Diese Untersuchung soll anhand zweier ausgewählter Werke darlegen, inwiefern sich Hölderlin an Schiller orientierte. Schiller wird oftmals als Vorbild Hölderlins genannt, weshalb sowohl die Begegnung der beiden im Fokus stehen wird als auch die Entwicklung ihrer Beziehung zueinander.
Zunächst wird das Werk Schillers genauer untersucht. Dabei wird auf Aufbau und Inhalt eingegangen. Zudem wird das Antikenbild Schillers aufgegriffen. Da Schillers erste Fassung der Götter Griechenlands viel Kritik bekam, wird auch die zweite Fassung dieses Werks analysiert und Unterschiede zwischen den beiden aufgezeigt.
Danach wird auf Hölderlins Werk "Hymne an den Genius Griechenlands" eingegangen. Auch hier werden Aufbau und Inhalt analysiert und Hölderlins Antikenbild aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Friedrich Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlands“
2.1 Aufbau des Gedichts
2.2 Inhaltsangabe
2.3 Schillers Antikebild
2.4 Die zweite Fassung der Götter Griechenlands
3. Friedrich Hölderlins "Hymne an den Genius Griechenlands"
3.1 Aufbau des Gedichts
3.2 Inhaltsangabe
3.3 Hölderlins Antikebild
4. Beziehung der beiden Autoren zueinander
5. Gegenüberstellung der beiden Werke
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die literarische Verbindung zwischen Friedrich Hölderlin und Friedrich Schiller anhand ihrer Werke „Hymne an den Genius Griechenlands“ und „Die Götter Griechenlands“. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss Schillers als Vorbild auf Hölderlin zu belegen, die Gemeinsamkeiten in ihrer antikenmythologischen Motivik aufzuzeigen und die Dynamik ihrer persönlichen sowie fachlichen Beziehung zu analysieren.
- Analyse der Struktur und Thematik der Werke
- Vergleichendes Antikebild der beiden Autoren
- Untersuchung der persönlichen Beziehung und Abhängigkeit
- Gegenüberstellung mythologischer Bezüge
Auszug aus dem Buch
2.4 Die zweite Fassung der Götter Griechenlands
Da Schiller nach der Veröffentlichung seiner ersten Fassung als u.a. Gotteslästerer beschimpft wurde, erschien (vermutlich) 1793 die zweite Fassung des Gedichts. Und dies, obwohl Schiller der Meinung war, dass dieses Werk das wohl Beste das er neuerdings hervorgebracht hatte war. Hier drosselt er die Kritik am Christentum etwas. Er streicht viele anstößige Stellen. Aus den erstmals 25 Strophen werden nur noch 16. Zudem wird die antithetische Struktur mehr hervorgehoben. Die griechische Religion der Antike wird nun vollständig durch Schönheit bestimmt.
In der zweiten Fassung wird deutlich, dass es unmöglich ist die "schöne Welt" wiederherzustellen. Denn auch wenn das Schöne in der Literatur eine Zuflucht findet, handelt es sich hierbei nicht um die einstmals schöne Welt. Nur in der bereits verlorenen Antike war der Dichter kein dissoziiertes Individuum. Die Götter Griechenlands reflektieren also die modernen Bedingungen des eigenen lyrischen Sprechens. Ebenso verdeutlicht er durch die schöne Sentenz der neuen Strophe am Ende des Gedichts eine poetische Absicht: "Was unsterblich im Gesang soll leben, Muß im Leben untergehn.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der beiden zu untersuchenden Autoren sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Friedrich Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlands“: Detaillierte Untersuchung von Schillers Werk, inklusive Aufbau, Inhalt, Antikebild und Analyse der überarbeiteten zweiten Fassung.
3. Friedrich Hölderlins "Hymne an den Genius Griechenlands": Analyse von Hölderlins Hymne mit Fokus auf Struktur, inhaltlicher Deutung, mythologischen Bezügen und seinem Antikebild.
4. Beziehung der beiden Autoren zueinander: Beleuchtung der persönlichen Begegnung, der respektvollen Bewunderung Hölderlins für Schiller und der Förderung durch Schiller trotz fachlicher Kritik.
5. Gegenüberstellung der beiden Werke: Aufzeigen gemeinsamer Motive und antithetischer Strukturen sowie Vergleich der Nutzung griechischer Mythologie durch beide Autoren.
6. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie abschließende Bestätigung der Rolle Schillers als Vorbild für Hölderlin.
Schlüsselwörter
Friedrich Hölderlin, Friedrich Schiller, Götter Griechenlands, Hymne an den Genius Griechenlands, Antike, Mythologie, Weimarer Klassik, Literaturvergleich, Autonomieästhetik, Lyrik, Literaturgeschichte, Idealisierung, Eros, Christentum, Poet.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die literarischen Bezüge und die persönliche Verbindung zwischen Friedrich Hölderlin und Friedrich Schiller, insbesondere anhand ihrer Gedichte über die griechische Antike.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Rezeption der griechischen Antike, die Entwicklung des Antikebildes im späten 18. Jahrhundert sowie die literarische Abhängigkeit und Beziehung zwischen einem aufstrebenden Dichter und seinem etablierten Vorbild.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll bewiesen werden, dass Hölderlin sich in seiner „Hymne an den Genius Griechenlands“ maßgeblich an Schillers „Die Götter Griechenlands“ orientiert hat und Schiller für ihn als prägendes Idol fungierte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine komparatistische Analyse, um Aufbau, Inhalt und ästhetische Konzepte (insbesondere die Autonomieästhetik) beider Gedichte strukturiert gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der getrennten Analyse der beiden Gedichte – inklusive ihrer Entstehungsgeschichte und Struktur – erfolgt eine explizite Untersuchung der Biografie der beiden Autoren und ihrer gegenseitigen Korrespondenz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Antikebegeisterung, Mythologie, antithetische Struktur, ästhetische Erziehung und deutsche Klassik einordnen.
Warum spielt die zweite Fassung von Schillers Gedicht eine wichtige Rolle?
Die zweite Fassung verdeutlicht Schillers Reaktion auf zeitgenössische Kritik und zeigt, wie er die antithetische Struktur schärfte und die poetische Intention des Werkes anpasste.
Welche Bedeutung hat das "Antikebild" in Bezug auf Hölderlin?
Hölderlins Antikebild gilt als äußerst vieldeutig; Griechenland fungiert für ihn primär als Sehnsuchtsort für ein harmonisches und freies Leben, anstatt das historisch reale Griechenland darzustellen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, War Schiller ein Idol für Hölderlin? Gemeinsamkeiten von "Hymne an den Genius Griechenlands" und "Die Götter Griechenlands", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/457536