In dieser Ausarbeitung habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die Lehren des Anaxagoras und Platons miteinander zu vergleichen. Dazu werde ich die jeweilige Theorie nach zwei Aspekten untersuchen. Zum einen die Auffassung von Materie, also was bewegt wird. Des Weiteren beschreibe ich das bewegende Prinzip als Ursache der Bewegung und Veränderung. Mein Ziel ist es, Unterschiede und eventuelle Gemeinsamkeiten zwischen anaxagoreischer Naturphilosophie und Platons Ideenlehre aufzuzeigen. Ich stütze mich dabei auf die erhaltenen Fragmente des Anaxagoras sowie die beiden platonischen Dialoge „Phaidon“ und „Timaios“, in welchen die Ideenlehre hauptsächlich thematisiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anaxagoras´ Naturphilosophie
2. 1 Was geordnet wird
2. 2 Das ordnende Prinzip
3. Platons Phaidon und Timaios
3. 1 Was geordnet wird
3. 2 Das ordnende Prinzip
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ähnlichkeiten zwischen der Naturphilosophie des Anaxagoras und der Ideenlehre Platons, insbesondere im Hinblick auf ihre Erklärungsansätze für die Entstehung von Ordnung im Kosmos durch einen ordnenden Geist.
- Vergleich der Auffassungen von Materie bei Anaxagoras und Platon
- Analyse des "Nous" als ordnendes Prinzip bei Anaxagoras
- Untersuchung des Demiurgen in den Dialogen "Phaidon" und "Timaios"
- Gegenüberstellung von Zweckkausalität und platonischer Ideenlehre
- Diskussion der Schwierigkeiten durch die Überlieferungslage
Auszug aus dem Buch
2.1 Was geordnet wird
Das Grundproblem, dessen sich Anaxagoras annahm, war die Frage nach dem Entstehen und Vergehen der Dinge, also wie aus dem Nichtseienden etwas entstehen und wieder ins Nichtseiende etwas vergehen kann? Die Problematik möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen, welches auch Anaxagoras´ Überlegungen zugrunde lag.
Die Aufnahme von Speisen fördert das Wachstum der Bestandteile des Körpers, also die Sehnen, Knochen, Blut usw.. Nimmt der Mensch beispielsweise ein Brot zu sich, so erwachsen daraus die benannten Teile. Daraus leitete Anaxagoras ab, dass sich sämtliche Stoffe, welche die Bildung von Sehnen, Knochen oder Blut bedingen, bereits im Brot vorhanden sein mussten. Jene Stoffe, beispielsweise Blut- oder Knochenteile, seien demnach schon der Speise beigemischt. Da er, wie auch seine Zeitgenossen, nur eine mechanische Verbindung der Teilchen aber noch keine chemische kannten, nahm er an, dass eine Mischung durch Nebeneinanderlagern der Stoffe bewirkt würde. Ihm war folglich noch nicht bewusst, dass durch chemische Verbindung aus zwei sich mischenden Stoffen ein dritter entstehen kann. Daraus folgerte er, dass alles nur von dem ihm Gleichen ernährt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die metaphysische Fragestellung nach den Prinzipien des Seins ein und begründet den Vergleich zwischen Anaxagoras und Platon.
2. Anaxagoras´ Naturphilosophie: Dieses Kapitel erläutert Anaxagoras' Konzept der Urmasse aus unendlich vielen Urstoffen und die Rolle des Nous als ordnender Geist.
2. 1 Was geordnet wird: Es wird dargelegt, wie Anaxagoras die Materie als Mischung von Teilchen betrachtet, die sich durch ständige Veränderung neu gruppieren.
2. 2 Das ordnende Prinzip: Dieser Abschnitt beschreibt den Nous als vom Stoff getrennte, vernunftbegabte Instanz, die den Kosmos aus dem Chaos in Ordnung bringt.
3. Platons Phaidon und Timaios: Hier wird Platons Ideentheorie als Antwort auf die Unzulänglichkeiten der vorsokratischen Naturerklärungen diskutiert.
3. 1 Was geordnet wird: Das Kapitel analysiert Platons Unterscheidung zwischen der vergänglichen Sinneswelt und der ewigen Ideenwelt sowie die Einführung des "Raums" im Timaios.
3. 2 Das ordnende Prinzip: Die Funktion des Demiurgen als göttliche Vernunft, die Materie nach dem Vorbild der Ideen formt, steht hier im Mittelpunkt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die zentrale Gemeinsamkeit hervor: den vernunftbegabten Geist als Impulsgeber für die Ordnung der Welt.
Schlüsselwörter
Metaphysik, Anaxagoras, Platon, Ideenlehre, Nous, Demiurg, Naturphilosophie, Materie, Zweckkausalität, Werden, Ordnung, Phaidon, Timaios, Vorsokratiker, Seelenlehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit vergleicht die metaphysischen Konzepte des Anaxagoras und Platons, insbesondere wie beide Denker die Entstehung der Weltordnung aus ungeordneter Materie durch einen Geist erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Naturphilosophie des Anaxagoras, die Ideenlehre Platons sowie die Rollen von "Nous" und "Demiurg" als ordnende Prinzipien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, worin die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Naturphilosophie des Anaxagoras und der Ideenlehre Platons hinsichtlich ihrer Erklärungsmodelle für kosmische Ordnung liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen philosophischen Vergleich, der auf der Analyse erhaltener Fragmente und der Auswertung der Dialoge "Phaidon" und "Timaios" basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Materiekonzepte und der ordnenden Prinzipien beider Philosophen, wobei sowohl Gemeinsamkeiten als auch Kritikpunkte Platons an Anaxagoras beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Metaphysik, Nous, Demiurg, Ideentheorie und Zweckkausalität maßgeblich definiert.
Wie unterscheidet sich der Demiurg vom Nous?
Während der Nous bei Anaxagoras die Welt aus sich selbst heraus aufgrund von Erkenntnis ordnet, benötigt der Demiurg bei Platon die Ideen als Vorbilder, um die Materie zu formen.
Welche Rolle spielt der Begriff des "Raums" bei Platon?
Der Raum dient bei Platon als das Gefäß für das Werden, eine neutrale Instanz zwischen den Ideen und der Materie, die notwendig ist, um die physische Welt entstehen zu lassen.
Warum kritisierte Platon Anaxagoras?
Platon sah in der anaxagoreischen Naturerklärung zwar einen Ansatz für teleologisches Denken, kritisierte aber das Fehlen einer genaueren Begründung für das "Warum" hinter den Prozessen sowie die mangelnde Differenzierung der Kausalitäten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2013, Worin ähnelt die Naturphilosophie des Anaxagoras der Platonischen Ideenlehre?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/471444