Wie und mit welcher Relevanz werden diese Bestandteile der Firmung in der heutigen Gesellschaft berücksichtigt? Bleibt ihr Wert bestehen, oder geht er vielleicht verloren? In den meisten Diözesen wird die Firmung im Jugendalter gespendet. Doch ist das Jugendalter, oder gar die Phase der Pubertät, der richtige Zeitpunkt, um ein kirchliches Sakrament zu empfangen? Ist eine intensive Vorbereitung und ein Verständnis über den Hintergrund der Firmung gegeben, obwohl sich viele Jugendliche in dieser Zeit von der Kirche und ihrem Umfeld abwenden sowie teilweise in inneren Krisen stecken? Können sie in dieser Zeit eine Entscheidung im Rahmen des Glaubens treffen? Gibt es überhaupt das eine richtige Firmalter?
Um das herauszufinden, ist es das Ziel der vorliegenden Hausarbeit, einerseits den Empfang von Sakramenten und die Bestandteile der Firmung auf die heutige Gesellschaft zu beziehen sowie andererseits eine Analyse des Firmalters aus theologischer Sicht und aus psychologischer Sicht durchzuführen.
Der Begriff der Firmung ist aus dem lateinischen Wort „confirmatio“, im deutschen Bekräftigung, abzuleiten. Bei dieser Bekräftigung handelt es sich um die Stärkung des eigenen Glaubens durch den Heiligen Geist. Sie ist eins der sieben Sakramente in der römisch-katholischen Kirche und wird durch ihre Bestandteile wie Handauflegung, Salbung und Gebet, Firmpatenschaft, Firmvorbereitung sowie das Firmalter charakterisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sakramente
3 Bestandteile der Firmung
3.1 Handauflegung, Salbung und Gebet
3.2 Firmpatenschaft
3.3 Firmvorbereitung
3.4 Firmalter
4 Die Übertragung von Sakramenten und Bestandteilen der Firmung auf die heutige Gesellschaft
5 Das richtige Firmalter
5.1 Theologische Sichtweise
5.2 Psychologischer Sichtweise
6 Einbruchstellen des Glaubens im Jugendalter
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Empfang von Sakramenten sowie die einzelnen Bestandteile der Firmung auf ihre Relevanz in der heutigen Gesellschaft zu untersuchen und das für die Firmung optimale Alter aus theologischer und psychologischer Perspektive zu analysieren.
- Hintergrund und Wesen der Sakramente in der katholischen Kirche
- Analyse der Bestandteile der Firmung (Handauflegung, Patenschaft, Vorbereitung)
- Theologische und psychologische Betrachtung des geeigneten Firmalters
- Herausforderungen in der Firmvorbereitung durch gesellschaftliche Einbruchstellen des Glaubens
- Reflexion über die individuelle Reife von Jugendlichen im Kontext kirchlicher Sakramente
Auszug aus dem Buch
3.1 Handauflegung, Salbung und Gebet
Im Verlauf der Firmfeier wird der Heilige Geist durch die Handauflegung und die Salbung, in Begleitung eines Gebets, durch den Bischof gespendet. Durch den Heiligen Geist wird dem Firmanden Wachstum und Reife vermittelt.
Durch die Handauflegung des Bischofs, welche vom Alten ins Neue Testament übernommen wurde, wird in Verbindung mit einem Fürbittengebet der Heilige Geist auf den Firmanden herabgerufen.
Es liegt nahe, dass die Handauflegung als Weiterführung von der Spendung des Heiligen Geistes der Apostel in Samaria verstanden werden kann.
Erstmals verbunden mit der Firmsalbung wurde die Handauflegung von der alexandrinischen Kirche.
Die Firmsalbung, auch Stirnsalbung genannt, sei auf Papst Silvester zurück zu führen. Der Bischof salbt den Firmanden durch das Kreuzzeichen mit geweihtem Chrisam auf der Stirn. Thomas von Aquin begründet die Stelle der Stirn damit, dass die Firmanden das Kreuz als ein Zeichen eines Vorkämpfers Christi frei und offen tragen, mit dem Hintergrund, dass er gekämpft und gesiegt hat. Dabei knüpft Thomas von Aquin daran an, dass Soldaten in gleicher Weise die Abzeichen von ihrem Feldherrn tragen. Des weiteren zeigen sich auf der Stirn Furcht und Scham, welche beseitigt werden sollen. Auch werden dem Firmanden durch die Stirnsalbung die Pflichten des Glaubensbekenntnisses in das Bewusstsein gerufen. Demzufolge steht für Thomas von Aquin die Stirnsalbung, bei welcher der Bischof dem Firmanden im Namen Christi Gnadenfülle gibt, im Zentrum des Sakraments der Firmung. In der Heiligen Schrift hingegen steht die Handauflegung im Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Firmung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Umsetzung der Firmbestandteile in der heutigen Gesellschaft sowie der Bestimmung des idealen Firmalters.
2 Sakramente: Das Kapitel erläutert den allgemeinen Sakramentenbegriff in der römisch-katholischen Kirche und beschreibt die historische Entwicklung bis hin zur Einordnung der sieben Sakramente.
3 Bestandteile der Firmung: Hier werden die zentralen Elemente der Firmfeier, wie die Handauflegung, die Rolle des Firmpaten sowie die Struktur der Firmvorbereitung und das gängige Firmalter detailliert vorgestellt.
4 Die Übertragung von Sakramenten und Bestandteilen der Firmung auf die heutige Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten, die heutige Jugendliche im Verständnis sakramentaler Symbolik und theologischer Hintergründe haben.
5 Das richtige Firmalter: Es erfolgt eine Gegenüberstellung theologischer Argumentationslinien und psychologischer Entwicklungsmodelle zur Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für die Firmspendung.
6 Einbruchstellen des Glaubens im Jugendalter: Basierend auf theologischen Gesprächen mit Schülern werden drei Hauptgründe für den Verlust des kindlichen Glaubens im Jugendalter identifiziert.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass es keine pauschale Antwort für das richtige Firmalter gibt und betont die Notwendigkeit einer individuellen und zeitgemäßen Firmvorbereitung.
Schlüsselwörter
Firmung, Sakrament, Handauflegung, Salbung, Firmpatenschaft, Firmvorbereitung, Firmalter, Jugendliche, Glaubensentwicklung, Pubertät, Adoleszenz, Religionspädagogik, Sakramentenpastoral, Glaubenskrise, Kirchenbindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Sakrament der Firmung und seine spezifischen Bestandteile in der modernen Gesellschaft verstanden und umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die sakramentalen Riten, die Bedeutung der Firmvorbereitung, der Einfluss der Pubertät auf den Glauben und die Debatte um das ideale Firmalter.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, ob die überlieferten Bestandteile der Firmung in der heutigen Zeit noch relevant sind und welcher Zeitpunkt – insbesondere im Hinblick auf die jugendliche Entwicklung – für die Firmung am sinnvollsten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die theologische Lehrmeinungen mit psychologischen Entwicklungsmodellen (insb. nach Erik H. Erikson) verknüpft und durch Ergebnisse aus der Forschungswerkstatt zu jugendlichen Glaubensgesprächen ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sakramente und Firmbestandteile, gefolgt von einer kritischen Reflexion über deren Anwendung in der heutigen Gesellschaft sowie eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Firmalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Firmung, Firmalter, Sakramentalität, Jugendglaube, Firmvorbereitung und die psychologische Entwicklungsphase der Adoleszenz.
Warum wird die Firmung in der Pubertät kritisch gesehen?
Die Pubertät ist eine Phase, in der Jugendliche ihre Identität suchen, sich von Autoritäten abkapseln und ihre Glaubenseinstellungen oft grundlegend hinterfragen, was eine bewusste Entscheidung für die Firmung erschweren kann.
Welche Einbruchstellen des Glaubens identifiziert die Forschung bei Jugendlichen?
Häufige Gründe sind der Paradigmenwechsel durch einen naturwissenschaftlichen Weltzugang, die Entwicklung kritischer Fähigkeiten zur Selbstreflexion sowie die Theodizeefrage im Angesicht des Leids unschuldiger Menschen.
Was schlägt die Autorin als Lösung für die Firmung vor?
Die Autorin plädiert für eine Firmspendung in der Adoleszenz, wenn Jugendliche eine höhere innere Balance erreicht haben, oder alternativ für flexiblere Zeitfenster für die Firmung.
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- Sandra Knierbein (Author), 2014, Die Firmung in der heutigen Gesellschaft. Welches ist das richtige Firmalter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/463061