Vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr Jugendliche als Musiker versuchen und eigene Songs schreiben, wäre es interessant zu erfahren, inwiefern der Musikunterricht in der Schule dazu beitragen kann, dieses Interesse der Schüler zum Beispiel durch Gehörbildung zu fördern. Da aber die Schulung des Gehörs nicht nur eine wesentliche Voraussetzung für das Verstehen populärer sondern auch klassischer Musik darstellt und beide Musikrichtungen unter anderem die Themenfelder des Musikunterrichts bestimmen, steht im Mittelpunkt dieser Hausarbeit die Frage, inwiefern Gehörbildung generell im Musikunterricht interessant und erfolgreich eingesetzt werden kann.
Hierbei soll nicht der Eindruck erweckt werden, die Gehörbildung sei der einzige und wichtigste Bestandteil des Musikunterrichts und die Fähigkeit Noten lesen zu können mittlerweile obsolet. Auch soll am Ende dieser Hausarbeit kein fest ausgearbeitetes Unterrichtskonzept für den Bereich der Gehörbildung stehen. Es sollen hauptsächlich Ansätze aus den Feldern der Musik- und Schulmusikliteratur sowie des World-Wide-Web zusammengefasst und, sofern möglich, in Bezug zueinander gestellt werden, mit der Frage, wie diese Gehörbildung im Musikunterricht für Schüler ansprechend und effizient gestaltet werden kann.
Zunächst werde ich mich mit den Lehrplänen für das Unterrichtsfach Musik im Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie zwei aktuellen Musikschulbüchern für die Unterstufe beschäftigen, um herauszufinden, inwiefern Gehörbildung im aktuellen Unterrichtsgeschehen integriert und aufgebaut ist. Dann werde ich genauer auf das musikdidaktische Modell der auditiven Wahrnehmungserziehung sowie das Konzept der Audiation eingehen, da beide interessante Ansätze für den Bereich der Gehörbildung liefern. Weitere Punkte werde ich zudem aus dem Bereich der Gehörbildungsliteratur heranziehen. Die letzte Station stellt das Internet da, wo ich anhand eines Online-Gehörbildungsprogramms die Vor- und Nachteile dieses aufzeigen werde. Zum Schluss werde ich ein Fazit ziehen und einen möglichen Ausblick geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ansätze in Literatur und Web 2.0
2.1 Lehrpläne und Schulliteratur
2.1.1 (Kern-)Lehrpläne für Musik NRW
2.1.2 Gehörbildung in den Schulbüchern
2.2 Modell, Konzept und Lernmodelle
2.2.1 Auditive Wahrnehmungserziehung
2.2.2 Audiation
2.2.3 Lernmodelle
2.3 Gehörbildungsliteratur
2.4 Gehörbildung im Internet
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Gehörbildung im schulischen Musikunterricht sinnvoll und effizient integriert werden kann, um das Interesse der Schüler zu fördern, ohne dabei einen rein theoretischen oder isolierten Ansatz zu verfolgen.
- Analyse aktueller Lehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen im Hinblick auf Gehörbildung
- Evaluation von Ansätzen zur Gehörbildung in aktuellen Musikschulbüchern
- Darstellung musikdidaktischer Konzepte wie "Auditive Wahrnehmungserziehung" und "Audiation"
- Untersuchung von Lernmodellen und deren Bedeutung für die auditive Kompetenzentwicklung
- Bewertung von Online-Gehörbildungsprogrammen und deren Potenzial für den Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Audiation
Das nun folgende Modell werde ich etwas ausführlicher vorstellen, da es in seinen Grundzügen einen vollkommen neuen Ansatz für die Gehörbildung im Musikunterricht bietet. Beim Konzept der Audiation geht es hauptsächlich darum, dass die Schüler eine innere Klangvorstellung entwickeln. Diese sollen die Schüler dann später auf ein Instrument übertragen können. Darüber hinaus soll dadurch der Umgang mit Musik verschiedener Kulturen, Stile und Epochen ermöglicht werden.
Die Idee des Konzepts wurde vom amerikanischen Musikpädagogen und -psychologen Edwin E. Gordon geprägt. Ihm geht es um eine bestimmte Stufenabfolge der Audiation, sodass eine schrittweise verlaufende Entwicklung einer Audiationfähigkeit gegeben ist. Bei den ersten Stufen dreht es sich ausschließlich um das Erinnern und Imitieren von Rhythmen und Melodien. Dies ist die sogenannte vorbereitende Audiation, in der zunächst Fertigkeiten entwickelt werden sollen, welche eine wichtige Vorrausetzung für die Durchführung von Patternübungen darstellen. Hierauf werde ich gleich anhand eines Beispiels genauer eingehen. Nach dieser Fertigkeiten-Lernsequenz folgen dann die Lernsequenzen der rhythmischen und der tonalen Inhalte. In diesen letzten Stufen sollen die Schüler dann in der Lage sein, tonale sowie rhythmische Patterns (Muster) vorrausahnen beziehungsweise -hören zu können. Hinzu kommen noch verschiedene Typen der Audiation, wie zum Beispiel Lesen, Hören und Improvisieren, welche den Verstehensprozess vorantreiben. So gibt es die notationsbezogene Audiation, bei der die Schüler einen Notentext gedanklich in Klang umsetzen sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Gehörs für erfolgreiche Musiker und motiviert die Fragestellung, wie Gehörbildung den Musikunterricht bereichern kann.
2. Ansätze in Literatur und Web 2.0: Dieses Kapitel analysiert Lehrpläne, Schulbücher sowie didaktische Modelle und Online-Ressourcen hinsichtlich ihrer Anwendung und Eignung für eine effiziente Gehörbildung.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Gehörbildung nicht als Selbstzweck, sondern als integrativer Bestandteil des Unterrichts fungieren sollte, und hebt die Bedeutung von Variabilität und theoretischer Einbettung hervor.
Schlüsselwörter
Gehörbildung, Musikunterricht, Audiation, Auditive Wahrnehmungserziehung, Musikpädagogik, Lehrpläne NRW, MusiX, Patternübungen, Musikalisches Hören, Didaktik, Online-Lernprogramme, Musikalisches Lernen, Rhythmik, Melodik, Variabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie eine interessante und effiziente Gehörbildung in den Musikunterricht der Schule integriert werden kann, um die musikalischen Fähigkeiten der Schüler zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Analyse von Lehrplänen, moderne musikdidaktische Konzepte (insb. Audiation), die Rolle von Schulbüchern und die Nutzung digitaler Medien zur Gehörbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Ansätze zu identifizieren, die Schülern Gehörbildung näherbringen, ohne sie durch rein theoretische Inhalte zu demotivieren, und diese in einen konkreten Unterrichtskontext zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Medienanalyse, um verschiedene didaktische Modelle und Unterrichtsmaterialien zu evaluieren und miteinander in Bezug zu setzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lehrplänen, die Vorstellung didaktischer Modelle wie die Auditive Wahrnehmungserziehung und Audiation sowie die Prüfung von Gehörbildungs-Literatur und Web-Angeboten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Gehörbildung, Musikunterricht, Audiation, Didaktik, musikalisches Lernen und Variabilität bilden den Kern der terminologischen Ausrichtung.
Warum betont der Autor die "Audiation"?
Das Konzept der Audiation wird als besonders innovativ bewertet, da es das Ziel verfolgt, bei Schülern eine innere Klangvorstellung zu wecken und zu entwickeln, anstatt nur mechanisch Intervalle zu trainieren.
Welche Rolle spielt das Internet in der Untersuchung?
Das Internet wird als Ressource für das selbstständige Lernen betrachtet, wobei der Autor insbesondere die Seite "Lehrklaenge.de" als hilfreiches, strukturiertes Werkzeug hervorhebt, das jedoch durch Lehrerfeedback ergänzt werden muss.
- Quote paper
- Daniel Behner (Author), 2013, Interessante und effiziente Gehörbildung im Musikunterricht. Auf der Suche nach hilfreichen Ansätzen in Literatur und Web 2.0, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/461263