Die vorliegende Arbeit soll dazu beitragen, die unterschiedlichen Sichtweisen des Controllings zu bündeln, ein einheitliches Rollenbild zu bestimmen und die Vor- und Nachteile im Rahmen der Einbindung in die Organisation zu analysieren. Für die Bestimmung des Rollenbildes wird neben der historischen sowie gegenwärtigen Betrachtung auch das zukünftige Bild des Controllers berücksichtigt.
Ausgehend von diesen Zielen werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachfolgende Forschungsfragen beantwortet:
Wie hat sich das Rollenbild des Controllers im Zeitverlauf verändert und welchen Einfluss haben die aktuellen Entwicklungstendenzen auf das zukünftige Aufgabengebiet und die damit verbundene Rolle? Welche Möglichkeiten zur Einbindung in die Organisation existieren und wo liegen die Vor- und Nachteile? Welchen Herausforderungen steht der Controller im Rahmen seiner neuen Rolle gegenüber?
"Die Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft, ihre Teildisziplin Controlling ebenfalls nicht und insofern verwundert es nicht, dass für eben diese Teildisziplin bis zum heutigen Tag keine umfassende und allgemein anerkannte Definition existiert". Nachdem sich im Laufe der neunziger Jahre die koordinationsorientierte Sichtweise nach Horváth durchzusetzen schien, wird über die konzeptionelle Ausrichtung und Abgrenzung des Fachgebiets mit einer Vielzahl neuer Vorschläge in den letzten Jahren erneut diskutiert. Jeder hat seine eigene Vorstellung darüber was Controlling bedeutet beziehungsweise bedeuten soll, seien es führende Wissenschaftler oder Manager innerhalb der Unternehmung, die eine solche Querschnittsfunktion zu besetzen haben. Somit existiert eine gewisse Unklarheit bezüglich dieses Themengebietes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung des Controllings
3 Aspekte des Controllings
3.1 Controlling-Konzeptionen in der deutschsprachigen Literatur
3.2 Abgrenzung des Controllings
3.3 Der funktionale Aspekt des Controllings
3.4 Der institutionelle Aspekt des Controllings
4 Controlling im Wandel der Zeit
4.1 Aktuelle Entwicklungstendenzen
4.2 Konsequenzen und Herausforderungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Sichtweisen auf das Controlling zu bündeln, ein einheitliches Rollenbild zu definieren und die Auswirkungen unterschiedlicher organisatorischer Einbindungsformen sowie die damit einhergehenden Herausforderungen für Controller zu analysieren.
- Historische Entwicklung und Einordnung des Controllings
- Vergleich und Analyse verschiedener Controlling-Konzeptionen
- Organisatorische Gestaltungsmöglichkeiten (z.B. Stab vs. Linie)
- Aktuelle Trends wie Shared Service Center und Digitalisierung
- Veränderung des Anforderungsprofils und des Rollenbilds zum Business Partner
Auszug aus dem Buch
3.1 Controlling-Konzeptionen in der deutschsprachigen Literatur
Trotz des herrschenden Trends der Akademisierung des Controllings, existiert in der heutigen Zeit weder in der Praxis noch in der Literatur eine einheitliche und allgemeingültige Definition. Aufgrund der breiten Meinungsvielfalt ist die deutschsprachige Literatur durch eine Vielzahl unterschiedlicher Controlling-Konzeptionen gekennzeichnet. In der Abbildung 1 werden die Konzeptionen von vier Autoren der führenden Lehrbücher unter dem Blickwinkel des gewählten Ansatzes und der Gemeinsamkeit zueinander verdeutlicht.
Der koordinationsorientierte Ansatz nach Horváth stellt die älteste aus Deutschland stammende Controlling-Konzeption dar und wird lange Zeit als vorherrschende Denkweise betrachtet. In der Praxis ist gemäß seiner Ansicht das Führungssystem in das Planungs- und Kontrollsystem sowie das Informationsversorgungssystem zu unterteilen. Der Controller ist für die Koordinationsaufgaben sowie die laufenden Abstimmungen innerhalb dieser formalen Führungsteilsysteme verantwortlich.
Eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes erfolgt durch Küpper et al. Die Autoren sind der Auffassung, dass es sich beim Controlling um eine Management-Konzeption handelt, die sich umfassend auf die Koordination von Führungsteilsystemen bezieht. Im Gegensatz zu Horváth wird die Koordinationsfunktion auf die Organisation bzw. das Personal ausgeweitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Unschärfe des Controlling-Begriffs ein und formuliert die Forschungsfragen zur Rollenentwicklung sowie zur organisatorischen Einbindung.
2 Historische Entwicklung des Controllings: Es wird die Entstehung des Controllings von den USA des 19. Jahrhunderts bis zur Etablierung erster Lehrstühle im deutschsprachigen Raum nachgezeichnet.
3 Aspekte des Controllings: Dieses Hauptkapitel beleuchtet theoretische Konzeptionen, grenzt Controlling von anderen Funktionen wie dem Treasury ab und analysiert funktionale sowie institutionelle Einbindungsmöglichkeiten.
4 Controlling im Wandel der Zeit: Hier werden aktuelle Entwicklungen wie Shared Service Center und Digitalisierung diskutiert sowie die Konsequenzen für das Berufsbild des Controllers abgeleitet.
5 Fazit: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die notwendige Weiterentwicklung des Controllers hin zum Business Partner im digitalen Zeitalter.
Schlüsselwörter
Controlling, Rollenbild, Business Partner, Koordination, Organisation, Stabsstelle, Linienstelle, Shared Service Center, Digitalisierung, Entscheidungsunterstützung, Führungsrationalität, Controlling-Konzeptionen, Unternehmensorganisation, Strategische Planung, Prozessmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Controllers in modernen Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf seine organisatorische Einbindung und sein sich wandelndes Aufgabenprofil.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Controllings, die historische Entwicklung, verschiedene Organisationsformen wie Stabs- und Linienorganisation sowie aktuelle Trends wie Digitalisierung und Shared Service Center.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, ein einheitliches Verständnis für das Rollenbild des Controllers zu schaffen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Organisationsstrukturen die Effektivität des Controllings beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte sowie der Auswertung aktueller Studien und Praxisbeispiele zum Aufgaben- und Rollenverständnis von Controllern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeptionsanalyse, die institutionelle Abgrenzung sowie eine detaillierte Betrachtung von Entwicklungstendenzen und deren Folgen für die Rolle des Controllers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Business Partner, Koordination, Digitalisierung, Shared Service Center und institutionelle Einbindung beschreiben.
Warum ist die organisatorische Einbindung für Controller so wichtig?
Die Art der Einbindung bestimmt maßgeblich die Autorität, die Unabhängigkeit und damit die Fähigkeit des Controllers, effektiv an strategischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken.
Welchen Einfluss haben Shared Service Center auf das Controlling?
Sie führen zu einer Zentralisierung transaktionaler Aufgaben, was es Controllern ermöglicht, sich stärker auf analytische Beratungstätigkeiten und die Unterstützung des Managements zu konzentrieren.
Was unterscheidet das frühere vom heutigen Rollenbild des Controllers?
Früher dominierte oft das Bild eines rein kontrollorientierten "Erbsenzählers", während heute zunehmend die Rolle als "Business Partner" und strategischer Berater gefordert ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Rolle und Einbindung des Controllers in die Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/465153