Warum erkranken Pflegende am Burnout? Und was kann die Führungsebene an Prävention leisten? In dieser Arbeit werden Ursachen für die Entstehung dieses Syndroms und die Symptome bei Erkrankten erläutert.
Damit jede Pflegekraft weiß, wie ihr aktuelles Burnoutrisiko aussieht, erkläre ich das Maslach Burn-out Inventory, ein Fragebogen zur Risikoermittlung. Da Stress bei der Entstehung eine Rolle spielt, werde ich die Folgen von akutem und chronischem Stress für unseren Organismus beleuchten. Burnout ist ein weit verbreitetes Syndrom mit stetig zunehmender Anzahl von Erkrankten in der Pflegebranche, welches extreme Auswirkungen auf finanzieller und menschlicher Seite hat. Da vorbeugen besser ist als heilen, zeige ich Präventionsmöglichkeiten für die Führungsebene und für je-den einzelnen selbst auf. Das abschließende Fazit ist eine kurze Zusammenfassung aus den Erkenntnissen und der aktuellen Umsetzung im Gesundheitswesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Burnout
3. Symptome Burnout
3.1 Phasen nach Burisch
3.2 Messung von Burnout mit MBI
4. Ursachen von Burnout in Pflegeberufen
4.1 Stress
4.2 Auswirkungen von Akutstress
4.3 Auswirkungen von chronischem Stress
5. Prävention
5.1 Prävention im Krankenhaus
5.2 Selbstfürsorge
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entstehung, den Symptomen und den Präventionsmöglichkeiten des Burnout-Syndroms im Pflegeberuf, um aufzuzeigen, wie sowohl Führungskräfte als auch das Individuum diesem Prozess entgegenwirken können.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung des Burnout-Syndroms
- Analyse der Symptomatik und der Phasenmodelle
- Identifikation berufsspezifischer Ursachen im Krankenhausumfeld
- Einfluss von Akut- und chronischem Stress auf den Organismus
- Strategien zur betrieblichen und individuellen Prävention
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Stationstelefon klingelt pausenlos. Eine Sekretärin, welche den Hörer abnehmen und damit dieses penetrante Geräusch unterbrechen könnte, gibt es nicht. Diese Stelle ist, nach dem Ausscheiden der Kollegin, nicht wieder besetzt worden. Eine Krankenschwester unterbricht den Verbandswechsel, um den der Patient sie heute bereits ein drittes Mal gebeten hat und geht an das schnurlose Telefon, welches sich in ihrer rechten Kitteltasche befindet. Am anderen Ende spricht hektisch ein Arzt, welcher einen schwerverletzten Patienten für die nächste halbe Stunde ankündigt. Beim Auflegen bemerkt die Schwester den musternden Blick der Hygienefachkraft, welche vorwurfsvoll mit der Desinfektionsmittelflasche wackelt und sie zur Benutzung auffordert. Der angefangene Verbandswechsel wird schnell, nebenher erledigt. Im Stationsflur begegnet ihr eine hilfsbedürftige alte Damen, die sichtlich ihre Orientierung verloren hat und fragt die Schwester nach einem Glas Wasser. Wäre eine Servicemitarbeiterin zur Stelle, könnte sie diese einfache Aufgabe delegieren. Doch diese hatte sich kurzfristig für drei Wochen krankgemeldet. Schnell in die Küche, ein Glas Wasser organisiert und zurück zur Patientin, von der sie sich nicht einmal mehr den Namen merken konnte. Durch einen lauten Knall erschrocken, rennt sie zum Flur zurück, die betagte Frau ist gestürzt und schreit nach ihrer Mutter. Der angekündigte neue Patient wird eingeliefert und mit ihm kommen die drei geplanten Zugänge für heute. Wieder klingelt das Telefon, ihre ablösende Kollegin meldet sich krank. Ein Arzt kommt vorbei und fragt nach den Laborwerten vom Vortag. Auch möchte er, dass die Kollegin ihm sofort bei einer wichtigen Punktion assistiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung illustriert den stressigen Stationsalltag und führt in die Relevanz des Burnout-Syndroms sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
2. Definition Burnout: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die wissenschaftliche Definition des Burnout-Begriffs anhand bedeutender Forscher wie Freudenberger und Maslach.
3. Symptome Burnout: Hier werden die Anzeichen des Syndroms, die Phasen des Krankheitsverlaufs nach Burisch und das Messinstrument MBI detailliert beschrieben.
4. Ursachen von Burnout in Pflegeberufen: Das Kapitel analysiert die spezifischen Stressfaktoren im Pflegeberuf und beleuchtet die physiologischen Folgen von Akut- und chronischem Stress.
5. Prävention: Es werden präventive Ansätze für das betriebliche Management sowie Methoden der individuellen Selbstfürsorge zur Stärkung der psychischen Gesundheit aufgezeigt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen für Pflegekräfte und Führungsebenen.
Schlüsselwörter
Burnout, Pflegeberuf, Stress, Prävention, Selbstfürsorge, Maslach Burnout Inventory, MBI, chronische Erschöpfung, stationärer Alltag, Arbeitsbelastung, psychische Gesundheit, Stressbewältigung, Gesundheitswesen, Führungskräfte, Arbeitsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Burnout-Syndrom, insbesondere in den belastenden Berufsfeldern der Pflege, und untersucht Entstehungsursachen sowie Bewältigungsstrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Burnout, die physiologischen und psychischen Symptome, die Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern sowie konkrete Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pflegekräfte frühzeitig Burnout-Risiken erkennen können und welche Maßnahmen auf Führungs- und persönlicher Ebene zur Prävention beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Literaturanalyse durchgeführt, die bekannte Modelle wie das Phasenmodell von Burisch und das Maslach Burnout Inventory zur Einordnung nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition, Symptomatik (nach Phasen), die physiologischen Stressreaktionen sowie die Analyse betriebsspezifischer Ursachen und Präventionsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Burnout, Pflegeberuf, Stress, Selbstfürsorge, Prävention und das Maslach Burnout Inventory.
Wie definiert Burisch die Phasen eines Burnouts?
Burisch unterteilt den Prozess in sieben Phasen, die von ersten Warnsymptomen über reduziertes Engagement und emotionale Reaktionen bis hin zur völligen Verzweiflung reichen.
Warum ist das "Maslach Burnout Inventory" (MBI) für Pflegeberufe relevant?
Das MBI ist ein erprobtes Messinstrument, das Pflegekräften hilft, durch Selbsttestung ihren Grad an emotionaler Erschöpfung und Depersonalisierung objektiv einzuschätzen.
- Arbeit zitieren
- J. M. (Autor:in), 2017, Burnout im Pflegeberuf, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/458964