Die vorliegende Arbeit soll dem Leser einen Einblick in die Bewertung der Kennzahl „Gewinn je Aktie“ nach den Rechnungslegungsnormen des USamerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) geben. In Kapitel 2 werden die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Rechnungslegungssysteme: Handelsgesetzbuch (HGB), International
Accounting Standards (IAS) und US-GAAP im Rahmen der Aufgabenstellung herausgearbeitet. Der weltgrößte Kapitalmarkt und die weltgrößte Börse befinden sich in den USA. Es liegt daher auf der Hand, dass vor allem der USamerikanische Kapitalmarkt und dessen Rechnungslegung für deutsche Unternehmen interessant sind.
Der markante ausgewiesene Ergebnisunterschied zwischen den beiden Rechnungslegungssystemen HGB und US-GAAP war Auslöser für eine verstärkte Auseinandersetzung mit den US-amerikanischen
Rechnungslegungsvorschriften und den bis vor wenigen Jahren noch wenig beachteten IAS.
In den nachfolgenden Kapiteln 3 und 4 widme ich meine Aufmerksamkeit, einerseits der detaillierten Darstellung des Gewinns je Aktie und andererseits der Änderung der US-Bilanzierungsregeln in Bezug auf die Behandlung des Goodwill.
In Kapital 5 gehen ich der Frage nach, ob die neuen Abschreibungsregeln nach US-GAAP Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit, der nach Handelsgesetzbuch bilanzierenden bzw. nach internationalen Vorschriften (US-GAAP und IAS) bilanzierenden Unternehmen haben. Ebenfalls wird die Auswirkung auf den „Gewinn je Aktie“ untersucht.
Im letzten Teil dieser Arbeit führte ich ein Interview mit zwei Praxisorientierten Aktienanalysten. Die Beiden kompetenten Fachleute sollen durch ihre kritische Meinung dem Leser das Verstehen der nicht einfachen und sehr umfangreichen Materie erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bilanzierung nach HGB, IAS und US-GAAP im Vergleich
2.1. Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB
2.2. Grundlagen der Rechnungslegung nach IAS
2.3. Grundlagen der Rechnungslegung nach US-GAAP
3. Gewinn je Aktie Allgemein
3.1. Der unverwässerte Gewinn je Aktie
3.2. Der verwässerte Gewinn je Aktie
3.3. Gewinn je Aktie nach HGB
3.4. Gewinn je Aktie nach IAS
3.5. Gewinn je Aktie nach US-GAAP
4. Änderung der Bilanzierungsvorschriften bezüglich des Goodwill nach US-GAAP
4.1. Die größten Profiteure der Umstellung am DAX
4.2. Nemax vor Neubewertung
4.3. Auswertung der Bilanzierungsart im Nemax 50
5. Kritische Beurteilung der neuen amerikanischen Abschreibungsregeln nach US-GAAP und die Auswirkung auf den Gewinn je Aktie
6. Experteninterview
7. Ausblick und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Kennzahl „Gewinn je Aktie“ (Earnings per Share) unter den Normen der US-GAAP zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit der Goodwill-Bilanzierung zu führen. Dabei wird untersucht, wie sich veränderte Abschreibungsregeln auf die Aussagekraft der Kennzahl und die Vergleichbarkeit von Unternehmen auswirken.
- Vergleich der Rechnungslegungssysteme HGB, IAS und US-GAAP
- Methodische Darstellung der Berechnung des unverwässerten und verwässerten Gewinns je Aktie
- Analyse der Auswirkungen von US-GAAP-Änderungen bei der Goodwill-Bilanzierung
- Untersuchung der Konsequenzen für Unternehmen im DAX und Nemax 50
- Kritische Diskussion der Ergebnisqualität und Bilanztransparenz durch Expertenmeinungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Der unverwässerte Gewinn je Aktie
Der unverwässerter Gewinn je Aktie (basic Earnings per Share) ist der Jahresabschluss/Jahresfehlbetrag nach Steuern, der auf eine Aktie entfällt. Für Mutterunternehmen ist das im Konzernabschluss ausgewiesene Jahresergebnis heranzuziehen. Dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag werden alle Bestandteile abgezogen bzw. addiert, die nicht den im Nenner erfassten Aktien zustehen.
Die basic Earnings per Share ermitteln sich nach folgender Formel:
auf Stammaktien entfallender Erfolg des Unternehmens in der Periode / durchschnittliche Zahl der in der Periode von Aktionären gehaltenen Stammaktien des Unternehmens = basic EPS
Im Rahmen der US-GAAP wird streng zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien unterschieden. Letztere werden Gläubigeransprüchen gleichgesetzt, weil sie anders als wie bei den Stammaktien grundsätzlich kein Stimmrecht gewähren, dafür aber mit einem festem Dividendenanspruch ausgestattet sind, der in der Regel auch rückwirkend Bestand hat, wenn er vorübergehend nicht erfüllt wurde. Da sie Gläubigeransprüche verkörpern, müssen die auf Vorzugsaktien zu zahlenden Dividenden für das laufende Jahr und gegebenenfalls auch rückwirkend für frühere Jahre, aus dem Unternehmenserfolg eliminiert werden, soweit der Gewinn der Periode diese Ansprüche abdeckt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Kennzahl „Gewinn je Aktie“ nach US-GAAP zu analysieren und die Unterschiede zu anderen Rechnungslegungsstandards sowie die Auswirkungen der neuen Goodwill-Bilanzierung zu untersuchen.
2. Bilanzierung nach HGB, IAS und US-GAAP im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Grundlagen und Unterschiede der drei Rechnungslegungssysteme HGB, IAS und US-GAAP dar und betont die Notwendigkeit internationaler Harmonisierung.
3. Gewinn je Aktie Allgemein: Es erfolgt eine Definition der Kennzahl „Gewinn je Aktie“ sowie eine detaillierte methodische Anleitung zur Berechnung von unverwässerten und verwässerten Kennziffern nach unterschiedlichen Standards.
4. Änderung der Bilanzierungsvorschriften bezüglich des Goodwill nach US-GAAP: Das Kapitel analysiert die Neuregelung der Goodwill-Abschreibung und bewertet deren Auswirkungen auf DAX-Konzerne sowie Unternehmen des Wachstumssegments Nemax 50.
5. Kritische Beurteilung der neuen amerikanischen Abschreibungsregeln nach US-GAAP und die Auswirkung auf den Gewinn je Aktie: Es findet eine kritische Würdigung statt, wie der Wegfall regelmäßiger Goodwill-Abschreibungen die Vergleichbarkeit von Unternehmen erschwert und die Kennzahl „Gewinn je Aktie“ beeinflusst.
6. Experteninterview: Zwei Aktienanalysten diskutieren die Relevanz der Bilanzierungsänderungen für deutsche Unternehmen und die Transparenz für Investoren.
7. Ausblick und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Transparenz zwar steigen kann, aber die Vergleichbarkeit durch neue Impairment-Tests und das „Durcheinander“ der Standards vorerst schwieriger wird.
Schlüsselwörter
Gewinn je Aktie, US-GAAP, IAS, HGB, Goodwill, Earnings per Share, Bilanzierung, Aktienanalyse, Impairment-Test, DAX, Nemax 50, Konzernabschluss, Rechnungslegung, Unternehmensbewertung, Transparenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kennzahl „Gewinn je Aktie“ und wie diese nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP) ermittelt und kritisch bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Vergleich von Rechnungslegungsstandards, die Berechnungsmethodik für EPS, die Auswirkungen geänderter Goodwill-Regelungen und deren Konsequenzen für die Aktienanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser die Bewertungsmethode des „Gewinns je Aktie“ nach US-GAAP verständlich zu machen und die Auswirkungen der neuen Bilanzierungsregeln auf die Unternehmenspublizität zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse der Rechnungslegungsvorschriften sowie eine qualitative Expertenbefragung, um die theoretischen Aspekte mit der praktischen Anwendung zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der mathematischen Herleitung des Gewinns je Aktie die Auswirkungen des Wegfalls regelmäßiger Goodwill-Abschreibungen auf DAX-Unternehmen und den Nemax 50 detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe wie Gewinn je Aktie, Goodwill-Bilanzierung, US-GAAP, Bilanzharmonisierung und Aktienanalyse prägen den Inhalt der Arbeit.
Wie wirkt sich die neue Goodwill-Regelung auf den Gewinn je Aktie aus?
Da der Goodwill nicht mehr regelmäßig abgeschrieben wird, steigt der ausgewiesene Gewinn je Aktie tendenziell an, was jedoch die Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen erschweren kann.
Warum ist die Bilanzierung nach US-GAAP für deutsche Unternehmen relevant?
Aufgrund der globalen Kapitalmarktorientierung und der Notwendigkeit, internationale Investoren anzusprechen, müssen deutsche „Global Player“ häufig US-GAAP-konforme Abschlüsse erstellen oder überleiten.
- Quote paper
- Toni Trogrlic (Author), 2001, Der "Gewinn je Aktie" nach US-GAAP - Darstellung und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46540