Wir befassen uns in dieser Arbeit mit den Themen Atmung und Haltung. In diesem Rahmen entschieden wir uns für eine schlichte und übersichtliche Darstellung, ohne auf mögliche Probleme und Widersprüche in der Fachliteratur einzugehen.
Im ersten Teil geht es um Atmung und verschiedene Formen von Atmung. Zusätzlich wird der Stützvorgang als ein speziell die Sprechatmung betreffendes Problem knapp erläutert.
Im Kapitel Haltung soll neben dem physiologischen Anteil und den Haltungs-formen im Stehen und Sitzen besonders auf Haltungsschäden und deren Ursachen und Behandlung eingegangen werden.
In der Schlussbetrachtung soll noch einmal der Zusammenhang zwischen Haltung und Atmung betont werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Atmung (Friderike Lange)
2.1 Atemtypen
2.1.1 Bauchatmung (Abdominalatmung)
2.1.2 Bauch-Zwerchfell-Flankenatmung (kostoabdominale Atmung)
2.1.3 Brust- oder Rippenatmung (Thorakal- oder Kostalatmung)
2.1.4 Klavikularatmung (Schulter- oder Schlüsselbeinatmung)
2.2 Atmungsarten
2.2.1 Stumme Atmung – Respiratio muta
2.2.2 Stimmatmung – Respiratio phonatoria
2.3 Stützvorgang
3. Haltung (Sophie Koch)
3.1 Wirbelsäule
3.2 Haltungsformen
3.3 Physiologische Haltung im Stehen und Sitzen
3.4 Haltungsschäden
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen physiologischen Zusammenhang zwischen der menschlichen Atmung und der Körperhaltung, um deren fundamentale Bedeutung für eine gesunde Stimmgebung und stimmliche Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen.
- Grundlagen verschiedener Atemtypen und deren physiologische Einordnung
- Differenzierung zwischen stummer Atmung und Stimmatmung
- Die Bedeutung des Stützvorgangs für Sprechen und Singen
- Einfluss der Wirbelsäulenstruktur auf die Körperhaltung
- Pathologische Haltungsformen und deren Auswirkungen auf die Atmung
Auszug aus dem Buch
3.4 Haltungsschäden
Zacharias schreibt über die korrekte Körperhaltung, dass sowohl die Krümmung im Bereich der Lendenwirbelsäule, als auch die der Halswirbelsäule so gering wie möglich ausgeprägt sein sollten. ( vgl. Zacharias 1964., 26f)
Während bei Völkern, die ihre Lasten auf dem Kopf tragen, eine zu starke Verkrümmung der Wirbelsäule sehr selten vorkommt, ist diese Fehlbildung in der ersten Welt inzwischen zu einer der häufigsten Beschwerden geworden. Durch das häufige Sitzen am Arbeitsplatz, bei dem das Becken nicht mehr waagerecht zur Wirbelsäule steht, kommt es zu Haltungsschäden. Durch die Last der Eingeweide wird die Bauchdecke nach außen gedrückt und erschlafft, während der Brustkorb gleichzeitig einsinkt und Kopf und Schultern sich nach vorn neigen. Dieser Haltungsverfall ist bereits als pathologisch zu betrachten.
Folge dieses Verfalls ist häufig der Versuch der Betroffenen, den Bauch einzuziehen, was zur Folge hat, dass das Zwerchfell in seiner Tätigkeit behindert wird. Die Atmung wird eingeschränkt. Der Körper gleicht dies aus, indem er die Zwischenrippenmuskulatur aktiviert. Dadurch entsteht ein „paradoxes Atemverhalten“. (ebd., 28). Es kann also passieren, dass das Zwerchfell bei der Einatmung gewölbt ist und bei der Ausatmung herabsinkt. Diesen Vorgang bezeichnet man als „isolierte Brustatmung“ (siehe 2.1.3). Kommt es zudem noch zu einer körperlichen Belastung, kann sie auch in die sogenannte „Schlüsselbeinatmung“ (siehe 2.1.4) übergehen (vgl. Zacharias 1964, 26ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Arbeit vor, erläutert die strukturierte Herangehensweise und skizziert die behandelten Schwerpunkte Atmung, Stützvorgang und Haltung.
2. Atmung (Friderike Lange): Dieses Kapitel definiert die äußere Atmung, erläutert verschiedene Atemtypen wie die kostoabdominale Atmung und differenziert zwischen Ruhe- und Sprechatmung sowie dem Stützvorgang.
3. Haltung (Sophie Koch): Dieses Kapitel beschreibt die anatomischen Grundlagen der Wirbelsäule, definiert verschiedene Haltungsformen und beleuchtet die Auswirkungen von Haltungsschäden auf die Atemfunktion.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst den wechselseitigen Zusammenhang zwischen einer gesunden Körperhaltung und einer effektiven, freien Atmung als Voraussetzung für stimmliche Leistungen zusammen.
Schlüsselwörter
Atmung, Körperhaltung, Stützvorgang, Phonationsatmung, Wirbelsäule, Haltungsschäden, physiologische Phonetik, Bauchatmung, Eutonus, Sprechwissenschaft, Stimmgebung, Skoliose, kostoabdominale Atmung, Ruheatmung, Stimmatmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den physiologischen Grundlagen von Atmung und Haltung sowie deren wechselseitiger Abhängigkeit für den menschlichen Organismus und die Stimmfunktion.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie der Atmung, der Differenzierung von Atemtypen, der Funktion der Wirbelsäule für die Haltung sowie der Entstehung von Haltungsschäden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine korrekte Körperhaltung eine effektive Atmung begünstigt und warum beides essenzielle Voraussetzungen für eine gute stimmliche Leistung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse physiologischer und sprechwissenschaftlicher Fachliteratur, um einen schlichten und übersichtlichen Überblick über das Thema zu geben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die physiologische Beschreibung der Atemtypen und -arten sowie die detaillierte Darstellung der Wirbelsäulenstruktur und der damit verbundenen Haltungsanforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Atmung, Haltung, Stützvorgang, Wirbelsäule, Phonationsatmung und Haltungsschäden.
Was versteht man unter dem "Stützvorgang"?
Der Stützvorgang bezeichnet einen dynamischen Vorgang beim Singen, der darauf abzielt, den Ausatemstrom zu verlängern, indem die Einatmungsstellung durch Zwerchfell- und Bauchdeckenmuskulatur kontrolliert beibehalten wird.
Warum ist die "Klavikularatmung" problematisch?
Die Klavikularatmung (Schulteratmung) gilt als pathologisch, da sie ineffizient ist, nur ein Drittel des Atemvolumens nutzt und zu Verspannungen im Halsbereich führen kann.
- Arbeit zitieren
- Sophie Koch (Autor:in), 2002, Atmung und Haltung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46120