Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Rechtschreibreformen des Deutschen unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung der Rechtschreibung. Dabei stehen die gravierendsten Änderungen im Vordergrund, um einen groben Überblick über die Reformen zu verschaffen.
Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit den beiden Rechtschreibreformen sowie Vor- beziehungsweise Nachteile dieser zu ergründen. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, ob die aktuell gültige Reform eine Verbesserung der ersten darstellt.
Dabei sollen Probleme berücksichtigt werden, die eine Reform der Rechtschreibung mit sich bringt. Doch bevor es zu einer Reformierung der deutschen Rechtschreibung kommen kann, bedarf es zunächst einer normgerechten Schreibung. Aus diesem Grund ist es wichtig zu eruieren, welche historischen Ereignisse Auslöser dafür waren, eine deutsche Standardsprache einzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung der Rechtschreibung
2.1.1 Frühneuhochdeutsch
2.1.2 Neuhochdeutsch
3 Die Rechtschreibreformen im Vergleich
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Auseinandersetzung mit den beiden Rechtschreibreformen des Deutschen vorzunehmen, deren Vor- und Nachteile zu erörtern und zu prüfen, inwiefern die aktuell gültige Reform eine Verbesserung gegenüber der ersten darstellt.
- Historische Voraussetzungen für die Herausbildung einer deutschen Standardsprache.
- Analyse der gravierendsten Änderungen der ersten Rechtschreibreform von 1996.
- Untersuchung der Neuregelungen und Korrekturen durch die zweite Rechtschreibreform von 2006.
- Kritische Würdigung der Problematik von Sprachwandel, Normierung und gesellschaftlicher Akzeptanz.
Auszug aus dem Buch
Die Rechtschreibreformen im Vergleich
Bis dato gab es 2 Rechtschreibreformen: 1996 die erste und 2006 die zweite. Dieses Kapitel beschäftigt sich lediglich mit den gravierendsten Änderungen der beiden Reformen, die hier nachfolgend aufgelistet werden sollen. Die erste Rechtschreibreform wurde 1994 auf der Wiener Orthografiekonferenz veranlasst und löste somit die Ergebnisse der 2. Orthographischen Konferenz von 1901 ab. Die 1901 entstandenen Paragraphen waren teilweise nicht mehr vereinbar mit den Wörterbüchern Dudens (vgl. Nerius 1996, S. 3). Aus diesem Grund war es an der Zeit eine umfassende Rechtschreibung zu bestimmen. Was mit in den Blick genommen wurde, war die Getrennt- und Zusammenschreibung sowie die Interpunktion. Im Vordergrund stand die Vereinfachung der Orthographie, um die Schriftsprache zugänglicher für die breite Masse zu machen.
Einheitliche Regeln für die Getrennt- und Zusammenschreibung zu finden gestaltet sich schwierig, da es etliche Kombinationsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Menge an verschiedenen Wortarten und Aussageabsichten gibt. Als klassisches Beispiel gilt sitzen bleiben (auf dem Stuhl) oder sitzenbleiben (nicht versetzt werden). Die Getrenntschreibung sollte aber, ganz nach dem lexikalischen Prinzip, den Normalfall darstellen. Generell soll eine konsequente Getrenntschreibung gelten. Die Zusammenschreibung ist die Ausnahme. Deshalb muss eigentlich nur sie geregelt werden. (Kurz 1996, S. 28.) Großgeschrieben werden sollte u. a. bei Wortbestandteilen, die nicht selbstständig vorkommen können, wie bei weitläufig. Bei einer Erweiterung musste hingegen getrennt geschrieben werden, wie bei viele Jahre lang, als Erweiterung zu jahrelang oder wenn der erste Bestandteil einer Fügung eine verkürzte Wortart ergab: schlafwandeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Rechtschreibreformen ein, skizziert die historische Notwendigkeit einer deutschen Standardsprache und formuliert die Zielsetzung der kritischen Gegenüberstellung beider Reformen.
2 Historische Entwicklung der Rechtschreibung: Das Kapitel erläutert die sprachgeschichtlichen Etappen vom Frühneuhochdeutschen bis zum Neuhochdeutsch, die maßgeblich zur Entstehung und Fixierung einer normgerechten deutschen Rechtschreibung beigetragen haben.
3 Die Rechtschreibreformen im Vergleich: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der zentralen Änderungen der Reformen von 1996 und 2006, insbesondere in den Bereichen Getrennt- und Zusammenschreibung, Interpunktion und Silbentrennung.
4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die zweite Reform als ausgereifter wahrgenommen wird, da sie frühere Fehlentscheidungen korrigierte, betont jedoch die bleibende Herausforderung, bei ständigem Sprachwandel orthographische Regeln praxisnah zu gestalten.
Schlüsselwörter
Rechtschreibreform, Sprachwandel, Orthographie, Standardsprache, Getrennt- und Zusammenschreibung, Interpunktion, Sprachnorm, historische Sprachgeschichte, Sprachkultur, Reformkritik, Sprachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den zwei großen Rechtschreibreformen des Deutschen und bewertet deren Auswirkungen auf die Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Genese der Standardsprache, die spezifischen Änderungen bei Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung sowie die Zeichensetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Reformen von 1996 und 2006 sowie die Beantwortung der Frage, ob die zweite Reform eine tatsächliche Verbesserung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die linguistische Quellen, historische Konferenzergebnisse und Fachbeiträge zur deutschen Orthographie auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss und einen vergleichenden Teil, der die konkreten Regeländerungen der beiden Rechtschreibreformen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rechtschreibreform, Orthographie, Sprachwandel, Normierung und Sprachdidaktik charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Semantik bei der Getrenntschreibung?
Der Autor stellt fest, dass die Vernachlässigung der Semantik in der ersten Reform als großer Kritikpunkt galt und die zweite Reform deshalb korrigierend eingriff, um die Bedeutungsebene wieder stärker zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielte Martin Luther bei der Orthographie?
Luther legte durch die Verbreitung seiner Bibelübersetzung ein orthographisches Fundament und förderte durch den Gebrauch der Großschreibung bei Substantiven eine wichtige Lesehilfe, die bis heute besteht.
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- Oliver Eisner (Author), 2019, Die deutschen Rechtschreibreformen 1996 und 2006. Historische Entwicklung und kritische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/470451