Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Die Paramilitarisierung des Staates

Inwiefern war der geschlossene Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der paramilitärischen Gruppierung Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) ein Etikettenschwindel?

Titel: Die Paramilitarisierung des Staates

Hausarbeit , 2018 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sonia Smolenski (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im November 2016 unterzeichnete die kolumbianische Regierung des amtierenden Präsidenten Juan Manuel Santos und die größte noch aktive Guerilla-Gruppierung des Landes, die FARC-EP (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, deutsch Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens –Volksarmee) den Friedensvertrag. Der Vertrag wurde international als Erfolg angesehen und Santos erhielt hierfür den Friedensnobelpreis, obwohl der Frieden in Kolumbien seit Vertragsschluss keineswegs gesichert ist. Im Dezember 2016 intensivierte sich die Präsenz rechtsgerichteter paramilitärischer Verbände in ehemaligen FARC-Gebieten, die die Guerilla über Jahrzehnte kontrolliert hat, und nun ohne Verwaltungsstrukturen hinterlässt. Die bewaffneten Gruppierungen machen sich das entstandene Machtvakuum zu nutzen, um sich Anteile an den rohstoffreichen Gebieten in den ehemaligen FARC-Hochburgen zu sichern. Die größte Leidtragende bleibt die zivile Bevölkerung Kolumbiens – darunter mehrheitlich afrokolumbianische und indigene Gemeinden - deren bewohntes Land zu einem Spielball des Konfliktes wird. Die Zahl der Opfer und Binnenvertriebenen steigt erneut. Die kolumbianische Regierung dementiert jedoch weiterhin die Existenz des Paramilitärs, da diese offiziell im Jahr 2006 die Waffen niederlegten und einen Friedensvertrag mit der Regierung des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez (2002-2010) abgeschlossen haben.

Nachfolgende Arbeit untersucht die Paramilitarisierung des kolumbianischen Staates am Beispiel des geschlossenen Friedensvertrages und zeigt auf, inwiefern der geschlossene Friedensvertrag zwischen den paramilitärischen Gruppierungen und der kolumbianischen Regierung 2006 ein Etikettenschwindel war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Privatisierung des „schmutzigen Krieges – nach Münkler und Zelik

3. Historischer Überblick der Entwicklung der AUC

3.1 Entstehungsbedingungen der AUC

3.2 Zusammenschluss der AUC

4. Friedensvertrag zwischen der Regierung und der AUC

4.1 Inhalt

4.2 Kritik

5. Paramilitärische Aktivitäten nach der Demobilisierung der AUC

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der paramilitärischen Gruppierung Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) tatsächlich zu einer Demobilisierung führte oder ob es sich dabei um einen Etikettenschwindel handelte, der bestehende paramilitärische Strukturen unter anderem Namen konservierte.

  • Analyse des bewaffneten Konflikts in Kolumbien anhand der Theorien von Herfried Münkler und Raul Zelik.
  • Aufarbeitung der historischen Entstehungsbedingungen und des Zusammenschlusses der AUC.
  • Kritische Untersuchung des Friedensgesetzes "Justicia y Paz" (Gesetz 975).
  • Untersuchung der fortbestehenden paramilitärischen Aktivitäten nach der offiziellen Demobilisierung.
  • Bewertung des Einflusses der Paramilitarisierung auf die aktuelle politische Lage Kolumbiens.

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehungsbedingungen für die AUC

Die Anfänge und der Nährboden für die Entstehung des Paramilitärs in Kolumbien gehen bereits auf die Unabhängigkeit des Landes 1819 zurück. Dabei wurden die vorgefestigten Machtverhältnisse aus der spanischen Kolonialherrschaft gewaltsam im „Tausend-Tage-Krieg“ (1899-1902) neu verhandelt. Die kolumbianische Oberschicht - geteilt in ein konservatives und liberales Lager - kämpfte im 20. Jahrhundert um den Einfluss und die Herrschaft im souveränen Andenstaat. Der Machtkampf der Elite führte zu einem deutlichen Ausschluss der restlichen Bevölkerungsschichten, insbesondere der Landbevölkerung, die den Großteil der jungen Republik stellte (vgl. Auschner, Walter 2010: 144). Der zentrale Streitpunkt, der heute noch die Basis des Konfliktes darstellt, ist die ungleiche Landverteilung und die Machtkonzentration. Kolumbien ist eines der führenden Länder mit ungleicher Landverteilung: 52% des landwirtschaftlich nutzbaren Landes sind im Besitz von 1% der kolumbianischen Bevölkerung (vgl. Amnesty International 2014: 2).

Als der populäre linksliberale Präsidentschaftskandidat Jorge Eliécer Gaitán, der sich als einer der ersten Politiker für eine gerechtere Landverteilung und soziale Reformen einsetzte, 1948 in Bogotá erschossen wurde, stürzte Kolumbien erneut in einen Bürgerkrieg. Der Konflikt wütete fast zehn Jahre über das Land und ging aufgrund seiner Brutalität als „La Violencia“ (dt.: Die Gewalt) in die Geschichte ein (vgl. Azzellini & Zelik 1999: 53). Die Regierung finanzierte dabei erstmals private kriminelle Gruppierungen – sogenannte pájaros (dt. Vögel) -, um gegen die rebellierende Landbevölkerung und Anhänger linker Gruppierungen vorzugehen, und gleichzeitig ihre eigene Machtposition zu stärken. Diese werden heute als Vorreiter der AUC eingeordnet. Unter dem Deckmantel einer politischen „Säuberung“ wurden kleinbäuerliche Gemeinden vertrieben, und das Land anschließend von Großgrundbesitzern angeeignet. Die bewaffneten Banden behielten als Belohnung die zurückgelassenen Wertgegenstände (vgl. Azzellini & Zelik 1999: 74). Die Landbevölkerung begann sich in dieser Zeit ebenfalls zu bewaffneten Gruppen zu organisieren, um sich vor den Angriffen der Großgrundbesitzer_Innen und der Willkür der konservativen Regierung zu schützen – es bildeten sich die ersten linken Widerstandsbewegungen und Vorläufer der Guerilla.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des kolumbianischen Friedensprozesses ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem möglichen Etikettenschwindel durch die Regierung Uribe.

2. Die Privatisierung des „schmutzigen Krieges – nach Münkler und Zelik: Hier wird der kolumbianische Konflikt theoretisch als asymmetrischer „neuer Krieg“ eingeordnet, wobei die Rolle des Staates als Akteur hervorgehoben wird, der private Milizen zur Durchsetzung eigener Interessen nutzt.

3. Historischer Überblick der Entwicklung der AUC: Dieses Kapitel skizziert die langfristigen Ursachen des Konflikts, insbesondere die ungleiche Landverteilung, und die Entwicklung der paramilitärischen Strukturen von den pájaros bis zur Gründung der AUC.

4. Friedensvertrag zwischen der Regierung und der AUC: Der Fokus liegt auf der inhaltlichen Vorstellung des Gesetzes 975 sowie einer detaillierten Kritik, die auf die Straflosigkeit und das Fehlen einer echten Aufarbeitung hinweist.

5. Paramilitärische Aktivitäten nach der Demobilisierung der AUC: Basierend auf Berichten von INDEPAZ wird aufgezeigt, dass paramilitärische Strukturen trotz Demobilisierung unter neuen Namen wie BACRIM weiterhin aktiv die Regionen kontrollieren.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Hypothese des Etikettenschwindels und betont, dass ein nachhaltiger Frieden ohne strukturelle Reformen in Kolumbien ungewiss bleibt.

Schlüsselwörter

Kolumbien, Paramilitarismus, AUC, Friedensvertrag, Gesetz 975, Gerechtigkeit und Frieden, Demobilisierung, Privatisierung, neuer Krieg, Menschenrechte, Landverteilung, Parapolitik, BACRIM, soziale Gerechtigkeit, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der paramilitärischen Gruppierung AUC und untersucht, ob dieser Prozess tatsächlich zur Demobilisierung führte oder lediglich Strukturen verschleierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Geschichte des kolumbianischen Paramilitarismus, die Theorie der „neuen Kriege“, die Analyse des Gesetzes „Gerechtigkeit und Frieden“ sowie die anhaltende Präsenz paramilitärischer Ableger nach 2006.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es zu belegen, dass die Friedensverhandlungen unter Präsident Uribe als Etikettenschwindel zu bewerten sind, da sie statt einer echten Demobilisierung eher der Erhaltung paramilitärischer Strukturen dienten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse (Münkler, Zelik) und einer empirischen Auswertung von Berichten, Menschenrechtsorganisationen und offiziellen Regierungsdaten.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der AUC, das Gesetz 975, die Kritik an der mangelnden Umsetzung von Wahrheit und Reparation sowie die Aktivitäten paramilitärischer Nachfolgeorganisationen (BACRIM).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Etikettenschwindel“, „Paramilitarismus“, „Transitional Justice“, „Landverteilung“ und „Privatisierung des Krieges“ definiert.

Was ist das „Pacto de Ralito“ und warum ist es für die Arbeit wichtig?

Der Pakt von Ralito ist ein Beleg für die enge Verstrickung zwischen führenden Regierungsvertretern und der AUC, was die These der Arbeit stützt, dass die Regierung den Paramilitarismus bewusst als politisches Instrument nutzte.

Warum wird die offizielle Demobilisierungszahl von 32.000 Mitgliedern in der Arbeit angezweifelt?

Die Autorin weist darauf hin, dass die hohe Zahl auf kriminelle Akteure zurückzuführen ist, die sich als Paramilitärs ausgaben, um von Amnestieregelungen und staatlichen Hilfen zu profitieren.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Paramilitarisierung des Staates
Untertitel
Inwiefern war der geschlossene Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der paramilitärischen Gruppierung Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) ein Etikettenschwindel?
Note
1,0
Autor
Sonia Smolenski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V465841
ISBN (eBook)
9783668942530
ISBN (Buch)
9783668942547
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedens- und Konfliktforschung Kolumbien Bewaffneter Konflikt Paramilitarismus Friedensvertrag
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sonia Smolenski (Autor:in), 2018, Die Paramilitarisierung des Staates, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/465841
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum