Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft vollzieht. Bei diesen Veränderungen ist auch die Beruflichkeit, mit dem für Deutschland kennzeichnenden dualen Ausbildungssystem betroffen. Dieses System der dualen Ausbildung und auch das damit verbundene Berufsverständnis muss ständig den Neuerungen angepasst werden, um nicht den Anschluss im gesamten Wirtschaftsgefüge von Europa und der gesamten Welt zu verlieren. Ich möchte mit dieser Hausarbeit auf genau diesen Wandel der Beruflichkeit im Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft eingehen.
In einem ersten Abschnitt möchte ich den Begriff der Beruflichkeit näher erläutern und diesen im Gefüge von Berufen und dem System der dualen Ausbildung in Deutschland darstellen.
Im folgenden Abschnitt wird der Strukturwandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft näher beleuchtet. Hierbei werden mit Hilfe mehrerer Quellen der Übergang und vor allem deren Merkmale skizziert und die Unterschiede beider Abschnitte der Gesellschaftsentwicklung dargestellt. In einem zweiten Teil dieses Abschnittes möchte ich dabei mögliche Perspektiven und Entwicklungen näher betrachten. Hier werde ich gesondert auf eine Quelle von Robert B. Reich eingehen.
Nach diesen Darstellungen möchte ich schließlich auf die verschiedenen Probleme, die durch den Strukturwandel hervorgerufen werden näher eingehen. Ich werde dabei versuchen auf die unterschiedlichen Anliegen der Interessenverbände einzugehen und mannigfache Sichtweisen schildern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der Beruflichkeit in Deutschland
3. Der Strukturwandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft
3.1 Merkmale des Strukturwandels
3.2 Mögliche Perspektiven und Entwicklungen
4. Probleme und Konflikte zwischen den Interessengruppen
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht den Wandel der Beruflichkeit im Zuge des Übergangs von der traditionellen Industriegesellschaft zur modernen Dienstleistungsgesellschaft in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des dualen Ausbildungssystems.
- Analyse des deutschen Berufsverständnisses im internationalen Vergleich
- Untersuchung der sektoralen Beschäftigungsverschiebungen zwischen 1985 und 1998
- Diskussion der Rolle des dualen Ausbildungssystems in einer wissensbasierten Wirtschaft
- Betrachtung der Arbeitsmarktveränderungen und der Rolle der Interessenverbände
Auszug aus dem Buch
3.1 Merkmale des Strukturwandels
Der Strukturwandel bezieht sich auf das Gesamtgefüge der deutschen Wirtschaft und kann an verschiedenen Veränderungen deutlich gemacht werden. Besonders auffällig wird dies an der Zunahme des Beschäftigungswachstums im Dienstleistungssektor.
Aus der Abbildung, welche die Struktur der Beschäftigen nach den Sektoren darstellt und dabei die Angaben aus dem Jahr 1985 mit den Daten aus dem Jahr 1998 vergleicht ist zu erkennen, dass sich ein starker Rückgang in der Landwirtschaft vollzog. Hier veränderten sich die Beschäftigungen von 4,7 Prozent im Jahr 1985 auf 2,7 Prozent im Jahr 1998. In der Industrie zeigte sich eine ähnliche Entwicklung. Hier gingen die Beschäftigungen von 41,7 Prozent im Jahr 1985 auf 34,1 Prozent im Jahr 1998 zurück.
Interessant in dieser Abbildung ist die Zunahme der Beschäftigungen im Dienstleistungsbereich. Dabei nahmen die Beschäftigungen von 53,6 Prozent im Jahr 1985 auf 63,2 Prozent im Jahr 1998 zu, was eine Steigerung um 9,6 Prozent bedeutet.
Neben dem Wandel der Berufe und Tätigkeiten, dem Rückgang der Beschäftigungen in der Landwirtschaft und in der Industrie, wird auch der Trend deutlich, dass gerade in der Industrie vor allem ungelernte Arbeitnehmer zurückgehen. Diesen Trend kann man den technischen Neuerungen in der Industrie zuschreiben. Hier wurden in den letzten Jahren immer neuere Produktionsverfahren entwickelt. Die reine Fließbandarbeit, die zum Teil nur ungelerntes Personal benötigt, wird durch Maschinen und computergesteuerte Produktion übernommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Anpassungsnotwendigkeit des dualen Ausbildungssystems dar.
2. Der Begriff der Beruflichkeit in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das spezifisch deutsche Verständnis von Beruflichkeit als soziale Organisation von Arbeit und deren Verankerung im dualen Ausbildungssystem.
3. Der Strukturwandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft: Hier werden die sektoralen Verschiebungen der Beschäftigungszahlen sowie die theoretischen Ansätze von Robert B. Reich zu den zukünftigen Anforderungen an die Arbeitswelt analysiert.
4. Probleme und Konflikte zwischen den Interessengruppen: Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen für Gewerkschaften und Interessenverbände in einem sich wandelnden Dienstleistungssektor, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und der Notwendigkeit zur Modernisierung von Ausbildungsberufen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Strukturwandel ein fortlaufender Prozess ist, der kontinuierliche Anpassungen an den Berufsstrukturen und den Bildungssystemen erfordert.
Schlüsselwörter
Beruflichkeit, Dienstleistungsgesellschaft, Industriegesellschaft, duales Ausbildungssystem, Strukturwandel, Arbeitsmarkt, Beschäftigungswachstum, Interessengruppen, Gewerkschaften, Berufsbilder, Normalarbeitsverhältnis, Robert B. Reich, Qualifizierung, IT-Berufe, soziale Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den Wandel der beruflichen Strukturen in Deutschland im Kontext des Übergangs von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Berufsverständnisses, der Veränderung der Beschäftigungssektoren und den daraus resultierenden Herausforderungen für das duale Ausbildungssystem.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das duale Ausbildungssystem und die damit verbundenen Berufsbilder auf die Anforderungen einer Dienstleistungsgesellschaft angepasst werden müssen, um zukunftsfähig zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Publikationen sowie auf die statistische Auswertung von Beschäftigungsdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff der Beruflichkeit, der empirische Strukturwandel der Beschäftigtenzahlen sowie die Konflikte zwischen den verschiedenen Interessengruppen (Arbeitgeber/Gewerkschaften) analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Beruflichkeit, duales System, Strukturwandel und die Anforderungen an moderne Kompetenzprofile.
Wie unterscheidet sich die Beruflichkeit in Deutschland von der Situation in den USA laut dem Text?
Der Text stellt heraus, dass der deutsche Begriff des "Berufs" eine soziale Organisation von Arbeit darstellt, die institutionell verankert ist, während der englische Begriff "Job" lediglich eine Tätigkeit beschreibt.
Welche Bedeutung misst der Autor der Rolle der Frau im Strukturwandel bei?
Der Autor hebt hervor, dass der Dienstleistungssektor einen hohen Frauenanteil aufweist und die zunehmende Qualifizierung von Frauen ein wesentliches Merkmal des gesellschaftlichen Wandels darstellt.
- Quote paper
- Heiko Fischer (Author), 2003, Wandel der Beruflichkeit im Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/48414