Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Social Work

Wenn Diagnosen krank machen. Der Fall Vera Stein

Psychiatrische Diagnostik in der Kritik

Title: Wenn Diagnosen krank machen. Der Fall Vera Stein

Term Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 15

Autor:in: Frauke Oberländer (Author)

Social Work

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit den Problemen, Risiken und Stigmata, die durch psychiatrische Diagnosen hervorgerufen werden können.

Die exemplarische Betrachtung des Falls Vera Stein soll den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bilden. Hierauf basierend soll zum einen die psychiatrische Diagnostik auf mögliche Willkür hin untersucht und zum anderen die schiere Unmöglichkeit aufgezeigt werden, sich einer diagnostizierten psychischen Erkrankung zum Trotz als geistig gesund, sprich mündig, zu behaupten und Zwangsbehandlungen abzuwenden.

Im Sinne von Allen Frances "Was ist normal und was nicht?" soll weiterhin untersucht werden, inwieweit Psychiatrie und Klassifikationssysteme die Pathologisierung abweichenden Verhaltens unterstützen. Anhand des Fallbeispiels Vera Stein soll dargelegt werden, dass die körperliche und seelische Unversehrtheit eines Menschen durch die vermeintlich heilende Zuwendung medizinischer, psychiatrischer Disziplin Schaden nehmen kann, was wiederum zu
einer Frage führt:

Handelt es sich bei der Psychiatrie um eine Institution, welche die Pathologisierung menschlichen Verhaltens zur Bedingung macht, um sich selbst am Leben zu erhalten, und daher von der mit einer fatalen Diagnosestellung einhergehenden Stigmatisierung der betroffenen Personengruppe profitiert?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fokus | Fragestellung

1.2 Erkenntnisinteresse | Vorgehensweise

2. Der Fall Vera Stein

2.1 Exkurs: Geschichte der Psychiatrie

2.2 Psychiatrische Diagnostik in der Kritik

2.3 Diagnostik und Stigmatisierung

3. Schluss

3.1 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht anhand des Fallbeispiels Vera Stein die problematischen Auswirkungen psychiatrischer Diagnostik und der damit einhergehenden Stigmatisierung, um aufzuzeigen, wie medizinische Klassifizierung als Instrument der Ausgrenzung und Willkür fungieren kann.

  • Kritische Analyse psychiatrischer Diagnosepraktiken und deren Folgen für Individuen
  • Historische Einordnung der Psychiatrie und Entwicklung psychiatrischer Behandlungsmethoden
  • Die Rolle von Stigmatisierung bei der Etikettierung abweichenden Verhaltens
  • Psychiatrische Diagnostik im Spannungsfeld zwischen Nutzen und Machtmissbrauch
  • Fallbeispielanalyse Vera Stein als Beleg für die Auswirkungen zwangsweiser medizinischer Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

2. Der Fall Vera Stein

Der psychiatrische Leidensweg von Vera Stein begann im Januar 1974. Nachdem sich die damals 14-jährige wiederholt gegen den autoritären Erziehungsstil ihrer Eltern, insbesondere ihres Vaters, aufgelehnt hatte, konsultierten diese eine Psychologin, welche nach einigen Tests den Verdacht auf eine Unterform der Schizophrenie äußerte.

Das Mädchen wurde daraufhin in die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Frankfurt am Main überwiesen, wo man bei ihm unter Berücksichtigung der väterlichen Schilderungen und der „erblichen Vorbelastung“ – Steins Großmutter litt ebenfalls unter psychischen Störungen – eine „Krankheit aus dem schizophrenen Formenkreis, frühkindliche Hirnschädigung, asoziale Persönlichkeit“ (Stein 2000, zit. n. Rohrmann 2007, 79) diagnostizierte. Die Diagnose war der Auslöser für einen – mit Unterbrechungen – insgesamt sieben Monate andauernden Aufenthalt in der geschlossenen Station selbiger Psychiatrie, hinter deren Mauern das Mädchen nach eigener Aussage gefangen gehalten wurde, ohne dass es die Chance gegeben hätte, zu entkommen (vgl. Stein 2006, 9). So kehrte es erst Anfang 1975 in sein Elternhaus zurück. An dem konfliktträchtigen Verhältnis zum Vater aber hatte sich nichts geändert und keine zwei Jahre darauf veranlasste dieser – ungeachtet der mittlerweile erreichten Volljährigkeit seiner Tochter, noch dazu ohne jegliche gerichtliche Anordnung – deren Einweisung in eine Bremer Privatklinik. Wieder war die Station geschlossen, wieder wurden die Entlassungswünsche des Mädchens verweigert. Stattdessen verabreichte man ihm gegen seinen Willen „Mengen Psychopharmaka“ (Stein 2006, 9), wogegen sich zur Wehr zu setzen lediglich eine Verschlimmerung des „Teufelskreis[es] Psychiatrie“ (Stein 2006, 9) bedeutet hätte (vgl. Stein 2006, 9; vgl. Rohrmann 2007, 79ff). So verfuhr man, nachdem Stein einmal die Flucht aus der Klinik geglückt, sie dann jedoch von Polizisten in Handschellen dorthin zurückgeführt worden war, „gleich nach den üblichen Methoden“ (Rohrmann 2007, 79), indem man das Mädchen gewaltsam fixierte und ihm hochdosierte Medikamente verabreichte (vgl. Rohrmann 2007, 79).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Fallbeispiel Vera Stein ein und benennt das Ziel, die psychiatrische Diagnostik sowie die Stigmatisierung Betroffener kritisch zu beleuchten.

1.1 Fokus | Fragestellung: Dieses Unterkapitel konkretisiert die Zielsetzung, anhand des Falls Vera Stein die Willkür psychiatrischer Diagnosen und die Problematik von Zwangsbehandlungen zu untersuchen.

1.2 Erkenntnisinteresse | Vorgehensweise: Hier wird dargelegt, dass neben dem historischen Rückblick auf Behandlungsmethoden auch die aktuelle Relevanz von Stigmatisierung und der Umgang mit Abweichungen zentral für die Untersuchung sind.

2. Der Fall Vera Stein: Das Kapitel schildert detailliert den langjährigen psychiatrischen Leidensweg von Vera Stein, der durch Fehldiagnosen, Klinikaufenthalte und Zwangsbehandlungen geprägt war.

2.1 Exkurs: Geschichte der Psychiatrie: Ein historischer Abriss verdeutlicht die Traditionen psychiatrischer Unterbringung und die Entwicklung hin zu einer zunehmenden Verwendung naturwissenschaftlich-objektivierender Diagnosesysteme.

2.2 Psychiatrische Diagnostik in der Kritik: Dieses Kapitel kritisiert die mangelnde Eindeutigkeit psychiatrischer Diagnosen und führt das Rosenhan-Experiment an, um die Willkür und Gefahr von Fehldiagnosen aufzuzeigen.

2.3 Diagnostik und Stigmatisierung: Hier wird der Prozess der Stigmatisierung durch psychiatrische Diagnosen analysiert und im Kontext gesellschaftlicher Ausgrenzungsmechanismen betrachtet.

3. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die negativen Folgen der Etikettierung für Vera Stein und verdeutlicht die anhaltenden Auswirkungen des Stigmas.

3.1 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass psychiatrische Diagnosen häufig zur Stigmatisierung beitragen, anstatt den Betroffenen zu helfen, und plädiert für eine herrschaftsfreie und nicht mehr krankmachende Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Vera Stein, Psychiatrie, Diagnostik, Stigmatisierung, Schizophrenie, Zwangsbehandlung, Fehldiagnose, Rosenhan-Experiment, Psychiatriekritik, Etikettierung, Machtmissbrauch, Ausgrenzung, medizinische Disziplin, Psychiatriegeschichte, Patientenrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Kritik an psychiatrischen Diagnosepraktiken und der daraus resultierenden Stigmatisierung von Menschen, verdeutlicht anhand der Fallgeschichte von Vera Stein.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Psychiatrie, die Problematik psychiatrischer Klassifizierungssysteme (wie ICD/DSM), der Mechanismus der Stigmatisierung sowie die Folgen von Zwangsbehandlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Willkür psychiatrischer Diagnostik aufzuzeigen und zu untersuchen, inwiefern die Pathologisierung abweichenden Verhaltens eher Stigmatisierung fördert als Heilung zu bewirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse, die historische Literatur mit einer tiefgehenden Fallstudie (Vera Stein) kombiniert, um theoretische Konzepte der Psychiatriekritik praktisch zu untermauern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung des Falls Vera Stein, einen historischen Exkurs über psychiatrische Anstalten und Behandlungsmethoden sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Diagnostik und der Stigmatisierung Betroffener.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Psychiatrie, Stigmatisierung, Diagnosewillkür, Zwangsbehandlung, Rosenhan-Experiment und Patientenrechte.

Welche spezifische Bedeutung hat das Rosenhan-Experiment für diese Arbeit?

Das Experiment dient dazu, die wissenschaftliche Kritik an der mangelnden Eindeutigkeit psychiatrischer Diagnosen zu stützen und zu belegen, dass "Normalität" und "Wahnsinn" oft schwer voneinander zu unterscheiden sind.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der psychiatrischen Diagnostik?

Die Autorin schlussfolgert, dass psychiatrische Diagnosen ein hohes Stigmatisierungspotenzial bergen und dazu führen können, dass die Diagnose selbst zum Ausgangspunkt für weitere Ausgrenzung und gesundheitliche Verschlechterungen wird.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Wenn Diagnosen krank machen. Der Fall Vera Stein
Subtitle
Psychiatrische Diagnostik in der Kritik
College
University of Marburg
Grade
15
Author
Frauke Oberländer (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V463717
ISBN (eBook)
9783668923911
ISBN (Book)
9783668923928
Language
German
Tags
Antipsychiatrie Psychiatrie Vera Stein Zwangskontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frauke Oberländer (Author), 2016, Wenn Diagnosen krank machen. Der Fall Vera Stein, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/463717
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint