Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Problemen der Konversion.
Das als Konversion bezeichnete Wortbildungsverfahren hört sich in seiner einfachsten Definition, als Wortartwechsel ohne morphologische Veränderung, zunächst sehr einfach an. Bei intensiverer Beschäftigung mit diesem Verfahren werden allerdings einige strittige Fragen aufgeworfen, die diskutiert und, wenn möglich, geklärt werden müssen.
Ziel des nachfolgenden Textes ist eine Erläuterung der Konversion als Wortbildungsverfahren, das Aufzeigen von Problem- und Grenzfällen sowie eine Einordung der verschiedenen Lösungsansätze für diese.
Dazu wird zunächst erläutert, warum die Konversion überhaupt als eigenständiges Wortbildungsverfahren angesehen werden kann, wie sie sich von anderen Verfahren, in deren üblichen Definitionen, unterscheidet und schließlich wie es dabei zu den unterschiedlichen Einordungen bestimmter Grenzfälle kommt. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung knapp zusammengefasst und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Wortbildung?
3. Konversion als Wortbildungsverfahren
4. Andere relevante Wortbildungsverfahren
5. Eine genauere Betrachtung der Konversion
6. Verbstammkonversion oder implizite Derivation?
7. Problemfall explizite Derivation
8. Präfixkonversion und Präfixoidkonversion
9. Problemfall Umlaut
10. Wortgruppenkonversion
11. Schluss
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Wortbildungsverfahrens der Konversion im Deutschen. Ziel ist es, Problem- und Grenzfälle bei der Abgrenzung zu anderen Verfahren wie der Derivation oder der Bildung von Determinativkomposita zu identifizieren und systematisch einzuordnen.
- Definition und Abgrenzung der Konversion innerhalb der Morphologie
- Vergleich mit expliziter und impliziter Derivation
- Analyse von Grenzproblemen bei Präfixen und Umlauten
- Unterscheidung zwischen Wortgruppenkonversion und Komposita
- Kritische Bewertung bestehender Klassifizierungskriterien
Auszug aus dem Buch
4 Andere relevante Wortbildungsverfahren
Prinzipiell gibt es zwei weitere Verfahren der Wortbildung, bei denen in bestimmten Fällen auch für eine Konversion argumentiert werden kann.
Das erste dieser Verfahren ist die explizite Derivation. Bei der expliziten Derivation werden Affixe an eine Basis angefügt, sodass ein neues Wort entsteht (vgl. Kessel/Reimann 2012: 106).
Beispiel 1: ent- + lass(en) -> entlass(en)
Beispiel 2: entlass(en) + -ung -> Entlassung
Das zweite Verfahren ist die implizite Derivation. Hier werden neue Wörter durch Änderung des Stammvokals (sog. Ablaut) der Basis gebildet (vgl. Kessel/Reimann 2012: 111). Üblicherweise handelt es sich bei der Basis um ein Verb (vgl. Kessel/Reimann 2012: 111f.).
Beispiel: beiß(en) -> (der) Biss, genieß(en) -> (der) Genuss
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Konversion als Wortbildungsverfahren ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Grenzfälle methodisch zu untersuchen.
2. Was ist Wortbildung?: Es wird der morphologische Rahmen der Wortbildung definiert und von der Flexion abgegrenzt.
3. Konversion als Wortbildungsverfahren: Dieses Kapitel erläutert die Grunddefinition der Konversion als Wortartwechsel ohne morphologische Veränderung an der Basis.
4. Andere relevante Wortbildungsverfahren: Hier werden explizite und implizite Derivation als alternative Wortbildungsmuster vorgestellt.
5. Eine genauere Betrachtung der Konversion: Das Kapitel vertieft die Definition und unterscheidet zwischen verschiedenen Arten der Konversion, etwa bei deverbalen Ableitungen.
6. Verbstammkonversion oder implizite Derivation?: Die Diskussion dreht sich um die fachsprachliche Zuordnung der Verbstammkonversion.
7. Problemfall explizite Derivation: Hier wird die schwierige Abgrenzung zwischen Konversion und expliziter Derivation anhand von Kontextabhängigkeiten analysiert.
8. Präfixkonversion und Präfixoidkonversion: Das Kapitel beleuchtet Grenzfälle, in denen Konversion und Derivation in Kombination auftreten oder wie mit Präfixoiden zu verfahren ist.
9. Problemfall Umlaut: Es wird diskutiert, wie Wortbildungen mit Umlaut – etwa im Falle von Ablaut vs. Umlaut – morphologisch einzuordnen sind.
10. Wortgruppenkonversion: Die Bildung von Wörtern aus ganzen Wortgruppen wird von der Komposition abgegrenzt.
11. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt eine Systematisierung für die genannten Grenzfälle vor.
Schlüsselwörter
Konversion, Wortbildung, explizite Derivation, implizite Derivation, Morphologie, Wortartwechsel, Stammvokal, Ablaut, Umlaut, Wortgruppenkonversion, Determinativkomposita, Sprachwissenschaft, Flexion, linguistische Analyse, Grenzfälle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Wortbildungsverfahren der Konversion in der deutschen Sprache und die damit verbundenen Herausforderungen bei der morphologischen Einordnung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Definition der Konversion, deren Abgrenzung zur expliziten und impliziten Derivation sowie spezifische Problemfälle wie Umlautbildungen und Wortgruppenkonversionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine klare methodische Einordnung für Grenzfälle zu finden, die sich bei der Abgrenzung von Konversion und anderen Wortbildungsmechanismen ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine linguistische Analyse und Literaturstudie durchgeführt, bei der Definitionen aus der einschlägigen Fachliteratur auf konkrete sprachliche Beispiele angewendet werden.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Abgrenzungsprobleme, von der Verbstammkonversion über die Präfixe bis hin zur Komposition.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Konversion, Wortbildung, Derivation und morphologische Grenzfälle definieren.
Wie unterscheidet der Autor zwischen einer echten Konversion und einer Wortgruppenkonversion?
Der Autor nutzt Kriterien wie die Großschreibung des Wortanfangs und die morphologische Anpassung durch Artikel oder Deklination, um eine Abgrenzung zum Determinativkompositum vorzunehmen.
Warum stellt der Umlaut einen Problemfall dar?
Der Umlaut ist problematisch, da er morphologisch oft als Ablaut gedeutet werden könnte, was die Einordnung zwischen impliziter Derivation und Konversion erschwert.
Welcher Vorschlag wird im Schlusskapitel zur Terminologie gemacht?
Es wird vorgeschlagen, für spezifische Grenzfälle wie die Umlautbildung eigene Begriffe wie 'Umlautkonversion' einzuführen, um eine einheitliche und präzise Klassifizierung zu ermöglichen.
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- Jascha Daniló Jung (Author), 2013, Problem- und Grenzfälle der Konversion der deutschen Sprache. Eine Einordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/462787