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Erkenntnis = Wahrnehmung?

Interpretation des Verhältnisses von Epistéme (Erkenntnis) zu Aísthesis (Wahrnehmung) auf Basis von Platons Dialog "Theaitetos" (151 d – 187 b)

Title: Erkenntnis = Wahrnehmung?

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Zuber (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

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„Was ist Erkenntnis?“ Wegen dieser Frage in die Aporie, in die Weglosigkeit geraten, sieht Sokrates in dieser Situation die beste und erste Voraussetzung, Philosophie zu betreiben, um zur Erkenntnis zu gelangen, wie die Erkenntnis an sich zu definieren ist.

Der Weg der Untersuchung darüber, was Erkenntnis ist, beschreibt den Inhalt von Platons Dialog „Theaitetos“. Eben dieser Theaitetos, ein junger Mathematikstudent, den Sokrates von seinem Freund Theodoros vorgestellt bekommt, soll Sokrates bei der Suche unterstützen. Beim Prozess der Untersuchung sieht Sokrates seine eigene Aufgabe gleich derer einer Hebamme. Er diskutiert und philosophiert nicht mit Theaitetos, vielmehr leitet er ihn durch gezieltes und geschicktes Nachfragen auf den vernünftigen Weg. Wie eine Hebamme bei der Geburt eines Kindes unterstützt, so unterstützt Sokrates Theaitetos auf diese Weise dabei, eine brauchbare und nützliche Antwort auf die Frage, was Erkenntnis (epistéme) ist, (im übertragenen Sinn) auf die Welt zu bringen.

Diese Hausarbeit behandelt Theaitetos ersten Antwortversuch: „Erkenntnis (epistéme) [ist] nichts anderes als Wahrnehmung (aísthesis)“ (Platon 152 e) und beschreibt die Prüfung dieser These mit dem Ziel, das Verhältnis von Wahrnehmung zu Erkenntnis, von aísthesis zu epistéme, zu untersuchen. Dafür wird im Folgenden dargelegt, wie Sokrates Theaitetos durch seine Hebammenkunst die Schwächen und Mängel seiner Antwort aufzeigt, und Theaitetos so schließlich dazu gezwungen ist, seine Definition zu verwerfen und zu gestehen, dass Erkenntnis und Wahrnehmung nicht ein und dasselbe sind. Darauf aufbauend schließt sich letztlich die Interpretation an, wie das Verhältnis von Wahrnehmung und Erkenntnis beschaffen ist. Da Sokrates Theaitetos Antwort mit der Formel des Protagoras „Homo Mensura“, die auf der heraklitischen Flusslehre basiert, in Verbindung bringt, sei vorab eine kurze Einführung in beide Theorien gegeben, um die daran anschließende Erörterung über Sokrates Weg hin zur Widerlegung des Versuchs des Theaitetos, Erkenntnis mit Wahrnehmung zu identifizieren, nachvollziehen zu können. Dies geschieht auf Basis von Sokrates Aussagen in Platons Dialog „Theaitetos“, mithilfe Jörg Hardys „Platons Theorie des Wissens im „Theaitet“ (Hardy, 2001) und anhand Gustav Seecks „Platons Theaitetos: Ein kritischer Kommentar“ (Seeck, 2010).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Homo Mensura” – Formel

3. Die heraklitische Flußlehre

4. „Erkenntnis = Wahrnehmung“?

4.1 Vorwürfe der Inkonsequenz und der Widersprüchlichkeit an Protagoras „Homo-Mensura-Formel“

4.2 Verteidigungsrede für Protagoras

4.3 Aufdecken der Widersprüchlichkeit der „Homo-Mensura-Formel“

4.4 Zwischenrede des Sokrates: Die Berufung der Philosophen – Sokrates Verständnis von „Wahrer Erkenntnis“

4.5 Problematik der Gültigkeit der „Homo-Mensura-Formel“ für Zukünftiges

4.6 Endgültige Widerlegung der „Homo-Mensura-Formel“: Aufdecken der Widersprüchlichkeit deren Basis, der Flußtheorie

4.7 Endgültige Widerlegung Theaitetos These „Erkenntnis = Wahrnehmung“

5. Fazit: Das Verhältnis von Wahrnehmung zu Erkenntnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das erkenntnistheoretische Verhältnis von Wahrnehmung (aísthesis) zu Erkenntnis (epistéme) anhand von Platons Dialog "Theaitetos", um die Haltbarkeit der These zu prüfen, dass Erkenntnis mit Wahrnehmung gleichzusetzen sei.

  • Analyse der "Homo Mensura"-Formel des Protagoras
  • Untersuchung der heraklitischen Flusslehre
  • Darstellung der sokratischen Widerlegung der Identität von Wissen und Wahrnehmung
  • Differenzierung zwischen bloßer Sinneswahrnehmung und dem urteilenden Denken der Seele

Auszug aus dem Buch

Die „Homo Mensura” – Formel

„Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind“ (Platon 152 a). Mit diesem Satz des Protagoras bringt Sokrates Theaitetos erste Antwort auf der Suche nach der Definition von Erkenntnis „Erkenntnis [ist] nichts anderes als Wahrnehmung“ (ebd. 151 e) in Verbindung.

Die Verbindung des Homo-Mensura-Satzes von Protagoras mit der Erkenntnis-Definition von Theaitetos schafft Sokrates über das Bindeglied der Erscheinung. Sokrates paraphrasiert Protagoras Formel. Protagoras habe, indem er den Mensch als das Maß aller Dinge bezeichnet, eigentlich gemeint: „Wie ein jedes Ding mir erscheint, ein solches ist es auch mir, und wie es dir erscheint, ein solches ist es wiederum dir.“ (ebd. 152 a). Und für Sokrates ist „dieses „Erscheint“ (…) aber eben das Wahrnehmen“ (ebd. 152 b). (vgl. ebd. 151 e – 152 b).

Der Formel nach sind für einen jeden Menschen die Dinge wirklich so beschaffen, wie dieser sie wahrnimmt. So kann A den wehenden Wind bspw. als kalt, B hingegen als warm wahrnehmen bzw. empfinden. Welche Eigenschaften dem Wind zugesprochen werden, hängt von dem Zustand der wahrnehmenden Person ab. Ist nun aber von demselben Wind die Rede, so stellt sich die berechtigte Frage, ob sich die dem Wind zugesprochenen, unterschiedlichen Eigenschaften überhaupt auf ein und denselben Gegenstand beziehen können? Gemäß dem Satz des Protagoras ist der Wind nicht an und für sich entweder kalt oder warm zu nennen, vielmehr ist der Wind für eine bestimmte Person so beschaffen, wie er oder sie diesen im Augenblick wahrnimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung, ob Erkenntnis mit Wahrnehmung identisch ist, sowie Vorstellung der methodischen Vorgehensweise anhand von Platons Theaitetos.

2. Die „Homo Mensura” – Formel: Analyse von Protagoras' Postulat des Menschen als Maß aller Dinge und dessen Verknüpfung mit der Erkenntnisdefinition.

3. Die heraklitische Flußlehre: Darstellung der Lehre vom permanenten Werden als notwendige ontologische Basis für die protagoreische Wissensauffassung.

4. „Erkenntnis = Wahrnehmung“?: Kritische Auseinandersetzung mit der These durch Widerlegung von Protagoras und Heraklit sowie Klärung des Begriffs der wahren Erkenntnis.

5. Fazit: Das Verhältnis von Wahrnehmung zu Erkenntnis: Zusammenfassende Interpretation, dass Wahrnehmung zwar keine Erkenntnis ist, jedoch eine notwendige Voraussetzung für deren Erreichen darstellt.

Schlüsselwörter

Erkenntnistheorie, Platon, Theaitetos, Wahrnehmung, Erkenntnis, Epistéme, Aísthesis, Protagoras, Homo Mensura, Heraklit, Flusslehre, Sokrates, Urteilsvermögen, Philosophie, Wahrheitssuche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung nach der Natur der Erkenntnis und prüft kritisch, ob diese mit Sinneswahrnehmung gleichgesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die "Homo Mensura"-Formel des Protagoras, die heraklitische Flusslehre sowie die Unterscheidung zwischen bloßer Wahrnehmung und rationalem Urteilen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Widerlegung der Theaitetos-These, dass Erkenntnis lediglich Wahrnehmung sei, um zu bestimmen, wie das Verhältnis beider Komponenten zueinander tatsächlich beschaffen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und Interpretation auf Basis von Platons Dialog "Theaitetos" unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Protagoras-Formel, die Diskussion der Flusslehre, die sokratische Zwischenrede zur Berufung der Philosophen und die abschließende Analyse der Seele als Instanz des Urteilens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Epistéme (Erkenntnis), Aísthesis (Wahrnehmung), Homo Mensura, Flusslehre, Urteilsvermögen und Wahrheitssuche.

Warum spielt die Flusslehre für Protagoras eine so große Rolle?

Die Flusslehre liefert die ontologische Begründung dafür, dass keine festen Gegenstände existieren, wodurch jede Wahrnehmung als subjektiv und somit für den Wahrnehmenden als immer "wahr" gelten kann.

Was ist die Funktion der Seele nach Sokrates in diesem Dialog?

Die Seele ist die Instanz, die über die bloße Wahrnehmung hinausgeht, Gemeinsamkeiten zwischen Eindrücken identifiziert und durch vernünftiges Urteilen Erkenntnis ermöglicht.

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Details

Title
Erkenntnis = Wahrnehmung?
Subtitle
Interpretation des Verhältnisses von Epistéme (Erkenntnis) zu Aísthesis (Wahrnehmung) auf Basis von Platons Dialog "Theaitetos" (151 d – 187 b)
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Julia Zuber (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V489736
ISBN (eBook)
9783668970915
ISBN (Book)
9783668970922
Language
German
Tags
erkenntnis dialog platons basis aísthesis epistéme verhältnisses interpretation wahrnehmung theaitetos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Zuber (Author), 2015, Erkenntnis = Wahrnehmung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489736
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