Das Ziel dieser Arbeit ist es, in zwei grundlegende prozessorientierte Organisationskonzepte, das Total Quality Management (TQM) und das Business Process Reengineering (BPR) einzuführen.
Die Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung ist ein wahrzunehmendes Kaufkriterium. Darüber hinaus stellt die Qualität einen nicht unbeträchtlichen Kostenfaktor dar. Untersuchungen haben ergeben, dass einzelne Unternehmen 20 bis 30 % des Umsatzes für die Fehlerbehebung aufwenden. Organisationen führen zur Gewährleistung einer gleichbleibenden Qualität und zur Steigerung der Qualität prozessorientierte Organisationskonzepte wie Total Quality Management (TQM) oder Business Process Reengineering (BPR) ein. Während TQM die Verbesserung der Prozesse und damit die Vermeidung von Fehlern verfolgt, zielt BPR auf ein Reengineering der Geschäftsprozesse ab.
Nach den relevanten Begriffsbestimmungen und -erläuterungen folgt im Hauptteil die Betrachtung der prozessorientierten Organisationskonzepte. Dabei werden die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte sowie die Kerninhalte betrachtet. In Kapitel drei folgen Erkenntnisse aus der Praxis für beide Konzepte sowie vorherrschende Probleme bei der Implementierung. Das Fazit schließt mit einem Ausblick auf das partizipative BPR-Konzept und die Kombination aus BPR und TQM ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
3 Prozessorientierte Organisationskonzepte
3.1 Total Quality Management (TQM)
3.1.1 Historische Entwicklung
3.1.2 Konzept und Inhalt
3.2 Business Process Reengineering (BPR)
3.2.1 Historische Entwicklung
3.2.2 Konzept und Inhalt
3.3 Erkenntnisse aus der Praxis
3.3.1 TQM
3.3.2 BPR
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über die prozessorientierten Organisationskonzepte Total Quality Management (TQM) und Business Process Reengineering (BPR) zu geben, deren Prinzipien zu erläutern und praktische Umsetzungserfahrungen sowie bestehende Implementierungsprobleme kritisch zu hinterfragen.
- Theoretische Fundierung und Abgrenzung prozessorientierter Organisationskonzepte
- Vergleichende Analyse der Ansätze TQM und BPR
- Kernprinzipien der Prozessgestaltung und -optimierung
- Praktische Implementierungserfahrungen und kritische Erfolgsfaktoren
- Vergleich von funktions- und prozessorientierten Organisationsstrukturen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Konzept und Inhalt
BPR ist die Verbesserung von BPs. Der erste Schritt ist ein sehr großer Schritt, da ein fundamentaler Neuentwurf der Prozesse stattfindet. Im weiteren Verlauf des Produkt- und Prozesslebenszyklus werden kontinuierlich kleine Verbesserungsschritte gemacht.28
Für die Lösung u.a. folgender Probleme bietet sich die Anwendung von BPR an:
fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsprozesse aufgrund von Veränderungen des unternehmerischen Umfelds
fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsprozesse aufgrund der Änderung der strategischen Ausrichtung
Verhinderung des Unternehmenswachstums durch bestehende Strukturen
Der Ansatz kann dabei auf das ganze Unternehmen (Business Reengineering) oder auf einzelne Geschäftsprozesse (Business Process Reengineering) angewandt werden.29
Reengineering wird durch folgende Schlüsselbegriffe charakterisiert: fundamental, radikal, Verbesserungen um Größenordnungen, Unternehmensprozesse. Fundamentales Reengineering soll alle Abläufe und Tätigkeiten im Grundsatz in Frage stellen. Wie und warum wird etwas gemacht? Radikal bedeutet, dass alles in Frage gestellt werden kann. Die Verbesserung um Größenordnung sieht Einsparungen von mindestens 30% vor, während sonst nur ~10% für Effizienzprogramme gefordert werden. Reengineering von Unternehmensprozessen ist die Veränderung des Gesamtprozesses und nicht nur von einzelnen Teilprozessen.30
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung von Qualität als Kostenfaktor und Wettbewerbskriterium und führt die Konzepte TQM und BPR als Lösungsansätze für prozessorientierte Organisationen ein.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Unterschiede zwischen Funktions- und Prozessorganisation und definiert zentrale Begriffe wie Prozess, Geschäftsprozess und Qualität innerhalb eines betriebswirtschaftlichen Kontexts.
3 Prozessorientierte Organisationskonzepte: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die Entstehungsgeschichte, Kerninhalte und Prinzipien von TQM und BPR sowie deren Anwendung in der modernen Organisation.
3.1 Total Quality Management (TQM): Es wird aufgezeigt, wie TQM durch eine umfassende Strategie zur kontinuierlichen Prozessverbesserung unter Einbeziehung aller Mitarbeiter auf Kundenzufriedenheit abzielt.
3.1.1 Historische Entwicklung: Das Kapitel zeichnet die Evolution von der bloßen Qualitätskontrolle über die Qualitätssicherung bis hin zum ganzheitlichen TQM-Ansatz ab 1990 nach.
3.1.2 Konzept und Inhalt: Die drei Säulen „Total“, „Quality“ und „Management“ sowie die drei Kernprinzipien Kunden-, Mitarbeiter- und Prozessorientierung werden hier systematisch dargelegt.
3.2 Business Process Reengineering (BPR): Dieser Abschnitt führt BPR als radikalen, auf fundamentale Veränderungen ausgerichteten Ansatz zur Steigerung von Effizienz und Effektivität ein.
3.2.1 Historische Entwicklung: Die Darstellung beleuchtet den Ursprung des Ansatzes in den 1980er Jahren und die Popularisierung durch Hammer und Champy in den 1990er Jahren als Reaktion auf ineffiziente Arbeitsteilung.
3.2.2 Konzept und Inhalt: Hier werden die Merkmale des BPR-Ansatzes, wie der fundamentale Neuentwurf und die Zielsetzung von Quantensprüngen in der Leistungsfähigkeit, definiert.
3.3 Erkenntnisse aus der Praxis: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Ansprüche mit realen Praxiserfahrungen und identifiziert typische Gründe für das Scheitern von Projekten.
3.3.1 TQM: Die Analyse von TQM-Projekten zeigt auf, dass abstrakte Prinzipien oft zu Verständnisproblemen führen und eine programmorientierte Sichtweise den Lernprozess behindert.
3.3.2 BPR: Die Diskussion um BPR fokussiert auf die Kritik an der radikalen Vorgehensweise, soziale Spannungen und die Notwendigkeit von Mitarbeiterpartizipation für den Erfolg.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen, insbesondere die Kombination von BPR und TQM.
Schlüsselwörter
Prozessorientierung, Total Quality Management, TQM, Business Process Reengineering, BPR, Geschäftsprozess, Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung, Unternehmensprozesse, Kundenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Organisationsstruktur, Effizienzsteigerung, Wertschöpfungskette, Reengineering
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt prozessorientierte Organisationskonzepte und untersucht, wie Unternehmen durch TQM und BPR ihre Prozessqualität und Effizienz steigern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Geschäftsprozessen, die theoretischen Grundlagen des Qualitätsmanagements und die radikale Neugestaltung von Abläufen durch BPR.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, einen fundierten Überblick über TQM und BPR zu geben und aufzuzeigen, wie diese Konzepte in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden und welche Faktoren dabei zum Erfolg oder Scheitern führen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte zusammenführt und durch Erkenntnisse aus Praxisberichten sowie Fallbeispielen ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die historische Entwicklung, die Erläuterung der Kerninhalte und eine kritische Auseinandersetzung mit praktischen Anwendungserfahrungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist primär durch die Begriffe Prozessorientierung, TQM, BPR, Geschäftsprozessmanagement und Organisationsentwicklung charakterisiert.
Warum ist laut Autor die Unterscheidung zwischen Kern- und Hilfsprozessen wichtig?
Kernprozesse sind direkt wertschöpfend und beeinflussen die Kundenzufriedenheit, während Hilfsprozesse Kosten verursachen, jedoch für die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft essenziell sind.
Inwiefern unterscheiden sich die Ziele von TQM und BPR bei der Prozessverbesserung?
Während TQM auf kontinuierliche, oft kleinschrittige Verbesserungen („KVP“) abzielt, setzt BPR auf radikale, fundamentale Neuentwürfe, um Quantensprünge in der Leistungsfähigkeit zu erreichen.
Welche Bedeutung hat der „Bombenwurf“ im Kontext des BPR?
Der Begriff illustriert die Notwendigkeit, dass BPR-Projekte vom Top-Management mit Macht initiiert werden müssen, um tiefsitzende Widerstände gegen die notwendigen radikalen Veränderungen zu überwinden.
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- Andree Horch (Author), 2018, Die prozessorientierten Organisationskonzepte Total Quality Management und Business Process Reegineering. Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/470207