Welches Bild und welche Rolle hatte die deutsche Frau im Nationalsozialismus?
Um dieser Frage nachzugehen, wird zunächst das Bild der Frau vor der Machtergreifung 1933 beleuchtet. Während des Nationalsozialismus stand die Frau vor allem im Kontext der Familienförderung und des Mutter-seins, jedoch ging sie paradoxerweise auch häufig einer Erwerbstätigkeit nach. Um diese Widersprüche in einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte aufzuzeigen und zu hinterfragen, wird zunächst eine historischer Überblick gegeben und anschließend die Frauenrolle unter verschiedenen Aspekten analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Frau vor 1933
3. Die Frau im Nationalsozialismus
3.1 Frauenbild
3.2 Familienförderung und Ehrung der Mutterrolle
3.3 Frauen und Erwerbstätigkeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Frau im Nationalsozialismus und arbeitet die Ambivalenzen zwischen dem von der NS-Ideologie propagierten Idealbild und der gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Realität heraus.
- Analyse des Frauenbildes im frühen 20. Jahrhundert und der bürgerlichen Frauenbewegung.
- Untersuchung der nationalsozialistischen Ideologie bezüglich der Frauenrolle („Kind-Küche-Ideologie“).
- Bewertung von Maßnahmen zur Familienförderung und der politisch instrumentalisierten Aufwertung der Mutterschaft.
- Betrachtung der Erwerbstätigkeit von Frauen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Notwendigkeiten und politischer Restriktionen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Frauenbild
Auch während der NS-Diktatur wurde das bis dato unangefochtene Bild der natürlichen Geschlechterdifferenz beibehalten, welches die Frau als Gefährtin ihres Mannes zeigte und damit vertraute Klischees reproduzierte. (vgl. Wehler, 2003, S.752f.). Frauen sollten zu ihrer naturgegeben und naturgewollten Rolle zurückgeführt werden und ihnen wurden Aufgaben zugewiesen, welche ihrem weiblichen Wesen entsprechen sollten (vgl. Lück, 1979, S. 121f.). Insgesamt ist also zur Entwicklung der Emanzipation und der vorangegangenen Frauenbewegung keine Weiterentwicklung zu verzeichnen.
Hitler selbst sagte über das Bild der Frau:
„Frauen-Emanzipation ist nur ein vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort und der Inhalt ist vom selben geprägt. Die deutsche Frau braucht sich in den wirklich guten Zeiten des deutschen Lebens nie zu emanzipieren. Sie hat genau das besessen, was die Natur ihr zwangsläufig als Gut zur Verwaltung und Bewahrung gegeben hat, genau so, wie der Mann in seiner guten Zeit sich nie zu fürchten brauchte, daß er aus seiner Stellung gegenüber der Frau verdrängt werden. [...] Denn ihre Welt ist ihr Mann, ihre Familie, ihre Kinder und ihr Haus.“ (Domarus, 1988, S. 450)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der widersprüchlichen Frauenrolle im NS-Regime ein und definiert die Fragestellung bezüglich der Ambivalenzen zwischen Ideologie und Realität.
2. Die Frau vor 1933: Hier werden die Entwicklungen der bürgerlichen Frauenbewegung sowie die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Frauen in der Weimarer Republik beleuchtet.
3. Die Frau im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel analysiert das nationalsozialistische Frauenbild, die staatlichen Bemühungen zur Familienförderung und die paradoxe Situation der weiblichen Erwerbstätigkeit.
3.1 Frauenbild: Dieser Abschnitt untersucht die ideologische Festschreibung der Geschlechterrollen und die Instrumentalisierung des Frauenbildes durch das NS-Regime.
3.2 Familienförderung und Ehrung der Mutterrolle: Hier wird der staatliche Fokus auf Mutterschaft als Dienst am Vaterland durch finanzielle Anreize und Propaganda analysiert.
3.3 Frauen und Erwerbstätigkeit: Dieses Kapitel beleuchtet den Widerspruch zwischen der propagierten Abkehr von der Erwerbsarbeit und dem tatsächlichen Bedarf an weiblichen Arbeitskräften in der Kriegswirtschaft.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die nationalsozialistische Ideologie an der Lebensrealität scheiterte und Frauen trotz Diskriminierung eine essenzielle Rolle bei der Aufrechterhaltung der Heimatfront einnahmen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Frauenrolle, Frauenbild, Emanzipation, Mutterschaft, Familienförderung, Erwerbstätigkeit, Kind-Küche-Ideologie, NS-Ideologie, Lebensborn, Kriegswirtschaft, Geschlechterdifferenz, Rollenklischees.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung und Rolle der Frau während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören das NS-Frauenbild, die staatliche Familienpolitik, die Instrumentalisierung der Mutterschaft und die Entwicklung der weiblichen Erwerbstätigkeit.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Autorin untersucht, wie das Frauenbild im Nationalsozialismus definiert war und welche Ambivalenzen zwischen diesem propagierten Ideal und der tatsächlichen weiblichen Lebensrealität existierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert, um das Verhältnis von Ideologie und gesellschaftlicher Praxis darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Situation vor 1933, die Analyse des NS-Frauenbildes, die staatlichen Förderungen der Familie sowie die widersprüchliche Rolle der Frau im Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind NS-Ideologie, Kind-Küche-Ideologie, Frauenarbeit, Mutterschaft und Emanzipation.
Welche Bedeutung hatte das Ehestandsdarlehn im Nationalsozialismus?
Es diente als finanzielle Unterstützung zur Gründung von Familien, war jedoch zweckgebunden an die Aufgabe der Berufstätigkeit und unterlag rassistischen Ausschlusskriterien.
Wie wirkte sich der Krieg auf die NS-Frauenpolitik aus?
Aufgrund des Arbeitskräftemangels mussten Frauen in die Industrie integriert werden, was zur Aufweichung früherer ideologischer Restriktionen gegenüber weiblicher Erwerbstätigkeit führte.
- Quote paper
- Marleen Schulz (Author), 2018, Das Bild und die Rolle der deutschen Frau im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/462623