Die vorliegende Arbeit für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen befasst sich mit dem Thema Prüfungsangst und Lernen. In der heutigen Gesellschaft sind Leistungsdruck und Stress von großer Bedeutung. Die Angst vor dem Versagen spielt bei vielen Menschen eine große Rolle. Angst kann auf der einen Seite dazu anregen, die Anstrengungen zu vergrößern, sprich, einen förderlichen Charakter haben aber auf der anderen Seite kann sie auch durch eine Blockierung einen hemmenden Charakter einnehmen.
Um die Prüfungsangst zu verstehen, war es für mich wichtig, zu Beginn dieser Arbeit auf das Entstehen der Angst einzugehen. Im weiteren Verlauf wird auf die Prüfungsangst und ihre Merkmale eingegangen.
Wichtig für mich ist es, die verschiedenen Einstellungen von Hoch- und Niedrigprüfungsängstlichen zu verdeutlichen sowie aufzuzeigen, dass es eine hemmende und eine förderliche Prüfungsangst gibt. Der zweite Teil der Arbeit, der Empirieteil befasst sich ebenfalls mit Prüfungsängsten, die von der hemmenden und förderlichen Seite her untersucht wurden. Mich sprach diese Thematik sehr an, da ich in meinem Leben oft unter Prüfungsangst gelitten habe und sich diese zu bestimmten Prüfungen manchmal noch bemerkbar macht. Sowie eine Klausur in der Schule angekündigt wurde, war ich bereits schon Wochen vorher kaum in der Lage, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Etwa zwei Tage vor der Prüfung, konnte ich kaum noch richtig schlafen, aus Angst etwas Wichtiges vergessen haben, zu lernen. Diese Prüfungsangst machte sich besonders in den Fächern bemerkbar, in denen ich wusste, dass ich keine sehr gute Note bekommen würde. Am Tag der Prüfung stand ich immer sehr pünktlich auf, aus Angst zu spät zur Prüfung zu kommen. Sowie ich in der Schule angekommen war, redeten alle über die Prüfung. Mein Herz fing an zu klopfen und meine Hände wurden kälter.
Doch heute als Studentin betrachte ich die Situationen der Prüfungen aus einer anderen Perspektive. Zwar habe ich diese Art der Angst bis jetzt nicht besiegen können, doch weiß ich jetzt, wie ich am besten lernen kann und welche Lernstrategien am zweckvollsten sind. Es muss berücksichtigt werden, dass die Angst eine Emotion ist, die sich bei jedem Individuum anders auswirkt und durch verschiedene Situationen und persönliche Merkmale beeinflusst wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition grundlegender Begriffe
2.1 Angst
2.1.1 Angst als Zustand und Angst als Eigenschaft
2.1.1.1 Angst als Zustand (A-STATE)
2.1.1.2 Angst als Eigenschaft (A-TRAIT)
2.2 Lernen
2.2.1 Lernstrategien
2.3 Prüfungsangst
3. Angstarten nach Schwarzer
3.1 Die Existenzangst
3.2 Die soziale Angst
3.3 Die Leistungsangst
4. Theorien der Angstentstehung
4.1 Psychoanalytische Theorie
4.1.1 Erste Angsttheorie FREUDs
4.1.2 Signaltheorie von FREUD
4.1.3 Zusammenfassung der Psychoanalytischen Theorie
4.2 Behavioristische Theorien
4.2.1 Zwei-Prozess-Theorie
4.2.2 Abschließende Bemerkungen zu den behavioristischen Theorien
4.2.3 Trait-State-Modell der Angst nach Spielberger
4.3 Kognitive Angsttheorien
4.3.1 Die Angstkontrolltheorie von Epstein
4.3.2 Die Stressbewältigungstheorie von Lazarus
5. Prüfungsangst
5.1 Prüfungsangstkonzeptionen
5.1.1 Der Ansatz von Mandler und Sarason
5.1.2 Der Ansatz von Alpert und Haber
5.1.3 Der Ansatz von Liebert und Morris
5.1.4 Der Ansatz von Wine
5.2 Prüfungsangst in Prüfungssituationen
5.3 Merkmale und Erscheinungsbild der Prüfungsangst
5.3.1 Gedankliche (kognitive) Symptome
5.3.2 Physiologisch-biochemische Angstsymptome
5.3.3 Motorische Angstsymptome
5.3.4 Weitere Angstsymptome
5.4 Gründe für Prüfungsangst
5.5 Messungen von Prüfungsangst
5.5.1 Die Selbsteinschätzung:
5.5.2 Die Fremdeinschätzung:
5.5.3 Die apparativen Messungen:
5.6 Angst und Leistung
5.6.1 Angst und Leistung in Schule und Hochschule
5.7 Typische Einstellungen von Prüfungsängstlichen
5.8 Leistungsangst im Gruppenvergleich: Geschlecht, Schulart und Sozialstatus
5.9 Bedingungen für die Beeinträchtigung bzw. Förde rung der Leistung durch Prüfungsangst
5.9.1 Kompetenz
5.9.2 Angststärke
5.9.3 Schwierigkeitsgrad von Aufgaben
5.9.4 Prüfungsroutine
6. Bewältigung von Prüfungsangst
6.1 Coping - Angstbewältigung aus kognitionstheoretischer Sicht
6.2 Das Repression-Sensitization-Konstrukt
6.3 Coping-Verhalten in Leistungssituationen
7. Empirieteil
7.1 Fragestellungen
7.2 Versuchsplan
7.2.1 Versuchspersonen und Versuchsleiter
7.2.2 Aufbau des Gesamtfragebogens
8. Empirische Befunde
8.1 Befunde zur förderlichen und hemmenden Angst in Bezug auf das Geschlecht
8.2 Prüfungsängstlichkeit und aktuelle Motivation
8.3 Prüfungsangst und Emotionen
8.4 Prüfungsängstlichkeit und Lernverhalten
8.5 Lernstrategien der hemmenden und förderlichen Prüfungsangst
8.6 Hemmende, förderliche Prüfungsangst und Klausurleistung
8.7 Vergleiche zwischen Student/Innen der alten Prüfungsordnung und Bachelorstudent/Innen
9. Diskussion der Befunde
10. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Examensarbeit befasst sich mit dem Einfluss von Prüfungsangst auf das Lernverhalten und die Leistung im schulischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, das Entstehen und die Symptomatik der Prüfungsangst theoretisch fundiert zu erarbeiten, verschiedene Erscheinungsformen (hemmend vs. förderlich) zu beleuchten und Handlungsansätze zur Bewältigung aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen von Angst und Angstentstehung (psychoanalytische, behavioristische und kognitive Ansätze)
- Differenzierung zwischen leistungshemmender und leistungsförderlicher Prüfungsangst
- Einfluss von Angst auf Lernstrategien und Konzentrationsfähigkeit
- Empirische Untersuchung zur Prüfungsängstlichkeit bei Studierenden unter Berücksichtigung von Geschlechtsunterschieden und Prüfungsordnungen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen befasst sich mit dem Thema Prüfungsangst und Lernen. In der heutigen Gesellschaft sind Leistungsdruck und Stress von großer Bedeutung. Die Angst vor dem Versagen spielt bei vielen Menschen eine große Rolle. Angst kann auf der einen Seite dazu anregen, die Anstrengungen zu vergrößern, sprich, einen förderlichen Charakter haben aber auf der anderen Seite kann sie auch durch eine Blockierung einen hemmenden Charakter einnehmen.
Um die Prüfungsangst zu verstehen, war es für mich wichtig, zu Beginn dieser Arbeit auf das Entstehen der Angst einzugehen. Im weiteren Verlauf wird auf die Prüfungsangst und ihre Merkmale eingegangen. Wichtig für mich ist es, die verschiedenen Einstellungen von Hoch- und Niedrigprüfungsängstlichen zu verdeutlichen sowie aufzuzeigen, dass es eine hemmende und eine förderliche Prüfungsangst gibt. Der zweite Teil der Arbeit, der Empirieteil befasst sich ebenfalls mit Prüfungsängsten, die von der hemmenden und förderlichen Seite her untersucht wurden.
Mich sprach diese Thematik sehr an, da ich in meinem Leben oft unter Prüfungsangst gelitten habe und sich diese zu bestimmten Prüfungen manchmal noch bemerkbar macht. Sowie eine Klausur in der Schule angekündigt wurde, war ich bereits schon Wochen vorher kaum in der Lage, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Etwa zwei Tage vor der Prüfung, konnte ich kaum noch richtig schlafen, aus Angst etwas Wichtiges vergessen haben, zu lernen. Diese Prüfungsangst machte sich besonders in den Fächern bemerkbar, in denen ich wusste, dass ich keine sehr gute Note bekommen würde. Am Tag der Prüfung stand ich immer sehr pünktlich auf, aus Angst zu spät zur Prüfung zu kommen. Sowie ich in der Schule angekommen war, redeten alle über die Prüfung. Mein Herz fing an zu klopfen und meine Hände wurden kälter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas Prüfungsangst für den Schulalltag und steckt den Rahmen für die theoretische Analyse und die empirische Untersuchung ab.
2. Definition grundlegender Begriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie Angst (Zustands- vs. Eigenschaftsangst), Lernen und den spezifischen Begriff der Prüfungsangst.
3. Angstarten nach Schwarzer: Es werden drei grundlegende Angstformen nach Schwarzer erläutert: Existenzangst, soziale Angst und Leistungsangst.
4. Theorien der Angstentstehung: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über psychoanalytische, behavioristische und kognitive Theorien, die erklären, wie Angst entsteht und warum sie sich manifestiert.
5. Prüfungsangst: Das Kapitel vertieft das Wissen über Prüfungsangst, indem es verschiedene Konzepte, Symptome (kognitiv, physiologisch, motorisch) sowie Bedingungen für Leistungsbeeinträchtigung bzw. -förderung diskutiert.
6. Bewältigung von Prüfungsangst: Es werden verschiedene Coping-Strategien und Bewältigungsansätze dargestellt, um mit Prüfungsangst in Leistungssituationen konstruktiv umzugehen.
7. Empirieteil: In diesem Kapitel werden die Fragestellungen, der Versuchsplan und der Aufbau des verwendeten Fragebogens für die empirische Untersuchung beschrieben.
8. Empirische Befunde: Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Studie, unterteilt in verschiedene Aspekte wie Geschlechtsunterschiede, Motivation, Emotionen und Leistungsdaten.
9. Diskussion der Befunde: Die gewonnenen Ergebnisse werden hier kritisch reflektiert und in den Kontext der eingangs formulierten Fragestellungen und der bestehenden Literatur gesetzt.
10. Literatur: Verzeichnis aller verwendeten Quellen für die wissenschaftliche Arbeit.
Schlüsselwörter
Prüfungsangst, Lernstrategien, Leistungsangst, Zustandsangst, Eigenschaftsangst, Coping, Kognitive Bewertung, Leistungsdruck, Schulerfolg, Motivation, Angsttheorien, Empirische Befunde, Stressbewältigung, Bewertungsangst, Klausurleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Prüfungsangst bei Schülern und Studierenden und analysiert deren Auswirkungen auf Lernprozesse sowie die tatsächliche Leistung in Prüfungssituationen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Angstentstehung, die Differenzierung verschiedener Angstarten, die Identifikation von Symptomen und Strategien zur Bewältigung sowie die empirische Überprüfung von Hypothesen zu diesem Thema.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Prüfungsangst nicht pauschal leistungsmindernd wirkt, sondern auch förderliche Aspekte haben kann, und zu klären, welche Faktoren (z.B. Lernstrategien, Emotionen) die Leistung in Prüfungen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche (theoretischer Teil) mit einer empirischen Untersuchung, in der Daten von Psychologiestudenten mittels standardisierter Fragebögen erhoben und statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (Psychoanalyse, Behaviorismus, Kognitionspsychologie), eine detaillierte Analyse der Symptomatik, Messmethoden sowie eine umfangreiche Darstellung der empirischen Ergebnisse zur Korrelation von Angst, Emotion und Leistung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Prüfungsangst, Leistungshemmung, Leistungsförderung, Coping-Strategien, Kognitionen, Angst-Trait und -State sowie Lernemotionen.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Prüfungsangst?
Die Arbeit untersucht, ob Frauen ängstlicher sind als Männer. Während ein stereotypes Bild dies nahelegt, ergab die empirische Untersuchung der Arbeit keine signifikanten Geschlechtsunterschiede in Bezug auf die hemmende oder förderliche Prüfungsängstlichkeit.
Hat die Studienordnung (Bachelor vs. alte Ordnung) Auswirkungen auf die Prüfungsangst?
Die Untersuchung widerlegte die Vermutung, dass Bachelorstudenten aufgrund des höheren Drucks prüfungsängstlicher sind. Es ließen sich keine signifikanten Unterschiede in der Angstausprägung zwischen den beiden Studentengruppen feststellen.
- Quote paper
- Vanessa Schünemann (Author), 2005, Prüfungsangst und Lernen. Über hemmende und förderliche Prüfungsangst, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/47439