Die nachfolgende Arbeit befasst sich im Rahmen eins vergleichsweisen neuen Kunstverständnisses mit dem partizipatorischem Subjekt-Subjekt-Verhältnis, welches im Gegensatz zum bewährten Produzent-Rezipient-Modell steht.
Besonders seit den 1990er Jahren hat sich ein Trend in der Kunst-Branche in Richtung partizipatorischer Projekte, der so genannten "Mitmachkunst" herauskristallisiert. Der Begriff "Partizipation" taucht in der zeitgenössischen Kunst stetig zunehmender auf und prägt sie wie nie zuvor. Immer häufiger wird man als Besucher aufgefordert, das Kunstwerk selbst zu betreten, zu gestalten oder zu "benutzen". Die Künstler beanspruchen eine neue Art der Teilhabe und ein gänzliches "Eintauchen" in das Kunstobjekt.
Die Künstler verlangen von ihren Besuchern vollste Aufmerksamkeit und binden durch die geforderte Interaktion das Werk in das Zeitgeschehen ein. Im Zentrum dieser Art von Kunst steht der Kunstbetrachter oder der Ausstellungsbesucher.
Die körperlich passive und kontemplative Rezeptionshaltung, die lange vorherrschte, soll abgelegt werden, indem der Betrachter sowohl intellektuell, als auch physisch in die Realisation einer künstlerischen Arbeit involviert wird. Erst im Moment der tatsächlichen Beteiligung des Publikums realisiert sich die Projektidee als eine künstlerische Arbeit. Doch wie ist dieser neue Ansatz im Umgang mit Kunst zu bewerten? Welche Intentionen stecken hinter solchen partizipatorisch orientierten Projekten?
Um diese Fragen zu beantworten, wird zunächst der Partizipationsbegriff genauer definiert. Anschließend wird der aktuelle Forschungsstand durch Juliane Rebentisch, Siglinde Lange und Markus Miessen umrissen. Im Anschluss daran wird ein Projekt der Performance-Künstlerin katharinajej näher beschrieben und mit Rückblick auf die Forschungsliteratur kritisch rezipiert. Schließlich fasst ein Fazit die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zusammen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Partizipation
- 2.1. Begriffserklärung und Definition
- 2.2. Partizipation in der Kunst
- 2.3. Geschichte der partizipatorischen Kunst
- 3. Forschungsstand
- 3.1. Juliane REBENTISCH „Formen der Partizipation“
- 3.2. Siglinde LANGE „Partizipatives Kulturmanagement: Interdisziplinäre Verhandlung zwischen Kunst, Kultur und Öffentlichkeit“
- 3.3. Markus MIESSEN „Albtraum Partizipation“
- 4. katharinajej „ich in Köln in mir“
- 5. Fazit: Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Konzept der Partizipation in der Kunst, insbesondere die Verschiebung vom Objekt zum Subjekt. Sie analysiert die Entwicklung der partizipatorischen Kunst, definiert den Begriff der Partizipation im Kontext der Kunst und beleuchtet relevante Forschungsbeiträge. Darüber hinaus wird ein Beispiel für ein partizipatives Kunstprojekt näher betrachtet.
- Definition und Entwicklung der Partizipation in der Kunst
- Analyse des Forschungsstandes zur partizipativen Kunst
- Kritik und Rezeption eines konkreten partizipativen Kunstprojekts
- Der Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt in der Kunst
- Bedeutung und Intentionen von partizipativen Kunstprojekten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Trend zur Partizipation in der Kunst seit den 1990er Jahren vor und erklärt, wie der Fokus von der passiven Betrachtung des Kunstwerks zu einer aktiven, körperlichen und intellektuellen Beteiligung des Publikums verschoben wurde. Sie stellt die zentralen Fragestellungen der Arbeit vor.
Kapitel 2 definiert den Begriff Partizipation und erläutert seine Anwendung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, bevor es sich auf die spezifische Bedeutung in der Kunst konzentriert. Es werden die Kriterien für die Kennzeichnung eines Kunstprojekts als partizipatorisch dargelegt, einschließlich der Absicht des Künstlers, der aktiven Einbindung des Publikums und des zeitlichen Verlaufs der künstlerischen Arbeit.
Kapitel 3 präsentiert den aktuellen Forschungsstand zur partizipativen Kunst durch die Analyse von Werken von Juliane REBENTISCH, Siglinde LANGE und Markus MIESSEN. Die unterschiedlichen Perspektiven und Analysen dieser Autoren werden beleuchtet.
Schlüsselwörter
Partizipation, Kunst, Subjekt, Objekt, Paradigmenwechsel, Kunstvermittlung, performative Kunst, Kunstprojekt, Forschung, Rezeption, katharinajej, Kunstbetrachter, Rezipient, Künstler.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Partizipation in der Kunst?
Partizipation in der Kunst bezeichnet Projekte, bei denen der Betrachter aktiv in die Gestaltung oder Realisierung des Werks einbezogen wird. Es findet ein Paradigmenwechsel vom passiven Objekt zum aktiven Subjekt-Subjekt-Verhältnis statt.
Seit wann ist "Mitmachkunst" ein Trend in der Branche?
Besonders seit den 1990er Jahren hat sich dieser Trend verstärkt. Künstler fordern das Publikum auf, Kunstwerke zu betreten, zu benutzen oder physisch an ihrer Entstehung mitzuwirken.
Welche Intentionen stecken hinter partizipatorischen Kunstprojekten?
Künstler wollen die passive Rezeptionshaltung aufbrechen und den Betrachter sowohl intellektuell als auch physisch involvieren. Das Werk realisiert sich erst durch die tatsächliche Beteiligung des Publikums.
Wer sind wichtige Theoretiker im Bereich der partizipativen Kunst?
Die Arbeit beleuchtet unter anderem die Forschungsansätze von Juliane Rebentisch (Formen der Partizipation), Siglinde Lange (Partizipatives Kulturmanagement) und die kritische Sicht von Markus Miessen (Albtraum Partizipation).
Was ist das Beispielprojekt "ich in Köln in mir"?
Es handelt sich um ein Projekt der Performance-Künstlerin katharinajej, das in der Arbeit als Fallbeispiel genutzt wird, um die theoretischen Konzepte der Partizipation kritisch zu hinterfragen und zu rezipieren.
- Quote paper
- Sophie Hohmann (Author), 2016, Partizipation in der Kunst. Ein Paradigmenwechsel vom Objekt zum Subjekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/462137