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Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / BGB AT / Schuldrecht / Sachenrecht

Bürgerliches Recht. Die Abstraktheit der Vollmacht

Titel: Bürgerliches Recht. Die Abstraktheit der Vollmacht

Studienarbeit , 2019 , 35 Seiten , Note: 12.00

Autor:in: Theodor Lammich (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / BGB AT / Schuldrecht / Sachenrecht

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist jemand nicht in der Lage oder willens, bestimmte Rechtsgeschäfte in eigener Person auszuführen, so bietet das bürgerliche Recht mit den Regelungen der §§ 164 ff. BGB ihm die Möglichkeit, sich hierin vertreten zu lassen. Die besondere, allgegenwärtige Bedeutung schöpft das Stellvertretungsrecht aus tatsächlichen und rechtlichen Umständen wie der arbeitsteiligen Betriebsorganisation, dem Unvermögen durch Krankheit oder der Rechtsverkehrsteilnahme von juristischen Personen. Umso wichtiger ist es für die Jurisprudenz, die Dogmatik des Stellvertretungsrechts in der Strenge zu durchleuchten, wie sie auch Einfluss im Alltag ausübt.

Die vorliegende Arbeit nimmt sich vor diesem Hintergrund vor, die Abstraktheit der Vollmacht kritisch zu untersuchen. Nach diesem in der Literatur weitestgehend akzeptierten Grundsatz ist die Vollmacht, also gemäß § 166 Abs. 2 BGB die durch Rechtsgeschäft erteilte Vertretungsmacht, vom Grundgeschäft abstrakt. Grundgeschäft und Vollmacht haben demnach einen jeweils eigenen Entstehungsgrund, Mängel des Grundgeschäfts lassen die Bevollmächtigung unberührt und auch die schuldvertragliche Pflichtenbindung des Stellvertreters soll nicht unmittelbar auf den Umfang der Vertretungsmacht durchschlagen.

Damit der Grundsatz der Abstraktion im Nachgang begrifflich klar und vielseitig beleuchtet werden kann, erfolgt zunächst eine Orientierung im einfach-bürgerlichen Stellvertretungsrecht. Hierbei wird zugleich das in diesem enthaltene untersuchungsgegenständliche Gebiet konturiert. Danach soll die rechtshistorische Entwicklung, zunächst hin zur Trennung und anschließend hin zur Unabhängigkeit von Grundgeschäft und Vollmacht resümiert werden. Nach einer rechtsvergleichenden Betrachtung vertieft sich die Untersuchung sodann auf die Wirkungsweise und Bedeutung der Abstraktheit der Vollmacht im heutigen bürgerlichen Recht.

Leseprobe


Gliederung

Einleitung

A. Gegenstandsbezogene Orientierung innerhalb des Stellvertretungsrechts

I. Das Grundverhältnis

II. Die Bevollmächtigung

III. Das Vertretergeschäft

IV. Zwischenergebnis

B. Die Herleitung des Abstraktionsgrundsatzes

I. Das geschriebene Recht

4. Zwischenergebnis

II. Rechtshistorische Entwicklung

5. Zwischenergebnis

C. Rechtsvergleichende Betrachtung

D. Die Abstraktheit der Vollmacht im heutigen Bürgerlichen Recht

I. Die Funktion der Abstraktheit der Vollmacht

7. Zwischenergebnis

II. Auffassungen wider die Abstraktheit der Vollmacht

III. Stellungnahme zum Streit um die Abstraktheit der Vollmacht

IV. Parallelen zum sukzessionsrechtlichen Abstraktionsgrundsatz

V. Die Abstraktheit der nicht nach außen kundgetanen Innenvollmacht

VI. Durchbrechungen des stellvertretungsrechtlichen Abstraktionsgrundsatzes

6. Zwischenergebnis

E. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Grundsatz der Abstraktheit der Vollmacht im deutschen Zivilrecht, um dessen dogmatische Begründung, seine rechtshistorische Entwicklung sowie seine Wirkungsweise unter Berücksichtigung von Gegenauffassungen und Durchbrechungsmöglichkeiten zu beleuchten.

  • Dogmatische Einordnung des Abstraktionsprinzips im Stellvertretungsrecht
  • Rechtshistorische Genese der Trennung von Grundgeschäft und Vollmacht
  • Verkehrsschutz als primäre Funktion der Abstraktheit
  • Analyse möglicher Durchbrechungen durch Bedingungszusammenhang und Geschäftseinheit

Auszug aus dem Buch

Die Funktion der Abstraktheit der Vollmacht

Als Geltungsgründe werden Schutzzwecke zugunsten verschiedenster Beteiligter angeführt.

1. Mit am häufigsten argumentiert wird mit dem stellvertretungsrechtlichen Abstraktionsgrundsatz als Schutzprinzip für den Rechtsverkehr. Damit das Vertretergeschäft mit Wirkung für und gegen den Geschäftsherrn geschieht, muss der Stellvertreter im Rahmen seiner Vertretungsmacht handeln, § 164 Abs. 1 BGB. Nach dem Abstraktionsgrundsatz ist diese Vertretungsmacht auch bei einem mangelbehafteten Grundverhältnis beständig. Er könne also auf das wirksame Vertretergeschäft vertrauen, ohne sich Gedanken über das Grundverhältnis machen zu müssen. Dieses unterscheide sich auch entscheidend von der Vollmacht darin, dass sich sein Umfang in der Regel nicht auch durch eine Urkunde oder gar dem Gesetz selbst ergibt.

2. Aus demselben Umstand ergebe sich auch eine Förderung der Rechtssicherheit. Denn würden sich Mängel im Grundverhältnis auch auf die Wirkung nach § 164 Abs. 1 BGB auswirken, wie es bei der Bevollmächtigung der Fall ist, würde die Suche nach Rechtsklarheit über eine weitere, möglicherweise komplexe Rechtsbeziehung verlaufen.

3. Folge der Abstraktheit sei auch die Leichtigkeit des Rechtsverkehrs. Diese ist in modernen Rechtssystemen, die das eigenständige Handeln der Bürger zu fördern versuchen, prinzipiell erstrebenswert. Eine Leichtigkeit des Rechtsverkehrs ist gewährleistet, soweit rechtsgeschäftliche Erfolge ohne weitergehenden zeitlichen oder sonstigen Aufwand erreicht werden. Genauso entfallen vorliegend für den Dritten etwaige zeitintensive und aufwändige Kontrollen des schwer einsehbaren Grundverhältnisses und lassen den Erfolg des Vertretergeschäfts zeitig eintreten.

4. Anknüpfend an die genannten Kontrollen durch den Dritten stellt LÜDERITZ einen weiteren Mehrwert fest: Indem sie nicht vorgenommen werden, bleiben der Stellvertreter und der Geschäftsherr in ihrer womöglich privaten Sphäre ungestört.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Stellvertretung dar und führt in die zentrale Problemstellung der Abstraktheit der Vollmacht ein.

A. Gegenstandsbezogene Orientierung innerhalb des Stellvertretungsrechts: Dieses Kapitel differenziert zwischen direkter und mittelbarer Stellvertretung und skizziert die drei rechtsgeschäftlichen Beziehungen: Grundverhältnis, Bevollmächtigung und Vertretergeschäft.

B. Die Herleitung des Abstraktionsgrundsatzes: Es wird untersucht, ob sich der Grundsatz aus dem Gesetz ergibt und wie die rechtshistorische Entwicklung von der Mandatstheorie hin zur Unabhängigkeit verlief.

C. Rechtsvergleichende Betrachtung: Hier wird aufgezeigt, dass die Trennung von Grundgeschäft und Vollmacht in vielen modernen Rechtsordnungen verbreitet ist.

D. Die Abstraktheit der Vollmacht im heutigen Bürgerlichen Recht: Dieses Hauptkapitel analysiert die Funktionen der Abstraktheit, setzt sich mit Gegenpositionen auseinander und untersucht potenzielle Durchbrechungen durch Bedingung oder Geschäftseinheit.

E. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass der Abstraktionsgrundsatz ein grundlegender Bestandteil der Stellvertretungsdogmatik ist, der trotz punktueller Durchbrechungen seine Gültigkeit behält.

Schlüsselwörter

Stellvertretung, Vollmacht, Abstraktionsgrundsatz, Grundgeschäft, Bevollmächtigung, Verkehrsschutz, Rechtssicherheit, Rechtsverkehr, Mandatstheorie, Innenvollmacht, Außenvollmacht, Fehleridentität, Geschäftseinheit, Bedingungszusammenhang, Stellvertretungsdogmatik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der juristischen Dogmatik der Stellvertretung im deutschen Bürgerlichen Recht, insbesondere mit dem Prinzip, dass die Vollmacht abstrakt vom zugrunde liegenden schuldrechtlichen Vertrag (dem Grundgeschäft) ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Herleitung und Legitimation der Abstraktheit der Vollmacht, ihre historische Entwicklung, ihre Funktion für den Rechtsverkehr sowie ihre Grenzen durch mögliche Durchbrechungen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die kritische Untersuchung des Abstraktionsgrundsatzes, um zu klären, ob er als geltende Handhabe im modernen Stellvertretungsrecht Bestand hat und wie er sich gegenüber Gegenargumenten sowie in der Praxis der Rechtsanwendung bewährt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsdogmatische und rechtshistorische Untersuchung, die auf einer Auswertung von Gesetzesnormen, juristischer Fachliteratur und der höchstrichterlichen Rechtsprechung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionen der Abstraktheit (z.B. Verkehrsschutz), erörtert Auffassungen, die die Abstraktheit verneinen, und prüft detailliert, ob und inwieweit Mechanismen wie der Bedingungszusammenhang oder die Geschäftseinheit den Grundsatz durchbrechen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Stellvertretung, Vollmacht, Abstraktionsgrundsatz, Grundgeschäft, Verkehrsschutz und Dogmatik.

Warum wird der Verkehrsschutz als so zentral für die Abstraktheit der Vollmacht angesehen?

Der Verkehrsschutz ist zentral, weil er sicherstellt, dass Dritte, die mit einem Vertreter kontrahieren, sich auf das Bestehen der Vertretungsmacht verlassen können, ohne aufwendig das oft schwer einsehbare Innenverhältnis (das Grundgeschäft) zwischen Vertreter und Geschäftsherrn prüfen zu müssen.

Inwiefern kann ein Bedingungszusammenhang die Abstraktheit der Vollmacht durchbrechen?

Wenn die Wirkung der Bevollmächtigung durch eine Bedingung von der Wirksamkeit des Grundgeschäfts abhängig gemacht wird, verliert die Vollmacht ihre Unabhängigkeit; die Arbeit kommt jedoch zu dem Schluss, dass dies nur unter engen Voraussetzungen zulässig ist.

Stellt die "Fehleridentität" eine echte Durchbrechung des Abstraktionsgrundsatzes dar?

Nein, die Arbeit verneint dies. Bei der Fehleridentität wirken sich Mängel zwar auf beide Geschäfte aus, aber die rechtliche Betrachtung der Wirksamkeit erfolgt weiterhin unabhängig voneinander, weshalb sie keine Durchbrechung darstellt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bürgerliches Recht. Die Abstraktheit der Vollmacht
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für deutsches und ausländisches Zivilprozessrecht)
Veranstaltung
Seminar zum Bürgerlichen Recht
Note
12.00
Autor
Theodor Lammich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
35
Katalognummer
V490037
ISBN (eBook)
9783668973091
ISBN (Buch)
9783668973107
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vollmacht Abstraktionsprinzip Stellvertretung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theodor Lammich (Autor:in), 2019, Bürgerliches Recht. Die Abstraktheit der Vollmacht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/490037
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