Ziel dieser Hausarbeit ist es herauszufinden, worin diese Konflikte bestehen. Des Weiteren soll herausgearbeitet werden inwiefern die Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit dazu beitragen können diese Konflikte zu lösen. Letztendlich soll folgende Frage beantwortet werden: Inwiefern stellen Arbeitszeitmodelle, wie die der Teilzeit und Telearbeit eine Verbesserung der Work-Life-Balance in Bezug auf die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Familienleben dar?
"Trotz Bildungsrevolution und Frauenbewegung findet auch zu Beginn des neuen Jahrhunderts noch immer eine Hierarchisierung der Lebensbereiche statt. Zwar haben sich geschlechtsbezogene Zuweisungen auf die Lebens-bereiche und Arbeitszusammenhänge gelockert, doch stellen egalitäre Beziehungsmuster die Ausnahme dar. Nach wie vor sind es überwiegend Frauen, die nach der Familiengründung ihre Erwerbsarbeit reduzieren bzw. unterbrechen, um die Versorgung der Kinder zu übernehmen, während Männer ihre Erwerbsorientierung eher noch verstärken." (Jürgens 2003: 253) Das Zitat stammt von Kerstin Jürgens aus dem Jahre 2003 und sagt aus, dass nach wie vor traditionelle Rollenverteilungen nach der Familiengründung vorherrschen.
Eine aktuellere Statistik der OECD aus dem Jahre 2014 zeigt, wie lange Frauen beziehungsweise Männer am Tag durchschnittlich mit Haushaltsaufgaben verbringen. Die Statistik ergibt, dass Frauen im Schnitt 164 Minuten in Deutschland mit Haushaltsaufgaben verbringen. Männer hingegen nur rund 90 Minuten. Auch diese Statistik gibt einen Aufschluss darüber, dass die klassischen Rollenverteilungen weiterhin stark verbreitet sind. Aus dem Zitat von Jürgens geht außerdem hervor, dass aufgrund der vorliegenden klassischen Rollenverteilungen überwiegend Frauen ihre Erwerbsarbeit bei der Familiengründung reduzieren oder unterbrechen, während Männer diese eher noch verstärken. Aus diesem Sachverhalt heraus ergibt sich die Frage, welche Konflikte sich sowohl auf der beruflichen als auch auf der familiären Ebene für Männer und Frauen ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Work-Life-Balance – Definition und Vorteile
2.2 Arbeitszeitmodelle
2.2.1 Die Bedeutung von Teilzeit
2.2.2 Die Bedeutung von Telearbeit
2.2.3 Die Bedeutung der einschichtigen starren Arbeitszeit
2.3 Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf – geschlechterspezifische Probleme
2.4 Teilzeitarbeit – Gründe der Inanspruchnahme und Risiken
2.5 Telearbeit - Gründe der Inanspruchnahme und Risiken
2.6 Telearbeit und Teilzeit im Vergleich
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Konflikte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter dem Einfluss traditioneller Rollenverteilungen und analysiert, inwiefern die Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit als Instrumente zur Verbesserung der Work-Life-Balance dienen können.
- Analyse traditioneller Rollenverteilungen bei der Familiengründung
- Definition und Vorteile des Work-Life-Balance-Konzepts
- Untersuchung der Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit
- Bewertung von Gründen und Risiken der genannten Arbeitszeitmodelle
- Vergleich der Modelle hinsichtlich ihrer Eignung zur Konfliktlösung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Die Bedeutung von Telearbeit
Es kann zwischen zwei Formen der Telearbeit unterschieden werden: Die ständige Teleheimarbeit oder die alternierende Telearbeit. Letzteres bietet den beschäftigten Personen an ihre Arbeit teilweise daheim und teilweise im Büro zu erledigen. Wie lange genau im Büro beziehungsweise zu Hause gearbeitet wird, wird zwischen den ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen vereinbart. Jedoch gibt es auch Unternehmen, die selbst diese zeitliche Gestaltung vollständig den ArbeitnehmerInnen überlassen. Bei der ständigen Teleheimarbeit arbeiten die beschäftigten Personen vollständig von zu Hause. Zu erfüllende Aufgaben bekommen sie per Email oder Fax zugeschickt. Die fertig bearbeiteten Aufgaben gehen ebenfalls per Email oder Fax an die ArbeitgeberInnen zurück.
Es kann also gesagt werden, dass Telearbeit bedeutet, dass das Zuhause der MitarbeiterInnen zur Außenstelle des Unternehmens wird. Dank moderner Kommunikationsmedien kann sowohl Arbeitszeit als auch Arbeitsort der MitarbeiterInnen flexibel gewählt werden. Unter Berücksichtigung des vertraglichen vereinbarten Arbeitszeitvolumens, der Ziele und Termine, können die beschäftigten Personen ihre Arbeitszeit frei wählen. Demnach dient Telearbeit dazu, dass private und berufliche Aufgaben leichter vereinbart werden können. Vorausgesetzt für die Ausübung von Telearbeit ist eine moderne Hardware, wie etwa ein PC. Diese ist erforderlich, weil eine entsprechende Software den Kontakt zu vorgesetzten Personen und KollegInnen ermöglichen soll. Auch eine schnelle Internetverbindung ist unverzichtbar. (Vgl. ebd.: 49f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Work-Life-Balance und Arbeitszeitmodellen sowie die Analyse von Konflikten und Modellen wie Teilzeit und Telearbeit.
2.1 Work-Life-Balance – Definition und Vorteile: Dieses Kapitel definiert den Begriff Work-Life-Balance und erörtert die Vorteile, die sich für Arbeitnehmer und Unternehmen aus einer flexiblen Arbeitsgestaltung ergeben.
2.2 Arbeitszeitmodelle: Hier werden die verschiedenen Arbeitszeitmodelle, insbesondere Teilzeit, Telearbeit und das klassische starre Modell, zur weiteren Analyse differenziert definiert.
2.2.1 Die Bedeutung von Teilzeit: Dieses Kapitel beschreibt das Modell der Teilzeitarbeit als Instrument der Arbeitszeitverkürzung und stellt deren vielfältige Anwendungsmöglichkeiten dar.
2.2.2 Die Bedeutung von Telearbeit: Es werden die Formen der ständigen und alternierenden Telearbeit erläutert, wobei insbesondere die Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit hervorgehoben wird.
2.2.3 Die Bedeutung der einschichtigen starren Arbeitszeit: Dieses Kapitel definiert das klassische Modell der 40-Stunden-Woche als Kontrast zu flexiblen Arbeitszeitmodellen.
2.3 Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf – geschlechterspezifische Probleme: Dieses Kapitel analysiert die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen und zeigt auf, welche spezifischen Vereinbarkeitskonflikte daraus resultieren.
2.4 Teilzeitarbeit – Gründe der Inanspruchnahme und Risiken: Hier werden die Motive für Teilzeit sowie die damit verbundenen Risiken, wie beispielsweise Lohnverluste oder Karrierehindernisse, beleuchtet.
2.5 Telearbeit - Gründe der Inanspruchnahme und Risiken: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Gründe für die Nutzung von Telearbeit sowie die damit einhergehenden Herausforderungen, wie etwa die Gefahr der Isolation.
2.6 Telearbeit und Teilzeit im Vergleich: Abschließend werden die beiden flexiblen Modelle einander gegenübergestellt, um ihre Wirksamkeit als Lösungsansätze für die Vereinbarkeitsproblematik zu prüfen.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Teilzeitarbeit, Telearbeit, Familienleben, Vereinbarkeit, Arbeitszeitmodelle, Rollenverteilung, Erwerbsbiographie, Geschlechterspezifische Probleme, Flexibilität, Karrierechancen, Haushalt, Arbeitsmarkt, Zeitmanagement, Elternzeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und untersucht, wie spezifische Arbeitszeitmodelle dabei helfen können, diese Konflikte zu lösen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Work-Life-Balance, der Vergleich von Teilzeit- und Telearbeitsmodellen sowie die Untersuchung von geschlechtsspezifischen Rollenverteilungen in Familien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, inwiefern Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit und Telearbeit eine Verbesserung der Work-Life-Balance im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben darstellen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung von Statistiken und Berichten, um die Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle wissenschaftlich zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Work-Life-Balance, eine detaillierte Erläuterung von Arbeitszeitmodellen sowie eine kritische Analyse der mit diesen Modellen verbundenen Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Work-Life-Balance, Vereinbarkeit, Teilzeit, Telearbeit, geschlechtsspezifische Rollenverteilung und Karrierechancen.
Warum spielt die traditionelle Rollenverteilung in der Arbeit eine so große Rolle?
Die Arbeit stellt fest, dass traditionelle Rollenmuster nach der Familiengründung nach wie vor vorherrschen und maßgeblich beeinflussen, welche Arbeitszeitmodelle primär von Frauen oder Männern gewählt werden.
Welches der beiden Modelle, Teilzeit oder Telearbeit, ist laut der Analyse vorteilhafter für die Vereinbarkeit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Teilzeit trotz der Risiken wie Dequalifizierung für viele Frauen eine zufriedenstellende Lösung bietet, während Telearbeit aufgrund technischer Anforderungen und der Gefahr der Isolation komplexer in der Umsetzung ist.
Warum leiden Männer laut der Untersuchung unter einem speziellen Konflikt?
Bei Männern liegt der Hauptkonflikt oft in der Vollzeitarbeit begründet, was dazu führen kann, dass die Vater-Kind-Beziehung unter den langen Arbeitszeiten leidet.
Welchen Aspekt für die Zukunft schlägt der Autor vor?
Der Autor weist darauf hin, dass insbesondere die Zufriedenheit bei der Telearbeit weiter erforscht werden sollte, da hierzu derzeit nur wenige statistische Daten vorliegen.
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- Jan-Peter Schütz (Author), 2019, Konfliktfeld Beruf und Familie. Über die Auswirkungen der Arbeitszeitmodelle Teilzeit und Telearbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/469438