In der vorliegenden Arbeit werde ich der Frage nachgehen, wie effektiv der Einsatz von Planspielen im Bereich der Aus- und Weiterbildung ist. Besonders verbreitet sind dabei die als "Business Games" oder "Business Simulations" bekannten Planspiele, welche im Bereich der Wirtschaftswissenschaften und Management besonders häufig eingesetzt werden und auf die sich die vorliegende Arbeit konzentrieren wird.
"Business Games" und "Business Simulations" werden bereits seit über vierzig Jahren als didaktische Methode eingesetzt und erfreuen sich bei Lehrenden wie Lernenden großer Beliebtheit. In den vergangenen Jahrzehnten wurden einige Forschungsarbeiten zu diesem Thema publiziert, die die Wirksamkeit von Planspielen untersuchen. Viele dieser Arbeiten weisen allerdings methodische Mängel auf, sodass bis heute kein Konsens über die tatsächliche Effektivität von Planspielen im Bereich der Aus- und Weiterbildung besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung dieser Arbeit
2. Effektivität von Planspielen
2.1 Problemorientiertes Lernen
2.2 Planspiele
2.2.1 Formen
2.2.2 Anwendungsfelder
2.2.3 Ablauf
2.2.4 Lernziele
2.3 Betriebliche Weiterbildung
2.4 Drei Ebenen der Operationalisierung der Effektivität von Planspielen
2.4.1 Einstellung (Affektive Komponente)
2.4.2 Verhaltensänderung
2.4.3 Kognitive Komponente (Lernen)
2.4.4 Effektivität von Planspielen – Betrachtung aller Komponenten
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität von Planspielen in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung mit einem Fokus auf die Berufsgruppe der Wirtschaftswissenschaftler und Manager. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Lernmethode zu einer Steigerung des Lernerfolgs beiträgt und wie sich die Effektivität in affektive, kognitive und verhaltensbezogene Komponenten untergliedern lässt.
- Grundlagen des problemorientierten Lernens (POL)
- Differenzierung der Effektivität von Planspielen (Einstellung, Verhalten, Kognition)
- Kritische Analyse empirischer Studien zu Business Simulations
- Vergleich von Planspielen mit traditionellen Lehrmethoden
Auszug aus dem Buch
Einstellung (Affektive Komponente)
Mit Blick auf unterschiedliche Studien stellen die Autoren unserer Recherche zu diesem Punkt zusammenfassend fest, dass Studierende Business Simulations gegenüber positiv eingestellt sind und diese anderen Lernformen wie Vorlesungen, Diskussionen und Fallbeispielen vorziehen. Diese Befunde stehen im Einklang mit Ergebnissen, welche sich auf das POL allgemein beziehen. Studierende empfinden POL als unterhaltsamer, herausfordernder und motivierender als alternative Lehrmethoden (Colliver, 2000). Dies ist dabei unabhängig von der Leistung in der Business Simulation Aufgabe (Anderson et al. 2008).
Diese positive Einstellung scheint sich jedoch erst einzustellen, wenn Erfahrungen mit Planspielen stattgefunden haben. Das zeigt sich ansatzweise in den Ergebnissen einer Studie von Boseman und Schellenberger (1974), welche die Erwartungen von Studierenden bezüglich der Effektivität von Planspielen als Lernhilfe im Rahmen eines Kurses zur Geschäftspolitik untersuchten. Es nahmen 74 Studierende der Temple University teil, welche zur Hälfte in die Kontrollgruppe und zur anderen Hälfte in die Experimentalgruppe aufgeteilt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Planspiele im betrieblichen Kontext ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Evaluationsmodell.
Effektivität von Planspielen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des problemorientierten Lernens, beschreibt verschiedene Planspielformen und analysiert die drei Ebenen der Effektivität anhand empirischer Belege.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, diskutiert die methodischen Herausforderungen bei der Messung von Planspieleffekten und bewertet den Nutzen dieser Lehrmethode für die betriebliche Praxis.
Schlüsselwörter
Planspiele, Betriebliche Weiterbildung, Problemorientiertes Lernen, Affektive Komponente, Kognitive Komponente, Verhaltensänderung, Business Simulations, Management Training, Lernerfolg, Selbstwirksamkeit, Systemdenken, Evaluation, Didaktische Methoden, Wirtschaftswissenschaften, Trainingsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Planspielen als didaktische Methode in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, insbesondere für Manager und Wirtschaftswissenschaftler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das problemorientierte Lernen, die Klassifizierung von Planspielen und die Operationalisierung von Lernerfolgen auf affektiver, kognitiver und verhaltensbezogener Ebene.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie effektiv Planspiele für Lernende im betrieblichen Kontext sind und ob sie klassischen Lehrmethoden überlegen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene empirische Studien und Überblicksartikel zur Evaluation von Business Simulations analysiert und gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Effektivität anhand von Kirkpatricks Evaluationsmodell, wobei die Einstellung der Teilnehmer, die Verhaltensänderung und der Wissenserwerb detailliert betrachtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Planspiele, betriebliche Weiterbildung, Lernerfolg, affektive/kognitive Komponente sowie Selbstwirksamkeit und Systemdenken.
Wie wirkt sich ein Planspiel auf die Motivation aus?
Die Studien deuten darauf hin, dass die aktive Durchführung eines Planspiels die Motivation und das Interesse der Teilnehmenden signifikant steigern kann.
Gibt es einen klaren Beleg für den fachlichen Lernerfolg?
Die Ergebnisse sind uneinheitlich; während die Motivation steigt, konnten nicht alle Studien einen signifikanten fachlichen Vorteil gegenüber traditionellen Methoden wie Fallbeispielen nachweisen.
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- Katrin Mayer (Author), 2014, Wie effektiv sind Planspiele in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/459076