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Deutsche Frauen in den Kolonien. Rassistische Herrschaftssicherung in Deutsch-Südwestafrika

Titel: Deutsche Frauen in den Kolonien. Rassistische Herrschaftssicherung in Deutsch-Südwestafrika

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 25 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Linda Bartsch (Autor:in)

Geschichte - Afrika

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit sich geschlechtsspezifische Tätigkeitsfelder deutscher Frauen auf den Farmen in Deutsch-Südwestafrika als rassistische Herrschaftssicherung darstellen lassen.

Die Zeit der großen Kolonisierung des afrikanischen Kontinents um 1900 ist geprägt vom Bild des deutschen Kolonisators in der Fremde. Doch wie können Männer Kultur und deutsches Leben in einem fremden Land etablieren ohne weibliches Pendant? Alleine für die Fortpflanzung sind deutsche Frauen in den Kolonien notwendig, um die eigene Nation durch Folgegenerationen zu festigen. Koloniale Macht war bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls den Männern zugesprochen, weswegen sich die Frage eröffnet, auf welche Weise deutsche Frauen in den Kolonien Machtpositionen einnehmen konnten.

Vorangestellt wird ein historischer Kontext, der ebenfalls das Land und dessen indigene Völker kurz vorstellt. Anschließend wird die Quelle vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Autobiografie einer Frau, die als junges Mädchen auf die Farm ihres Schwagers in Okombahe, einer deutsch-südwestafrikanischen Kolonie, reiste, um dort ihre Schwester in ihren geschlechtsspezifischen Tätigkeitsfeldern zu unterstützen.

Im Anschluss werden erst die Tätigkeitsfelder deutscher Frauen in den Kolonien erarbeitet, bevor analysiert wird, inwieweit sich dort Möglichkeiten zur rassistischen Herrschaftssicherung bieten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historischer Kontext

(1) Südafrika und dessen indigene Bevölkerung

III. „Wo sonst der Fuß des Kriegers trat“

(1) Quellenbeschreibung und Inhalt

(2) Deutsche Frauen in der Kolonie

(3) Rassistische Herrschaftssicherung

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle deutscher Frauen in den Farmen von Deutsch-Südwestafrika um 1900 und analysiert, inwiefern deren geschlechtsspezifische Tätigkeitsfelder aktiv zur rassistischen Herrschaftssicherung beitrugen.

  • Rolle deutscher Frauen im kolonialen Alltag
  • Analyse der Autobiografie von Maria Karow
  • Funktion des kolonialen Haushalts als Machtinstrument
  • Konstruktion von rassistischen und geschlechtsspezifischen Grenzziehungen
  • Kulturelle Dominanz und disziplinierende Erziehung

Auszug aus dem Buch

(3) Rassistische Herrschaftssicherung

Die Tätigkeitsfelder von Maria Karow und Magda Merker erscheinen stereotypisch für junge deutsche Frauen in der deutsch-südwestafrikanischen Kolonie. Auffällig war dabei, dass weibliche Kolonisatorinnen und indigene Kolonisierte oftmals denselben Tätigkeitsbereich besaßen. Auf welche Weise konnten deutsche Frauen dann ihre Herrschaft sichern?

Die rassistische Herrschaftssicherung durch deutsche Frauen in den Kolonien beginnt bereits mit ihrer Nationalität. Deutschsein stellt Karow als Form des besseren Menschen dar. Die kolonisierte Dienerschaft hingegen wird in ihren Eigenschaften und Verhalten als faul und träge beschrieben. Eigenschaften, die keinem guten Menschen zugeordnet würden. Im Gegensatz dazu steht der Deutsche als Mensch. Ihn hebt Karow in ihren Eigenschaften empor, sie seien fleißiger und schufen zur selben Zeit wenigstens das Dreifache. Außerdem seien Deutsche besser erzogen und geben keine lapidaren Antworten. Besonders deutsche Frauen heben sich durch diese positiven Eigenschaften hervor. Doch nicht nur die Eigenschaften der Kolonisatoren unterscheiden sich von den Eigenschaften der Kolonisierten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie deutsche Frauen durch ihre alltägliche Arbeit in den Kolonien Machtpositionen festigen und als rassistische Herrschaftssicherung agieren konnten.

II. Historischer Kontext: Es wird der zeitgeschichtliche Hintergrund der deutschen Kolonialpolitik, die Situation in Deutsch-Südwestafrika und die soziale Einordnung der Siedler beschrieben.

III. „Wo sonst der Fuß des Kriegers trat“: Dieses Kapitel analysiert die Autobiografie von Maria Karow, beschreibt den Alltag der Frauen auf den Farmen und untersucht detailliert die Methoden der rassistischen Unterdrückung.

IV. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die häusliche Sphäre ein zentraler Ort der kolonialen Machtausübung war, durch den deutsche Frauen ihre soziale Überlegenheit gegenüber der indigenen Bevölkerung legitimierten.

Schlüsselwörter

Deutsch-Südwestafrika, Kolonialismus, Rassismus, Maria Karow, Herrschaftssicherung, Hauswirtschaft, Geschlechterrollen, kulturelle Kolonisierung, koloniale Arbeitsteilung, Ethnische Distinktion, Disziplinierung, Siedlungspolitik, nationale Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die alltäglichen Tätigkeiten deutscher Frauen in den kolonialen Farmen von Deutsch-Südwestafrika um 1900 unter der Perspektive kolonialer Machtansprüche.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Bereiche Kolonialgeschichte, Gender Studies, rassentheoretische Konstruktionen im Kaiserreich sowie die Analyse eines spezifischen autobiografischen Quellentextes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie geschlechtsspezifische Tätigkeitsfelder, die oft als rein häuslich wahrgenommen wurden, in der Praxis aktiv zur rassistischen Herrschaftssicherung und Abgrenzung gegenüber der indigenen Bevölkerung beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse einer Primärquelle (die Autobiografie von Maria Karow) in Verbindung mit zeitgenössischer und aktueller Forschungsliteratur, um koloniale Diskurse kritisch zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenbeschreibung, die Darstellung des Frauenlebens im kolonialen Alltag und eine tiefgehende Analyse verschiedener Herrschaftspraktiken, etwa durch Arbeitsteilung, Hygienevorstellungen und sprachliche Abwertung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rassistische Herrschaftssicherung, Kulturelle Kolonisierung, Duales Geschlechterkonzept und Ethnische Distinktion geprägt.

Welche Rolle spielte der Haushalt für die Herrschaftssicherung?

Der Haushalt fungierte als „Mikrokosmos“ der Macht, in dem die deutsche Frau durch direkte Verfügungsgewalt über das Personal und durch die Abgrenzung von angeblicher „Unsauberkeit“ der Indigenen ihre eigene soziale Superiorität demonstrierte.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Sprache?

Die Sprache wird als passives Instrument der Unterdrückung identifiziert, da die Verwendung von Begriffen wie „Eingeborene“ oder „Neger“ die Identität der Kolonisierten negierte und eine hierarchische Distanz festigte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutsche Frauen in den Kolonien. Rassistische Herrschaftssicherung in Deutsch-Südwestafrika
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,7
Autor
Linda Bartsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V461942
ISBN (eBook)
9783668915589
ISBN (Buch)
9783668915596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herrschaftssicherung Kolonialisierung Südwestafrika Deutsch-Südwestafrika Rassismus Rassistische Herrschaftssicherung Kolonie Migration Nation Geschlecht langes 19. Jahrhundert Frauengeschichte Maria Karow
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Bartsch (Autor:in), 2015, Deutsche Frauen in den Kolonien. Rassistische Herrschaftssicherung in Deutsch-Südwestafrika, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/461942
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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