Heterogenität begegnet uns in vielen verschiedenen Bereichen des Alltags. Hierzu zählen beispielsweise Religion, Kultur, Sport und Schule, aber auch noch viele weitere. Diese Heterogenität lässt sich auch als Vielfalt oder Verschiedenheit bezeichnen und kann bereits in kleinsten Gruppen beobachtet werden. Wir haben uns im Rahmen unseres Seminars „Zum Umgang mit Heterogenität im Sportunterricht“ unter anderem mit unterschiedlichen Dimensionen von Heterogenität im Sportunterricht beschäftigt. Denn alleine hier können Unterschiede zum Beispiel bezüglich des Geschlechts, der Leistungsstände, zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen oder im Umgang mit Behinderungen unter den Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden.
Nachdem durch das Seminar eine gewisse Grundlage geschaffen wurde, sollte von jedem einzelnen Seminarteilnehmer eine Beobachtungsstudie über vier Unterrichtseinheiten an einer beliebigen Schule und in einer beliebigen Klassenstufe durchgeführt werden. Dazu sollte vorab eine Forschungsfrage zu einer der vier von uns behandelten Heterogenitätsdimensionen – Geschlecht, Leistung, Kultur/Ethnie oder Behinderung/Inklusion – formuliert, Untersuchungsschwerpunkte festgelegt und die Art und Weise des Festhaltens der Beobachtungen überlegt werden.
Ich entschied mich für die Heterogenitätsdimension Geschlecht und einen Schwerpunkt, der in jeder Klasse und bei jedem Thema zu beobachten ist – die geschlechtsspezifische Zusammensetzung von Gruppen innerhalb des Sportunterrichts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Untersuchungsdesign
2.1 Wahl der Forschungsfrage
2.2 Darstellung der Untersuchungs-/Beobachtungsschwerpunkte
2.3 Beobachtungsgruppe
2.4 Begründung der Untersuchungs-/Beobachtungsschwerpunkte
3. Ablauf der Unterrichtseinheiten
3.1 Erste Unterrichtseinheit (19.09.2016)
3.2 Zweite Unterrichtseinheit (20.09.2016)
3.3 Dritte Unterrichtseinheit (26.09.2016)
3.4 Vierte Unterrichtseinheit (27.09.2016)
4. Beobachtungsergebnisse
4.1 Geschlechtsspezifische Gruppenzusammensetzung
4.2 Sitzkreise
4.3 Räumliche Verteilung
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Gruppenzusammensetzung sowie die räumliche Verteilung von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht einer fünften Klasse. Ziel ist es, durch eine empirische Beobachtungsstudie zu analysieren, wie sich Mädchen und Jungen in koedukativen Lernsituationen verhalten und inwieweit dabei Aspekte der reflexiven Koedukation Anwendung finden.
- Heterogenitätsdimension Geschlecht im Sportunterricht
- Einfluss von Fremd- versus Selbstbestimmung auf die Gruppenzusammensetzung
- Beobachtung geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster bei Sportspielen
- Analyse der räumlichen Anordnung in Sitzkreisen und Spielphasen
- Diskussion über die Relevanz reflexiver Koedukation in der Grundschul- und Sekundarstufe
Auszug aus dem Buch
2.1 Wahl der Forschungsfrage
Da ich mich zuerst mit der Wahl einer Forschungsfrage auseinandergesetzt und erst später eine Schulklasse gesucht habe, kam eine Forschungsfrage, die ein bestimmtes Unterrichtsthema erfordert, für mich nicht in Frage (z.B. Beobachtungen von Mädchen und Jungen bei Sportarten, die typischerweise eher Mädchen oder Jungen zugeschrieben werden). Zudem wusste ich im Vorhinein auch nicht, ob eine Vielfalt von Kulturen in der Klasse vertreten oder Kinder mit Behinderungen in der Klasse sein würden. Deshalb entschied ich mich für die Heterogenitätsdimension Geschlecht und einen Schwerpunkt, der in jeder Klasse und bei jedem Thema zu beobachten ist – die geschlechtsspezifische Zusammensetzung von Gruppen innerhalb des Sportunterrichts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Heterogenität im Sportunterricht und Erläuterung der Motivation für die durchgeführte Beobachtungsstudie.
2. Untersuchungsdesign: Darlegung der Forschungsfrage, der Schwerpunkte, der Auswahl der Beobachtungsgruppe und theoretische Begründung der gewählten Aspekte.
3. Ablauf der Unterrichtseinheiten: Dokumentation der vier besuchten Sportstunden, inklusive der durchgeführten Spiele und Turnübungen.
4. Beobachtungsergebnisse: Präsentation und Auswertung der erhobenen Daten hinsichtlich Gruppenzusammensetzung, Sitzkreisen und der räumlichen Verteilung in der Halle.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse unter Einbeziehung der Forschungsliteratur sowie kritische Würdigung der Beobachtungsstudie.
Schlüsselwörter
Heterogenität, Sportunterricht, Geschlechterforschung, reflexive Koedukation, Gruppenzusammensetzung, Beobachtungsstudie, Sportspiele, Turnen, Sitzkreis, räumliche Verteilung, Koedukation, Inklusion, Sportdidaktik, Geschlechterstereotypen, Schülerverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Umgang mit Heterogenität im Sportunterricht, wobei der Fokus gezielt auf die Dimension "Geschlecht" und das soziale Miteinander von Mädchen und Jungen gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die geschlechtsspezifische Gruppendynamik, die räumliche Verteilung der Geschlechter in der Sporthalle sowie der Vergleich zwischen selbstgewählten und lehrerbestimmten Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie sich Mädchen und Jungen in koedukativen Sportstunden gruppieren und inwieweit geschlechtsspezifische Verhaltensmuster bei der Wahl von Mitspielern und der Raumnutzung auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Beobachtungsstudie über vier Unterrichtseinheiten hinweg, in der Skizzen zur räumlichen Anordnung und Notizen zum Verhalten der Schülerinnen und Schüler angefertigt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in das Untersuchungsdesign, die detaillierte Beschreibung der durchgeführten Unterrichtsstunden (Spiele und Turnen) sowie die strukturierte Analyse der gewonnenen Beobachtungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heterogenität, reflexive Koedukation, Gruppenzusammensetzung und Beobachtungsergebnisse im Sportunterricht geprägt.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Gruppeneinteilung?
Die Lehrkraft nutzt bei der Gruppenbildung Zufallsprinzipien, um geschlechtsheterogene Teams zu fördern, was von den Schülern akzeptiert wurde, obwohl diese bei freier Wahl homogene Gruppen bevorzugten.
Warum war die Beobachtung der "Kettenfangen"-Phase überraschend?
Der Autor stellt fest, dass Mädchen im Gegensatz zu den Jungen weniger Berührungsängste bei koedukativen Kettenbildungen zeigten, was den Erwartungen an geschlechtsspezifische Barrieren widersprach.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Geschlechtsspezifische Gruppenzusammensetzung im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489401