Die Grundsteuer ist neben der Einkommens- und Gewerbesteuer eine der wichtigsten Steuern in Deutschland.
Diese Hausarbeit soll die Hintergründe, die Entstehung und die Berechnung transparent und verständlich machen. Sie liefert einen Überblick über die gegenwärtige Rechtslage, analysiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 10. April 2018 und liefert eine Übersicht über die Vor- und Nachteile der Reformvorschläge anhand von Beispielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Aufkommen und Bedeutung der Grundsteuer
3. Die gegenwärtige Grundsteuerberechnung
4. Verfassungswidrigkeit des gegenwärtigen Grundsteuermodells
5. Reform
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe sowie die aktuelle Bedeutung und Berechnung der Grundsteuer in Deutschland. Ein zentraler Fokus liegt auf der Analyse der verfassungsrechtlichen Problematik des derzeitigen Modells sowie der kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Reformvorschlägen und deren potenziellen wirtschaftlichen Folgen für Eigentümer und Mieter.
- Historische Entwicklung der Grundsteuer seit der Antike
- Ökonomische Bedeutung der Grundsteuer als verlässliche kommunale Einnahmequelle
- Funktionsweise der aktuellen Grundsteuerberechnung (Einheitswert, Steuermesszahl, Hebesatz)
- Verfassungsrechtliche Kritik am aktuellen System (Urteil des Bundesverfassungsgerichts)
- Bewertung alternativer Reformmodelle (wertorientiert vs. flächenorientiert)
Auszug aus dem Buch
Die gegenwärtige Grundsteuerberechnung
Aktuell wird die Grundsteuer aus drei Faktoren berechnet, dem Einheitswert, der Steuermesszahl und dem Hebesatz.
Grundsteuerbetrag = Einheitswert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz
Grundsteuerbetrag = Grundsteuermessbetrag x Hebesatz
Der Einheitswert wird vom Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt ermittelt. Grundlage für die Ermittlung des Einheitswertes ist das Bewertungsgesetz (BewG). Die Einheitswerte beziehen sich auf die Hauptfeststellung der Einheitswerte vom 01.01.1964 für die „alten“ Bundesländer und vom 01.01.1935 für die „neuen“ Bundesländer. Eigentlich sollte die Neufeststellung der Einheitswerte alle sechs Jahre erfolgen. Dies ist jedoch wegen des hohen Aufwandes nie geschehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Ursprünge der Grundsteuer von der Antike bis zum deutschen Grundsteuergesetz von 1951.
2. Aufkommen und Bedeutung der Grundsteuer: Hier wird die steuerliche Relevanz der Grundsteuer für Kommunen analysiert und ihre besondere Eigenschaft als stabile Einnahmequelle aufgezeigt.
3. Die gegenwärtige Grundsteuerberechnung: Dieser Abschnitt erläutert die drei Berechnungsfaktoren Einheitswert, Steuermesszahl und Hebesatz anhand praktischer Beispiele.
4. Verfassungswidrigkeit des gegenwärtigen Grundsteuermodells: Das Kapitel behandelt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die bisherige Praxis der Einheitswertermittlung aufgrund gravierender Ungleichbehandlungen für verfassungswidrig erklärt.
5. Reform: Hier werden unterschiedliche Reformansätze, insbesondere wertorientierte und flächenorientierte Modelle, sowie ein Kompromissmodell der Ministerkonferenz kritisch diskutiert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Einschätzung des Autors, die ein flächenorientiertes Modell mit lageabhängigen Kategorien als effizienteste Lösung favorisiert.
Schlüsselwörter
Grundsteuer, Einheitswert, Steuermesszahl, Hebesatz, Grundsteuerreform, Gemeindesteuer, Bundesverfassungsgericht, Grundsteuer A, Grundsteuer B, Wertorientiertes Modell, Flächenorientiertes Modell, Steuerlast, Immobilien, Finanzierungsinstrument, Kommunalfinanzen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Grundsteuersystem, von seiner historischen Genese bis hin zur aktuellen verfassungsrechtlichen Krise und den daraus resultierenden Reformbestrebungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung, die fiskalische Bedeutung für Kommunen, die derzeitige Berechnungsmethodik sowie die rechtliche und politische Debatte über eine zukunftsfähige Reform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Problematik des derzeitigen Grundsteuersystems aufzuzeigen und die Auswirkungen verschiedener Reformmodelle auf die Steuerlast der Bürger transparent und kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literatur- und Quellenanalyse sowie eine vergleichende Beispielrechnung, um die Auswirkungen der verschiedenen Reformmodelle methodisch zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des aktuellen Berechnungsschemas, die Erläuterung des verfassungsrechtlichen Urteils von 2018 und die detaillierte Analyse alternativer Reformmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Grundsteuer, Einheitswert, Reform, Gemeindesteuer und Verfassungswidrigkeit charakterisiert.
Warum ist das aktuelle Grundsteuermodell verfassungswidrig?
Das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass die seit Jahrzehnten nicht angepassten Einheitswerte zu gravierenden Ungleichbehandlungen führen, da sie nicht mehr der realen Wertentwicklung der Immobilien entsprechen.
Welches Modell bevorzugt der Autor und warum?
Der Autor favorisiert ein flächenorientiertes Modell, ergänzt um Lagefaktoren, da dieses weniger bürokratischen Aufwand erfordert, transparenter ist und eine höhere Akzeptanz bei den Bürgern verspricht.
Welche Rolle spielt der Hebesatz bei der Berechnung?
Der Hebesatz ermöglicht es den Gemeinden, die individuelle Höhe der Grundsteuer zu bestimmen, was zu regional zum Teil erheblichen Unterschieden bei der Steuerlast führt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Zboron (Autor:in), 2019, Die Grundsteuer. Hintergründe, Bedeutung, Berechnung, Reform und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/489115