Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie im Jahr 2001 sind teils heftige Diskurse um den Bildungszugang von Kindern und Jugendlichen geführt worden. Gemessen am internationalen Leistungsstandard belegte Deutschland eine eher schlechte Platzierung. Eine Grunderkenntnis in diesem Zusammenhang lautete, dass die soziale Herkunft der Schüler die Ausprägung ihrer Kompetenzen beeinflusst. Somit wurde für Politik und Öffentlichkeit die im deutschen Bildungssystem vorherrschende Bildungsungerechtigkeit mit erheblichen Nachteilen für Kinder aus einkommensschwachen Familien offengelegt. Seitdem sind seitens der Bundesregierung verschiedene politische Anstrengungen initiiert worden, um dieser festgestellten Bildungsungleichheit entgegenzuwirken und diese zu überwinden.
Es wurden auch in den Sozialleistungssystemen Mechanismen zur Vermeidung bzw. Verringerung von Chancenungerechtigkeit, wie etwa 2011 das Bildungs- und Teilhabepaket zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher geschaffen. Mit diesem Vorhaben soll eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für alle Kinder und Jugendlichen möglich sein. Insbesondere wurden so erstmals auf Bundesebene finanzielle Unterstützungsleistungen für außerschulische Nachhilfe, Vereinsmitgliedschaften, zur Ermöglichung von kostenlosem Mittagessen in Kindertagesstätte oder Schule wie auch der Teilnahme an kulturellen Aktivitäten geschaffen. Dies erscheint vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Bildung nicht nur innerhalb der Schule stattfindet und damit eben auch immer mehr als formaler Unterricht ist, auch zielführend. Wie Grunert u.a. bereits ausführen, „verbringen Kinder und Jugendliche heute einen Großteil ihrer Zeit außerhalb der Schule auch innerhalb organisierter Freizeitarrangements.“. Die Bedeutung dieser Arrangements in Hinblick auf die Lern- und Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen steigt damit.
Zielsetzung dieses Moduls ist die bildungswissenschaftliche Beschäftigung mit einem selbst zu wählenden Themenfeld der Kindheits-und Jugendforschung. Dies geschieht mit dieser Hausarbeit, indem die Perspektive von Jugendlichen hinsichtlich ihres Zuganges zu Angeboten des non-formalen Bildungsbereiches außerhalb der Schule und dabei insbesondere auch der Zusammenhang zur jeweiligen Einkommenssituation innerhalb der Herkunftsfamilie und deren sozialer Positionierung in den Blick genommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Die 16. Shell-Studie 2010
2.2 Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AIDA) 2009
2.3 DIW-Wochenberichte zum Freizeitverhalten Jugendlicher bzw. zur Nachhilfe
a) Freizeitverhalten Jugendlicher
b) Nachhilfe
2.4 Außerschulische Nachhilfe - eine Studie des Böckler-Institutes
3 Forschungsdesiderate
4 Forschungsfrage und -skizze
4.1. Fallauswahl
4.2. Datenerhebuna
4.3 Datenauswertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Jugendlichen und ihrem Zugang zu außerschulischen Bildungs- und Teilhabeangeboten. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse des Forschungsstandes eine methodische Skizze für eine quantitative Untersuchung zu erstellen, um die Barrieren für einkommensschwache Familien zu identifizieren.
- Analyse sozialer Ungleichheit im non-formalen Bildungsbereich
- Evaluation bestehender Studien zu Freizeitverhalten und Nachhilfe
- Untersuchung der Effekte staatlicher Förderungen (Bildungspaket)
- Methodische Konzeption einer quantitativen Studie zur Bildungsbeteiligung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Zielsetzung dieses Moduls ist die bildungswissenschaftliche Beschäftigung mit einem selbst zu wählenden Themenfeld der Kindheits-und Jugendforschung. Dies geschieht mit vorlie gender Hausarbeit, indem die Perspektive von Jugendlichen hinsichtlich ihres Zuganges zu Angeboten des non-formalen Bildungsbereiches außerhalb der Schule und dabei insbeson dere auch der Zusammenhang zur jeweiligen Einkommenssituation innerhalb der Herkunftsfamilie und deren sozialer Positionierung in den Blick genommen wird. Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie im Jahr 2001 sind teils heftige Diskurse um den Bildungszugang von Kindern und Jugendlichen geführt worden. Gemessen am internationalen Leistungsstandard belegte Deutschland eine eher schlechte Platzierung. Eine Grunderkenntnis in diesem Zusammenhang lautete, dass die soziale Herkunft der Schüler die Ausprägung ihrer Kompetenzen beeinflusst (Stanat u.a. 2001, S. 13).
Somit wurde für Politik und Öffentlichkeit die im deutschen Bildungssystem vorherrschende Bildungsungerechtigkeit mit erheblichen Nachteilen für Kinder aus einkommensschwachen Familien offengelegt. Seitdem sind seitens der Bundesregierung verschiedene politische Anstrengungen initiiert worden, um dieser festgestellten Bildungsungleichheit entgegenzuwirken und diese zu überwinden. Es wurden auch in den Sozialleistungssystemen Mechanismen zur Vermeidung bzw. Verringerung von Chancenungerechtigkeit, wie etwa 2011 das Bildungs- und Teilhabepaket zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher geschaffen. Mit diesem Vorhaben soll eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für alle Kinder und Jugendlichen möglich sein. Insbesondere wurden so erstmals auf Bundesebene finanzielle Unterstützungsleistungen für außerschulische Nachhilfe, Vereinsmitgliedschaften, zur Ermöglichung von kostenlosem Mittagessen in Kindertagesstätte oder Schule wie auch der Teilnahme an kulturellen Aktivitäten geschaffen (BMAS, 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt den bildungswissenschaftlichen Rahmen der Hausarbeit dar und problematisiert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Zugang zu non-formalen Bildungsangeboten.
2 Forschungsstand: In diesem Kapitel werden relevante empirische Studien analysiert, um den aktuellen Kenntnisstand zu Freizeitverhalten und Nachhilfenutzung von Jugendlichen aufzuzeigen.
3 Forschungsdesiderate: Das Kapitel arbeitet bestehende Forschungslücken heraus, insbesondere hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Studien und der Differenzierung nach sozialen Schichten.
4 Forschungsfrage und -skizze: Hier wird ein konkretes quantitatives Forschungsdesign entworfen, inklusive Fallauswahl, Erhebungsmethode und Auswertungsstrategie.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Non-formale Bildung, Jugendforschung, Bildungszugang, Nachhilfe, Freizeitverhalten, Chancengerechtigkeit, Bildungspaket, Sozioökonomischer Status, Quantitative Forschung, Shell-Studie, AIDA, Bildungsarmut, Sozialstatus, Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zugang von Jugendlichen zu außerschulischen Bildungs- und Teilhabeangeboten unter Berücksichtigung ihrer sozioökonomischen Herkunft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind soziale Ungleichheit, die Nutzung von Nachhilfeangeboten sowie die Auswirkungen von Fördermaßnahmen wie dem Bildungs- und Teilhabepaket.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer Forschungsskizze, die untersucht, wie Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten ihren Zugang zu Bildungsangeboten bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird vorgeschlagen?
Der Autor schlägt eine quantitative Querschnittsforschung mittels schriftlicher Befragung im Schulkontext vor, um hohe Objektivität und Vergleichbarkeit zu erzielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine kritische Bestandsaufnahme empirischer Studien (Shell-Studie, AIDA, DIW-Berichte, Böckler-Studie) sowie die Ableitung von Forschungsdesideraten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind soziale Ungleichheit, non-formale Bildung, Chancengerechtigkeit, Bildungszugang und sozioökonomischer Status.
Warum spielt die 16. Shell-Studie eine wichtige Rolle?
Sie dient als Basis, um die Einstellungen und das Sozialverhalten Jugendlicher über einen längeren Zeitraum zu visualisieren und mit sozialen Milieus zu verknüpfen.
Wie unterscheidet sich die Böckler-Studie von den anderen untersuchten Quellen?
Während andere Studien den Jugendlichen als Fokus haben, liegt der Schwerpunkt der Böckler-Studie beim außerschulischen Bildungsangebot selbst.
Warum wird als methodisches Vorgehen das zweite Schulhalbjahr empfohlen?
Der Autor argumentiert, dass zu diesem Zeitpunkt die Schulnoten aussagekräftiger sind, was eine präzisere Analyse des Nachhilfebedarfs ermöglicht.
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- Christian Kaupke (Author), 2017, Soziale Ungleichheit außerhalb der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/461494