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Komposition in der Wortbildung. Merkmale, Typen und Funktionen

Titel: Komposition in der Wortbildung. Merkmale, Typen und Funktionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Ekaterina Klaer (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird das Material nach den Aspekten der Kompositionstypen, Funktionen und dem Vergleich mit russischer Sprache gegliedert und systematisiert.

Die Komposition steht an der Grenze zwischen Wortbildung und Syntax. Sie dient der Bereicherung des Wortschatzes. Man kann neue Wörter mit Hilfe bereits vorhandener Wortbestandteile erfinden. Dabei bekommt das zusammengestellte Wort eine neue und eigene Bedeutung. Der Bedarf an neuen Wörtern und Ausdrucksmitteln ist groß und wächst mit Entwicklung und Fortschritt der Menschheit ständig. Die Wirklichkeit ist vielseitig und vielschichtig, darum besteht die Notwendigkeit, alles, was man kennen lernt, zu benennen.

Zur Erweiterung des Wortschatzes benutzen die Menschen die unerschöpflichen Möglichkeiten der Wortbildung. Diese ist nicht nur ein historischer Prozess, durch den die heute existierende Sprache entstanden ist, sondern ein Teil der sprachlichen Kompetenz eines jeden Sprechers. Insbesondere die deutsche Sprache zeichnet sich durch immer neu entstehende Wörter aus. Verschiedene Arbeiten haben sich mit dem Thema Wortbildung befasst, daraus kristallisieren sich drei wichtige Typen heraus: die Komposition, die Derivation und die Konversion. Diese Arbeit konzentriert sich auf das Thema Komposition. Das Wort „Komposition“ kommt aus dem Lateinischen "compositio", Zusammenstellung.

Wir haben z. B. Wörter wie Pilotprojekt, Schokoticket, Dummkopf, Affenschande und ähnliche interessante Wörter gehört. Was bedeuten sie eigentlich? Um deren Bedeutung zu interpretieren, muss man seine eigene Phantasie spielen lassen. Nehmen wir zum Beispiel das Wort „Pilotprojekt“: Ist das ein Projekt, das für einen Piloten bestimmt ist oder ein Projekt, das von einem Piloten durchgeführt wird oder ist es ein Projekt, das fliegt? Mit etwas Fantasie kommt man auf weitere Interpretationen. Oder das nette Wort „Schokoticket“.

Als Grundfrage stellt sich: Wie ist „Komposition“ zu definieren? Die sprachwissenschaftliche Literatur bietet unterschiedliche Definitionen verschiedenster Weite und Differenzierung an.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1. Was versteht man unter Komposition in der Sprachwissenschaft?

2.2. Charakteristische Merkmale der Komposition

3. Typen der Komposition

3.1. Determinativkomposita

3.1.1 Nominale Determinativkomposita

3.2. Kopulativkomposita

3.3. Sonstige Typen der Komposition

3.3.1. Possessivkomposita

3.3.2. Zusammenrückungen

4. Funktion der Komposition im Deutschen

5. Komposition im deutsch-russischen Vergleich

5.1 Attributive Beziehungen

5.2 Entsprechungen für russische Binomina im Deutschen

5.3 Deutsche zusammengesetzte Adjektive

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Komposition als zentrales Mittel der deutschen Wortbildung zu analysieren, ihre verschiedenen Typen systematisch einzuordnen und ihre Funktion innerhalb der Sprache zu beleuchten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich deutsche Komposita durch einen kontrastiven Vergleich mit der russischen Sprache charakterisieren lassen.

  • Struktur und Definition der Komposition in der Sprachwissenschaft
  • Klassifizierung der Kompositionstypen (Determinativ-, Kopulativ- und Possessivkomposita)
  • Funktionelle Analyse der Wortbildung zur Textökonomie und Ausdrucksweise
  • Kontrastiver Vergleich von Attributivbeziehungen im Deutschen und Russischen
  • Analyse von Entsprechungen für Binomina und zusammengesetzte Adjektive

Auszug aus dem Buch

3.1. Determinativkomposita

Determinativkomposita (vom lat. Determinare < bestimmen) stellen die produktivste und umfangreichste Gruppe von Wortbildungen dar. In der deutschen Sprache ist dieser Typ der Zusammensetzung besonders verbreitet. Es werden zwei autosemantische Wörter miteinander verbunden, eines dieser Wörter dient in der Regel zur lexikalisch-semantischen Erklärung des anderen, z. B. Konferenztisch – Tisch für eine Konferenz, Papierkorb – Korb für Papier, Wasserglas – Glas für Wasser.

Determinativkomposita entstehen nach dem Prinzip der Univerbierung oder Informationsverdichtung. Das vorangestellte Erstglied gibt intensivierende oder spezifizierende Zusatzmerkmale. Das Basiswort bestimmt die Wortart und Flexionsklasse (Kasus, Genus, Numerus). Das so entstehende Determinativkompositum besteht aus zwei Gliedern, Determinans und Determinatum, und bildet eine endozentrische Konstruktion. Das Determinans schränkt das Determinatum semantisch ein, determiniert es.

Die meisten Determinativkomposita sind schon im Lauf der Zeit zu Simplizia, keine zusammengesetzten Wörter, übergegangen. Die formale Analyse nach Determinatum und Determinans macht bei diesen Wörtern keinen Sinn mehr, z. B. Junggeselle oder Wörter mit unikalem Morphem wie Himbeere, Schornstein.

Fischer und Uerpmann betonen, dass den Komposita syntaktische Fügungen zugrunde liegen. Der Sinn des Kompositums lässt sich oft nicht ermitteln, indem man es in Komponenten zerlegt. Das Kompositum ist fast immer den Einzelwörtern gegenüber etwas Neues, seine Bedeutung umfasst meistens anderes als die der entsprechenden Grundwörter. Ein Altphilologe und eine Jungfrau zum Beispiel müssen nicht unbedingt ein alter Philologe und eine junge Frau sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Wortbildung ein und definiert die Komposition als wesentlichen Prozess zur Erweiterung des Wortschatzes.

2. Begriffsbestimmung: Es werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen der Komposition sowie deren strukturelle Merkmale und Abgrenzungen zu Wortverbindungen analysiert.

3. Typen der Komposition: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Kompositionstypen wie Determinativ-, Kopulativ- und Possessivkomposita sowie Zusammenrückungen.

4. Funktion der Komposition im Deutschen: Hier wird die ökonomische und stilistische Bedeutung von Komposita für die Sprachverwendung im Deutschen und in der Fachsprache beleuchtet.

5. Komposition im deutsch-russischen Vergleich: Das Kapitel bietet eine kontrastive Analyse, wie attributive Beziehungen und zusammengesetzte Adjektive in beiden Sprachen unterschiedlich realisiert werden.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und weist auf den Bedarf für weiterführende Studien im Bereich des Kompositionsvergleichs hin.

Schlüsselwörter

Wortbildung, Komposition, Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Possessivkomposita, Zusammenrückung, Sprachvergleich, Deutsch, Russisch, Sprachwissenschaft, Lexik, Morphologie, Wortschatz, Syntax, Sprachökonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Komposition als einem der wichtigsten und produktivsten Mittel der Wortbildung in der deutschen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Komposition, der systematischen Unterscheidung der Kompositionstypen sowie der funktionalen Rolle der Komposita im Sprachgebrauch.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die systematische Darstellung der deutschen Kompositionsverfahren und deren kontrastiver Vergleich mit den Strukturen der russischen Sprache.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der sprachwissenschaftlichen Forschung und nutzt eine kontrastive Methode zum Vergleich der Wortbildungsstrukturen im Deutschen und Russischen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Arten der Komposition definiert und durch konkrete Beispiele erläutert, gefolgt von einer Analyse ihrer Funktionen und einer Gegenüberstellung mit russischen Sprachstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Komposition, Wortbildung, Sprachvergleich, Determinativkomposita und Sprachökonomie charakterisieren.

Wie unterscheiden sich Determinativ- von Kopulativkomposita?

Bei Determinativkomposita ist das Erstglied dem Zweitglied untergeordnet, während bei Kopulativkomposita beide Glieder gleichberechtigt verbunden sind.

Welche Rolle spielen Possessivkomposita innerhalb der Klassifizierung?

Sie werden häufig als Untertyp der Determinativkomposita betrachtet und bezeichnen meist Personen- oder Gegenstandseigenschaften in einem „Haben-Verhältnis“.

Warum ist der Vergleich zwischen Deutsch und Russisch für die Forschung wichtig?

Der Vergleich hilft dabei, Unterschiede in der Wortbildung zu identifizieren und zu verstehen, wie das Deutsche komplexe attributive Beziehungen durch Komposition löst, während das Russische oft andere Wege wählt.

Was sind Zusammenrückungen im Kontext dieser Arbeit?

Zusammenrückungen sind syntaktische Wortgruppen, die zu einem einzigen Wort verschmolzen sind, wobei die ursprüngliche Wortfolge oft beibehalten wurde.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Komposition in der Wortbildung. Merkmale, Typen und Funktionen
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,3
Autor
Ekaterina Klaer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V458012
ISBN (eBook)
9783668893795
ISBN (Buch)
9783668893801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortbildung Komposition Komposita Binomina russisch zusammengesetzte Wörter Zusammensetzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ekaterina Klaer (Autor:in), 2006, Komposition in der Wortbildung. Merkmale, Typen und Funktionen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/458012
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