In dieser Hausarbeit geht es um autistische Kinder, die an der Delfintherapie teilnehmen. Es wird zunächst auf die tiergestützte Therapie selbst eingegangen und schließlich eine Studie vorgestellt. Der Schwerpunkt schließlich liegt darin, herauszufinden, was dieses Phänomen ausmacht und wie es in Deutschland in Bezug auf Integration und Inklusion umsetzbar ist.
Die Delfintherapie geht selbstverständlich aus der tiergestützten Therapie hervor, die eine lange Geschichte hat. Ebenfalls lang ist die Liste der verschiedenen Formen von Delfintherapien bzw. ihrer therapeutischen Konzepte, die sich in ihren Angeboten sowie Erklärungsansätzen grundsätzlich unterscheiden. Hinzu kommen die unterschiedlichen Auswirkungen in verschiedenen Entwicklungsbereichen des Kindes durch die Delfintherapie, die einige Studienergebnisse liefern. Aus diesen genannten Gründen grenze ich die Hausarbeit ein, indem ich mich auf die für mein Ziel relevanten Punkte konzentriere.
Ins Zentrum stelle ich aus diesem Grund nur bestimmte positive Effekte der Delfintherapie auf das Kind. Auch setze ich mich nur mit einer Form der Delfintherapie auseinander - nämlich diejenige, die sich auf die für die Hausarbeit relevanten Effekte bezieht und die durch eine empirische Studie überprüfbar ist. In Bezug zur Integrationspädagogik und schließlich zum Beruf des Kindheitspädagogen erschließt sich die folgende Fragestellung: inwiefern ist ein Bezug zur Integration und Inklusion möglich sowie ihre Begünstigung in der pädagogischen Praxis?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Delfintherapie
2.1 Entstehung und Entwicklung
2.2 Das Besondere am Delfin
2.3 “Nürnberger Evaluationsstudie zur Wirksamkeit der Delfintherapie”
3 Bezug zur Integration und Inklusion
3.1 Vor- und Nachteile
3.2 Ideen für die pädagogische Praxis
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der Delfintherapie bei Kindern mit Beeinträchtigungen und beleuchtet kritisch, inwieweit diese Form der tiergestützten Therapie in Konzepte der Integration und Inklusion überführt werden kann, um eine praxisnahe, kindgerechte pädagogische Förderung zu ermöglichen.
- Wissenschaftliche Grundlagen der Delfintherapie und deren therapeutische Wirksamkeit
- Analyse der Nürnberger Evaluationsstudie zur Delfintherapie
- Kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen Integration und Inklusion in der Pädagogik
- Vergleich und Übertragbarkeit auf andere tiergestützte Ansätze wie die hundegestützte Pädagogik
Auszug aus dem Buch
Das Besondere am Delfin
Wenn man bezogen auf die Delfintherapie von Delfinen spricht, so ist meistens der Große Tümmler (Tursiops truncatus) gemeint (einer von 40 verschiedenen Delfinarten), der in allen Meeren verbreitet ist. Es sind die Großen Tümmler, auf die man beim Besuch eines Delfinariums trifft, die bei der Delfintherapie als Assistenten zum Einsatz kommen und die den Forschern als Forschungsobjekte die meisten Erkenntnisse aus Untersuchungen mit ihnen liefern (vgl. Breitenbach et al. 2006, S. 21 f.).
Es ist nicht zu verleugnen, dass Delfine viele von uns faszinieren. Sie verzaubern uns, ohne dass man auf Anhieb eine Erklärung dafür parat hat. Was macht den Delfin als “ Co-Therapeuten” so besonders?
Zum einen spricht die Wissenschaft von dem Spieltrieb der Delfine, der sie den Großteil ihrer Zeit mit dem Spielen verbringen lässt (vgl. Schmidl 2007, S. 18). Oft spielen sie auch mit anderen Tieren und Gegenständen. Ein Beispiel dafür ist die Beobachtung, bei der ein Delfin mehrere Stunden mit einem Ball beschäftigt ist und ein anderer einen kleineren Ball herumwirft (vgl. Callen/ Cochrane 1998, S. 129). Ebenso zeigt sich bei Delfinen das Verhalten, den Menschen mit in sein Spiel einbeziehen zu wollen und mit ihm in Interaktion zu treten (vgl. Schmidl 2007, S. 19). Dieser Spieltrieb hat einen therapeutischen Nutzen und unterscheidet sich von dem Einbeziehen anderer Tiere in die Therapie: “Man hat bereits Hunde, Katzen und Tauben in Therapieprogrammen mit Kindern verwendet, aber diese Tiere haben nicht das natürliche spontane Spielrepertoire von Delphinen...der Delphin ändert ständig sein Spiel und wenn das Kind es leid ist, herumgeschleppt zu werden, dann beginnt der Delphin es spielerisch herumzustupsen.” (Callen/ Cochrane 1998, S. 68).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin, definiert den Untersuchungsgegenstand der Delfintherapie und formuliert die zentrale Fragestellung in Bezug auf Integration und Inklusion.
2 Die Delfintherapie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte der tiergestützten Therapie, die spezifischen Merkmale des Delfins als Co-Therapeuten und analysiert die Nürnberger Evaluationsstudie sowie deren Hypothesen.
3 Bezug zur Integration und Inklusion: Hier werden die Ergebnisse der Therapie den pädagogischen Konzepten von Integration und Inklusion gegenübergestellt und alternative, praktikablere Ansätze wie die hundegestützte Pädagogik diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Eignung der tiergestützten Pädagogik als unterstützendes Instrument und kritisiert die begrenzte Inklusionsfähigkeit der Delfintherapie.
Schlüsselwörter
Delfintherapie, Tiergestützte Therapie, Kindheitspädagogik, Integration, Inklusion, Sonderpädagogik, Nürnberger Evaluationsstudie, Hundegestützte Pädagogik, Kommunikationsfähigkeit, Sozialverhalten, Frühförderung, Co-Therapeut, Spieltrieb, Bildungsprozesse, Praxisreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die therapeutischen Potenziale der Delfintherapie bei Kindern mit Beeinträchtigungen und prüft, ob diese für pädagogische Praxisansätze der Integration und Inklusion geeignet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Wirksamkeit der Delfintherapie, die wissenschaftliche Evaluation dieser Methode sowie der Vergleich mit allgemeinen Konzepten der modernen Integrations- und Inklusionspädagogik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, inwiefern ein Bezug zwischen Delfintherapie und Inklusion möglich ist und wie derartige Ansätze die pädagogische Praxis bereichern oder unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf bestehenden Forschungsergebnissen basiert, insbesondere der Analyse der „Nürnberger Evaluationsstudie zur Wirksamkeit der Delfintherapie“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Delfintherapie als therapeutische Intervention, die Auswertung einer spezifischen Evaluationsstudie sowie eine kritische pädagogische Reflexion über die Umsetzbarkeit von Inklusionsgedanken durch tiergestützte Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Delfintherapie, Inklusion, tiergestützte Pädagogik, Kindheitspädagogik und soziale Kompetenz geprägt.
Warum wird die Delfintherapie kritisch im Kontext der Inklusion gesehen?
Die Autorin hebt hervor, dass die Delfintherapie aufgrund hoher Kosten, notwendiger Auslandsreisen und ethischer Bedenken bei der Tierhaltung kaum praktikabel für ein inklusives System ist, das allen Kindern gleichberechtigt zugänglich sein soll.
Welche Alternative schlägt die Arbeit für die Praxis vor?
Als praxisnahe und umsetzbare Alternative wird die hundegestützte Pädagogik genannt, da sie soziale Kompetenzen fördert, ohne die hohen Hürden der Delfintherapie aufzuweisen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Die Delfintherapie als eine tiergestützte Therapie für Kinder mit Beeinträchtigungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/459412