Street Art als illegale Kunst
2.7. Wer ist Schöpfer und wer Betrachter von Street Art?
2.8. Die Intention von Street Art
3. Kommerzialisierung von Street Art durch die Werbeindustrie
3.1. Warum wird Street Art von der Werbeindustrie genutzt?
3.2. Wie wird Street Art von der Werbeindustrie genutzt?
3.3. Die Reaktionen der Street-Art-Szene auf die Kommerzialisierung durch die Werbeindustrie
3.4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Werbung und Street Art
4. Die Reaktion Banksy‘s auf die Kommerzialisierung der Street Art Szene durch die Werbeindustrie
4.1. Banksy‘s Laufbahn als Street-Artist
4.2. Die Reaktion Banksy’s auf die steigende Kommerzialisierung der Street Art Szene
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Reaktion des Künstlers Banksy auf die zunehmende Kommerzialisierung der Street-Art-Szene durch die Werbeindustrie zu analysieren und kritisch zu hinterfragen. Dabei soll untersucht werden, wie Banksy einerseits als antikapitalistischer Akteur auftritt, andererseits aber selbst Aspekte der Vermarktung nutzt.
- Historische Entwicklung von Graffiti zur Street Art
- Methoden und Techniken der Street Art
- Strategien der Werbeindustrie zur Instrumentalisierung von Street Art
- Die Position von Banksy im Spannungsfeld zwischen Street-Credibility und Kommerz
Auszug aus dem Buch
2.4. Differenzierung von Street Art und Graffiti
Im Folgenden soll kurz erläutert werden, was Street Art und Graffiti genau gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden. Dies ist für den folgenden Verlauf dieser Arbeit deshalb relevant, da insbesondere die unterschiedliche Intention und Ausführung der beiden Kunstformen darüber entscheidet, weshalb hauptsächlich die Werke von Street-Art-KünstlerInnen für Werbezwecke kommerzialisiert werden.
Neben der Tatsache, dass Street Art aus der Graffiti-Szene entstanden ist (siehe Kapitel 2.2), stehen beide Ausprägungen in einer „Wechselbeziehung mit den Objekten und Gebäuden einer Stadt, mit ihren kommerziellen Bildern und dem klassischen Kunstkanon“ (Wacławek 2012, S. 12). Die KünstlerInnen von Street Art und Graffiti haben beide die Inspiration, mit Hilfe der Sprühdose die Straßen des urbanen Raumes in eine offene und für alle zugängliche Galerie umzuwandeln. Dabei suchen sie den idealen Ort für ein Bild (vgl. Stahl 2012, S. 19). Außerdem sind beide Formen urbaner Kunst illegal, sodass die Artists häufig anonym agieren.
Ein großer Unterschied von Street Art und Graffiti besteht in ihrer Funktion und Bedeutung: Graffitis schaffen Selbstbestätigung innerhalb eines Netzwerks von Eingeweihten, indem der/die Kunstschaffende sein/ihr Können präsentiert. Dabei möchte er/sie seine/n (virtuellen) Namen der Öffentlichkeit vorstellen und versucht deshalb, ihn an möglichst vielen und gefährlichen Orten zu verbreiten. Street Art kann dahingegen, obwohl auch sie den Artist repräsentiert, eine Vielzahl von Ideen satirisch, politisch, figurativ, gesellschaftskritisch, komisch und direkt zu allen Menschen kommunizieren, ohne dass dabei der Name des Artists im Vordergrund steht (vgl. Stahl 2012, S. 19). Des Weiteren sind die meisten Street Art Werke für Passanten verständlich und nicht störend, während Graffiti-Kunst auf die meisten Laien befremdlich wirkt und somit von vielen als Verschandelung des Stadtbildes angesehen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Forschungsziel, die Rolle von Banksy in Bezug auf die Kommerzialisierung zu untersuchen, und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Street Art: Bietet einen Überblick über die Kunstform, ihre Entstehungsgeschichte aus dem Graffiti, die Vielfalt der Techniken sowie die soziokulturellen Hintergründe und Intentionen.
3. Kommerzialisierung von Street Art durch die Werbeindustrie: Analysiert, warum und wie Unternehmen Street Art zu Marketingzwecken nutzen, und beleuchtet die Gegenstrategien der Szene sowie Parallelen zwischen beiden Feldern.
4. Die Reaktion Banksy‘s auf die Kommerzialisierung der Street Art Szene durch die Werbeindustrie: Zeichnet Banksys Karriere nach und untersucht kritisch sein Spannungsfeld zwischen aktivistischem Widerstand und der unfreiwilligen sowie teils bewussten Vereinnahmung durch den Kommerz.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Banksys idealistische Einstellung im Widerspruch zu seiner Marktkonsolidierung steht, wodurch eine eindeutige Beurteilung seiner Person schwierig bleibt.
Schlüsselwörter
Street Art, Graffiti, Kommerzialisierung, Banksy, Werbeindustrie, Guerilla-Marketing, Subkultur, Urban Art, Konsumkritik, Sell-Out, Street-Credibility, Kapitalismus, Kunstmarkt, Anti-Werbung, Öffentlicher Raum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der ursprünglich antikommerziellen Street-Art-Szene und deren zunehmender Instrumentalisierung durch die Werbeindustrie am Beispiel des Künstlers Banksy.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von Street Art zu Graffiti, die verschiedenen Marketingstrategien von Unternehmen im urbanen Raum sowie die ambivalente Rolle von Banksy als kommerziell erfolgreicher Street-Artist.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie der Artist Banksy auf die Kommerzialisierung der Street-Art-Szene durch die Werbeindustrie reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Fallbeispielen und künstlerischen Interventionen, um die Entwicklungen und Reaktionen innerhalb der Street-Art-Szene zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung zur Street Art, die Analyse von Werbestrategien in der Szene, den Vergleich von Werbung und Street Art sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Banksys Werdegang und dessen Umgang mit kommerziellem Erfolg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Street Art, Kommerzialisierung, Banksy, Werbeindustrie, Konsumkritik, Street-Credibility und Urban Art.
Wie definiert Banksy seine Position gegenüber kommerziellen Angeboten?
Banksy tritt öffentlich kritisch gegen die Kommerzialisierung auf und hat beispielsweise Anfragen von Firmen wie Nike abgelehnt, auch wenn sein tatsächlicher Umgang mit seiner eigenen Vermarktung kontrovers diskutiert wird.
Was ist das "Dismaland"-Projekt und warum ist es für die Arbeit relevant?
"Dismaland" war eine von Banksy kuratierte Ausstellung im Jahr 2015, die politische Themen aufgriff und lokale Wirtschaftseffekte generierte, was das Paradoxon zwischen seinem antikommerziellen Anspruch und der realen ökonomischen Wirkung unterstreicht.
- Quote paper
- Philipp Bickar (Author), 2019, Kommerzialisierung der Street-Art-Szene und die Reaktion des Künstlers Banksy, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/490475