In dieser Arbeit soll der öffentliche Diskurs über die Legalisierung des Cannabiskonsums im Görlitzer Park in Berlin analysiert werden. Hierfür wird der Zeitraum von Mitte 2017 bis heute unter die Lupe genommen. Analysematerial sind lokale, sowie überregionale und landesweite Medien.
Ganz allgemein betrachtet zählt der Görlitzer Park zu einem der größten Naturerholungsgebiete in Berlin, er befindet sich im Berliner Ortsteil Kreuzberg. Auf dem 14 Hektar großen Gelände befinden sich sowohl Sport-, Spiel- und Bolzplätze, zwei Aussichtsberge und ein kleiner See. Der “Görli” wie er auch im Volksmunde genannt wird, macht aber seit den 2000er Jahren immer wieder negative Schlagzeilen, aufgrund von illegalem Drogenhandel und dem Konsum von illegalen Drogen. Er sei einer der größten Drogenumschlagplätze in Berlin, in der Vergangenheit wäre es, immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen, mit einigen Verletzten und sogar Toten gekommen.
Trotz vermehrter Präsenz seitens der Polizei und extra eingestellten Sozialarbeitern, im und rund um den Görlitzer Park, bleiben die Probleme weiterhin bestehen. Im November 2014 wurde sogar eine eigens gegründete Taskforce ins Leben gerufen, um die Probleme zu bekämpfen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Das Thema ist allgegenwärtig, im Internet findet man reichlich Material zu der Debatte und es erhitzt die Gemüter rund um den Park. Durch die verschiedenen Artikel, die untersucht werden, soll ein genaueres Bild gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
2.1 Definition Diskurs
2.2 Diskurs Begriff unter Foucault
2.3 Grounded Theory
3. Auswertung
4. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse des öffentlichen Diskurses zur Legalisierung von Cannabis am Beispiel des Görlitzer Parks in Berlin. Das Ziel ist es, mithilfe der Software MaxQda und unter Anwendung der Grounded-Theory-Methodik herauszuarbeiten, wie Medien und Anwohner die Problematik des illegalen Drogenhandels sowie die politische Debatte über eine mögliche Legalisierung in diesem spezifischen urbanen Raum thematisieren und bewerten.
- Analyse des öffentlichen Diskurses anhand von Zeitungsartikeln
- Einsatz der Software MaxQda zur qualitativen Textanalyse
- Untersuchung der politischen Strategien und der Anwohnerperspektive
- Diskussion der Thematik von Cannabis als Einstiegsdroge
- Kritik an der aktuellen Drogenpolitik und den Auswirkungen auf den Görlitzer Park
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition eines Diskurses
Nach Jäger verstehe Franz Januschek unter Diskurs sowohl das komplexe System zusammengehöriger Äußerungen und Texte (institutionell, sozial, thematisch, ökonomisch) wie auch einzelner Äußerungen und Texte, die Bestandteile dieses Komplexes seien oder sich auf ihn beziehen lassen bzw. beziehen lassen würden. Für Januschek vermittele der Diskurs die Sprache mit dem Sprechen. Die Entwicklung des Diskurses geschehe durch die Tätigkeit des Sprechens oder Schreibens. (Januschek 1986, zitiert nach Jäger 2012: 21) Dieser Ansatz stehe dem Foucaultschen deshalb nahe, weil er Sprechen als Praxis verstehe, die Wirklichkeit konstituiert. Januschek entwickele sein Konzept von Diskursanalysen im Rahmen einer „Linguistik der Anspielung“ (Januschek 1991, zitiert nach Jäger 2012: 21).
Für ihn sei das Verständnis des Diskurses zentral, dass sich seiner Bedeutung nach, erst auf der Ebene von Anspielungen erschließen würde. Anspielungen seien dabei nicht als individuelle Assoziationen aufzufassen. Er untersuchte systematisch Anspielungen, indem er die Verstehensmöglichkeit ermittelte, welche eine sprachliche Ausdrucksform im Unterschied zu allen anderen Ausdrucksformen im Diskurs mit sich bringe. (vgl. Jäger 2012: 21)
Ein Diskurs könnte sich allerdings auf mehreren Ebenen eröffnen. So bilden beispielsweise der Fachdiskurs und der öffentliche Diskurs zwei Ebenen, die nach dem Level ihrer Öffentlichkeit unterschieden werden könnten. Im Fachdiskurs würde das Wissen von Expertenpersonal zu einem bestimmten Thema und dessen Diskussion in der Fachwelt aufbereitet werden. Allerdings seien die zu dem Thema untersuchten Fachtexte nur in spezifischen Medien aufzufinden, welches die breite Öffentlichkeit an der Diskursteilnahme ausschließen würde. (vgl. Rutjes 2017: 30) (Keller 2011, S.229 zitiert nach Rutjes 2017, S.30)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses zur Cannabis-Legalisierung im Görlitzer Park und des methodischen Vorgehens mittels MaxQda.
2. Methodik: Theoretische Fundierung des Diskursbegriffs nach Januschek und Foucault sowie Einführung in die Grundsätze der Grounded-Theory-Methodik.
3. Auswertung: Darstellung der Kategorienbildung und Analyse der Codierungen aus den untersuchten Online-Artikeln.
4. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Zusammenführung der Perspektiven von Politik, Anwohnern und polizeilicher Arbeit.
Schlüsselwörter
Cannabis, Görlitzer Park, Legalisierung, Diskursanalyse, MaxQda, Grounded Theory, Drogenhandel, Berlin, Politik, Anwohner, Kriminalität, Prävention, öffentliche Debatte, soziale Kontrolle, Medienanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den öffentlichen Diskurs zur Cannabis-Legalisierung in Berlin, wobei der Görlitzer Park als zentraler Fall für die Auseinandersetzung mit Drogenkonsum und politischem Handeln dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die politische Strategie, die Sichtweise der Anwohner, die polizeiliche Arbeit, die Risikobewertung von Cannabis sowie die allgemeine Kriminalitätsbelastung im Park.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch eine systematische Auswertung von Zeitungsartikeln zu verstehen, wie verschiedene Akteure den Diskurs um den illegalen Drogenhandel und eine mögliche Legalisierung im Görlitzer Park führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Diskursanalyse unter Verwendung der Software MaxQda und orientiert sich methodisch an der Grounded Theory.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition des Diskursbegriffs, der Anwendung der Grounded Theory sowie der detaillierten Auswertung der verschiedenen Codierungen, die in den Medienberichten zum Thema identifiziert wurden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Cannabis, Görlitzer Park, Diskursanalyse, Politik, Kriminalität und Legalisierung charakterisiert.
Warum spielt der Görlitzer Park eine so zentrale Rolle im Diskurs?
Der Park gilt als einer der größten Drogenumschlagplätze Berlins und steht somit exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen polizeilicher Repression, politischem Versagen und der Lebensqualität der Anwohner.
Welche Rolle spielt die Politik laut den analysierten Daten?
Die Politik wird einerseits als Akteur wahrgenommen, der nach Lösungen sucht, andererseits aber stark von den Anwohnern für ihre vermeintliche Machtlosigkeit und Ineffektivität kritisiert wird.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Otto (Autor:in), 2019, Die Legalisierung von Cannabis im Görlitzer Park, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/486552