Die vorliegende Arbeit setzt sich intensiv mit Rechtsextremismus unter Jugendlichen und Erklärungsansätzen auseinander. Ein jugendlicher Skinhead mit Bomberjacke und Springerstiefel. Dazu eine Glatze und ein Schlagring in der Hand! So oder so ähnlich geistert das Bild im Kopf wenn man an den Begriff "Rechtsextrem" denkt. Daher wir Rechtsextremismus oftmals mit Gewalt in Verbindung gebracht und als ein Problem der Jugend dargestellt. Allerdings werden die Jugendlichen oft genug von älteren Rechtsextremisten angeworben und angestiftet. Die Gewalttäter selbst aber sind laut Statistik tatsächlich meist Jugendliche.
In den letzten Jahrzenten wurde die rechtsextremistische Tendenz unter Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland durch politisch motivierte Gewalttaten insbesondere gegen ausländische Mitbürger unübersehbar geworden. Diese Entwicklung stellt ein so großes Problem dar, dass die Politik sowie die Gesellschaft gezwungen werden zu Handeln. Hierbei stellt sich doch die Frage, welche Bewegründe die jugendlichen animierten sich am Rechtsextremismus zu orientieren und einen rechtsextremistischen Lebenstill anzustreben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Rechtsextremismus?
3. Erklärungsansätze
3.1. Soziale Ansätze
3.2. Die Deprivationstheorie
3.3. Die Desintegrationstheorie
3.4. Die Anomietheorie
4. Rechtsextremismus und Schule
5. Prävention
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Beweggründe und Ursachen, die Jugendliche dazu animieren, sich rechtsextremistischen Ideologien zuzuwenden und einen entsprechenden Lebensstil anzustreben, um ein tieferes Verständnis für dieses gesellschaftliche Problem zu gewinnen.
- Begriffsbestimmung von Rechtsextremismus
- Analyse soziologischer Erklärungsansätze (Deprivation, Desintegration, Anomie)
- Rolle der Schule bei rechtsextremen Vorfällen
- Präventionsstrategien und akzeptierende Jugendarbeit
Auszug aus dem Buch
Die Desintegrationstheorie
Die Desintegrationstheorie wurde von dem Pädagogikprofessor Wilhelm Heitmeyer aufgestellt. Die Desintegration ist die Auflösung einer Struktur eines sozialen Systems.
„Desintegration meint den Verlust sozialer Bindungen und Beziehung, aber auch den Verlust traditioneller Werte und Bezugspunkte und die damit einhergehende Isolation und Anonymität. Das führt wiederrum zur Unsicherheit und Ängsten, die durch rechtsextremistische Gruppierungen, die Gruppenzugehörigkeit sowie Bestätigung innerhalb der Gruppe kompensiert werden.“
An folgenden Punkten bemisst Heitmeyer die Integration bzw. die Desintegration:
• „Zugehörigkeit zu wichtigen gesellschaftlichen Teilsystemen und sozialen Einheiten,
• Partizipation an den von ihnen zur Verfügung gehaltenen Ressourcen und
• Anerkennung als gesellschaftlich relevantes Subjekt und als Persönlichkeit, die als Individuum wertgeschätzt wird.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung von Rechtsextremismus im Jugendalter und legt das persönliche Motiv des Autors zur Auseinandersetzung mit dem Thema dar.
2. Was ist Rechtsextremismus?: Dieses Kapitel diskutiert die Schwierigkeiten einer einheitlichen Begriffsbestimmung und führt definitorische Merkmale wie Ungleichheitsvorstellungen und Chauvinismus auf.
3. Erklärungsansätze: Es werden verschiedene wissenschaftliche Theorien wie soziale Ansätze, die Deprivationstheorie, die Desintegrationstheorie und die Anomietheorie zur Analyse rechtsextremer Orientierungen vorgestellt.
4. Rechtsextremismus und Schule: Dieser Abschnitt thematisiert den Umgang mit rechtsextremistischen Vorfällen im schulischen Umfeld und die rechtlichen Konsequenzen für betroffene Schüler.
5. Prävention: Hier werden präventive Maßnahmen durch Jugendarbeit und Streetwork sowie die Bedeutung beziehungsorientierter Pädagogik erörtert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kein einzelner Erklärungsansatz ausreicht und fordert eine Verknüpfung der Theorien für einen universalen Erklärungsansatz.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Jugendliche, Deprivationstheorie, Desintegrationstheorie, Anomietheorie, Sozialisation, Schule, Prävention, Jugendarbeit, Ungleichheitsvorstellungen, politische Gewalt, Radikalisierung, Ideologie, gesellschaftlicher Wandel, soziale Ausgrenzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Hintergründen von Rechtsextremismus bei Jugendlichen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die definitorische Abgrenzung des Begriffs, soziologische Erklärungsmodelle, der schulische Kontext sowie Ansätze der Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Beweggründe zu verstehen, warum sich Jugendliche der rechtsextremen Szene zuwenden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung bestehender soziologischer und pädagogischer Erklärungsansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Ursachenforschung und die praxisnahe Betrachtung von Rechtsextremismus in Schule und Jugendarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rechtsextremismus, Jugendalter, Deprivation, Desintegration, Anomie und Prävention.
Warum hält der Autor die Anomietheorie für nur begrenzt geeignet?
Der Autor weist darauf hin, dass die Theorie nicht erklären kann, warum sich Jugendliche speziell dem Rechtsextremismus und nicht etwa dem Linksextremismus zuwenden.
Wie definiert Wilhelm Heitmeyer Desintegration?
Heitmeyer versteht darunter die Auflösung sozialer Strukturen, die zu Isolation und Anonymität führt, welche durch Gruppenzugehörigkeit in rechtsextremen Kreisen kompensiert werden können.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Prävention?
Die Schule soll ein tolerantes Miteinander fördern und durch speziell ausgebildete Personen als Anlaufstelle für Informationen und Prävention dienen.
Was bedeutet „akzeptierende Jugendarbeit“ in diesem Kontext?
Es bedeutet, Jugendliche trotz rechtsextremer Orientierung als Person anzuerkennen, um eine Vertrauensbasis für pädagogische Veränderungsprozesse zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Patryk Lubanski (Autor:in), 2014, Rechtsextremismus im Jugendalter. Warum fühlen Jugendliche sich von rechtsextremen Ideologien angesprochen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/464213