In dieser Forschungsarbeit wird der Zusammenhang zwischen Medienkonsum und europäischer Identität betrachtet. Es wird vermutet, dass häufiger Medienkonsum das politische Wissen des Bürgers steigert, wodurch eine individuelle Identifikation mit Europa wahrscheinlicher wird. Diese erwartete Beziehung wird durch den „European Election Studies“ Datensatz aus dem Jahr 2014 gemessen. Die Analyseergebnisse der OLS-Regression bestätigen die Hypothesen, dass regelmäßiger Medienkonsum europäische Identität verstärkt und dabei Länderunterschiede auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Rolle von Medien für europäische Identität - Einleitung
2. Literaturüberblick - europäische Identität und Medienkonsum
3. Wie Medienkonsum die Ausbildung von europäischer Identität beeinflusst - Theorie und Hypothesen
4. Empirische Analyse des Zusammenhangs zwischen Medienkonsum und europäischer Identität
4.1 Daten
4.2 Operationalisierung
4.3 Auswertung der Statistischen Analyse
5. Inwieweit beeinflusst Medienkonsum die Ausprägung von individueller europäischer Identität? - Diskussion und Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht den Einfluss des Medienkonsums auf die individuelle Identifikation von Bürgern mit Europa. Dabei wird analysiert, ob und inwiefern der regelmäßige Konsum von Nachrichten über die Europäische Union das politische Wissen sowie die europäische Identität stärkt.
- Zusammenhang zwischen Mediennutzung und europäischer Identitätsbildung
- Einfluss von Informationsflüssen auf kognitive Identifikationsdimensionen
- Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Medienarten (Fernsehen, Zeitungen, Internet)
- Rolle von Kontrollvariablen wie Bildung und nationaler Identität
- Empirische Analyse auf Basis des European Election Studies (EES) Datensatzes 2014
Auszug aus dem Buch
3. Wie Medienkonsum die Ausbildung von europäischer Identität beeinflusst - Theorie und Hypothesen
Bevor mit der Ausarbeitung der Theorie fortgefahren wird, ist es notwendig den Begriff europäische Identität als Forschungsgegenstand genauer zu definieren. Hierzu verwende ich die Definition von Bergbauer (2018), welche auf der “Social Identity Theory” von Tajfel und Turner (1979) basiert: “individual identification with Europe is defined as citizens’ self-categorisation as European together with their evaluations of their membership in the European collective and their affective attachment to Europe and other Europeans”. Durch diese Definition wird deutlich, dass kognitive, affektive und evaluative Dimensionen dieses Konzept ausmachen.
Dies bedeutet aber nicht, dass alle drei Dimensionen für ein Gruppenmitglied jederzeit gleich bedeutsam sein müssen. Der kognitive Aspekt umfasst neben einer „in-group/out-group“ Kategorisierung den Prozess der Selbstkategorisierung, der die zwei folgenden Dimensionen begünstigen kann. Die affektive Dimension entsteht daraus, dass Gruppenmitglieder eine emotionale Bindung zu ihrer Gruppe aufbauen, welche den Loyalitätssinn und Pflichtbewusstsein gegenüber der Gruppe begünstigt. Zuletzt bezieht sich die evaluative Dimension auf die positiven oder negativen Werte, die das Individuum aus einer Gruppenmitgliedschaft zieht.
Zudem gestaltet es sich als essentiell den Begriff „europäisch“ exakter zu umschreiben. Hierbei soll er sowohl die geographische Komponente als auch den institutionellen Aspekt der Europäische Union abdecken. Außerdem kann zwischen europäischer Identifikation auf dem individuellen Level und auf dem kollektiven Level unterschieden werden. Für diese Forschungsarbeit ist lediglich die subjektive Identifikation mit Europa Untersuchungsgegenstand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Rolle von Medien für europäische Identität - Einleitung: Das Kapitel führt in die Relevanz einer gemeinsamen europäischen Identität ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Medien auf diese Identität.
2. Literaturüberblick - europäische Identität und Medienkonsum: Es wird der Forschungsstand zu sozialen Identitäten und der Rolle der Medien bei deren Vermittlung im europäischen Kontext aufgearbeitet.
3. Wie Medienkonsum die Ausbildung von europäischer Identität beeinflusst - Theorie und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden Hypothesen zum Zusammenhang von Medienkonsum und europäischer Identität formuliert sowie Kontrollvariablen definiert.
4. Empirische Analyse des Zusammenhangs zwischen Medienkonsum und europäischer Identität: Dieses Kapitel beschreibt die Datengrundlage, die Operationalisierung der Variablen und präsentiert die Ergebnisse der statistischen OLS-Regressionsanalyse.
5. Inwieweit beeinflusst Medienkonsum die Ausprägung von individueller europäischer Identität? - Diskussion und Konklusion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch reflektiert und in einen gesellschaftspolitischen Kontext gesetzt.
Schlüsselwörter
Europäische Identität, Medienkonsum, European Election Studies, Identitätsbildung, Politische Partizipation, OLS-Regression, Soziale Identität, Informationsbasierter Weg, Nationale Identität, EU-Integration, Kognitive Dimension, Politische Involvierung, Medienberichterstattung, Europäisierung, Politische Wirksamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Nutzung verschiedener Medien und die damit verbundene Informationsaufnahme über europäische Themen auf die individuelle Identifikation der Bürger mit Europa haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die Identitätsforschung, die Rolle von Medien als Informationsvehikel in der EU sowie die politische Sozialisation von Bürgern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwieweit beeinflusst Medienkonsum die Ausprägung von individueller europäischer Identität?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative empirische Analyse auf Basis einer OLS-Regression (Ordinary Least Squares) unter Verwendung des Datensatzes „European Election Studies“ aus dem Jahr 2014.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, in der Hypothesen aufgestellt werden, und eine empirische Analyse, welche diese Hypothesen anhand von Daten aus 28 EU-Mitgliedsstaaten überprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie europäische Identität, Medienkonsum, Identitätsbildung und EU-Integration geprägt.
Welche Rolle spielt die nationale Identität in der Analyse?
Nationale Identität wird als Kontrollvariable verwendet, um den spezifischen Effekt des Medienkonsums auf die europäische Identität isoliert betrachten zu können, wobei sich zeigt, dass beide Identitätsformen koexistieren können.
Warum spielt der Bildungsgrad eine Rolle in der Untersuchung?
Bildung wird als Kontrollvariable einbezogen, da sie die Fähigkeit eines Individuums erhöht, komplexe politische Prozesse der EU besser zu erfassen und zu verstehen.
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- Maren Weiß (Author), 2019, Der Einfluss von Medienkonsum auf individuelle Europäische Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489710