Die Ziele der Arbeit sind die Stadtidentität von Kiew darzustellen und die Entwicklung der ukrainischen Architektur zu verfolgen.
Im Lauf der Arbeit wurden bestimmte Arbeit- und Analyseschritte vorgenommen. Erstens, die philosophischen und psychologischen Begriffe, sowie Stadtidentität und Identität, zu analysieren. Zweitens die historische Entwicklung der Architektur in der Ukraine kennenzulernen und drittens die Entwicklung der Architektur der Stadt Kiew während der Sowjetunion zu untersuchen. Der vorliegenden Arbeit wird eine literaturgestützte Methode zugrunde gelegt.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. BEGRIFFSERKLÄRUNG
1.1. IDENTITÄT
1.2. STADTIDENTITÄT
2. ÜBERBLICK IN DER ARCHITEKTUR
2.1. ANFANG DES KIEWER STAATES
2.2. BYZANTINISCHER EINFLUSS
2.3. GOTIK UND RENAISSANCE
2.4. NATIONALE STILART: UKRAINISCHER BAROCK
2.5. KLASSIZISMUS IN DER UKRAINE
3. DIE ENTWICKLUNG DER ARCHITEKTUR IN DER UKRAINISCHEN SOZIALISTISCHEN SOWJETREPUBLIK
3.1. WÄHREND STALIN
3.2. WÄHREND CHRUSCHTSCHOW
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Stadtidentität von Kiew im Laufe der Zeit entwickelt hat und welchen Einfluss die sowjetische Architektur auf diesen Prozess ausübte, mit der zentralen Fragestellung, ob die Identität der Stadt während der Sowjetunion verloren ging.
- Grundlagen der Begriffe Identität und Stadtidentität
- Historischer Überblick der ukrainischen Architektur bis zum Klassizismus
- Architektonische Entwicklungen während der Stalin-Ära
- Transformation des Stadtbildes unter Chruschtschow
- Analyse der Resilienz städtischer Identität unter politischen Diktaten
Auszug aus dem Buch
3.1. WÄHREND STALIN
Am 3. April 1922 kam Stalin zur Macht in der UdSSR. Im Dezember 1922 ist die Ukraine der Teil der Sowjetunion geworden. Es war eine schwierige Zeit für ukrainische Architektur und für die Ukraine allgemein. Stalin hat seinen Stil in der Architektur erschaffen und zwar der Sozialrealismus (vgl. Tscherkes, Hofer 1995: 79).
Laut Stalin, sollten die sowjetischen Städte Macht und Monumentalität darstellen. Die stalinistische Architektur war so eingerichtet, dass man beim Betrachten sowohl die Monumentalität der Architektur als auch die Stalins Macht fühlte. Die offizielle Ideologie der UdSSR war eine klassenlose Gesellschaft mit den gleichen Rechten und den Möglichkeiten für alle. Das Leben von den Arbeitenden musste sich in der UdSSR immer verbessern und die Regierung sollte dafür sorgen. In der Realität war die stalinistische Gesellschaft stark zentralisiert und litt unter Stalins Diktatur, die sich auf die Zwangsarbeit in verschiedenen Formen stützte. In diesem System fehlte die Rechtspflege und es fehlten staatliche soziale Programme, die eine Verbesserung des Lebens der Bevölkerung durchführen könnten. Hingegen galten ab Anfang der "Industrialisierung" Programme, die sich auf die Senkung des Lebensstandards und die Anstellung der Bevölkerung für Bauarbeiten der Militärindustrie fokussierten. Es wurden folglich viele Gebäude für das Militär eingeerichtet. Vieles deutet darauf hin, dass die stalinistische Architektur aus Blut und Repression hervorging.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Es wird die Problemstellung der Stadtidentität Kiews skizziert und das methodische Vorgehen der literaturgestützten Arbeit dargelegt.
1. BEGRIFFSERKLÄRUNG: Die philosophischen und psychologischen Grundlagen von Identität und Stadtidentität werden definiert, um den theoretischen Rahmen für die Analyse zu schaffen.
2. ÜBERBLICK IN DER ARCHITEKTUR: Dieses Kapitel zeichnet die architektonische Entwicklung in der Ukraine von den Anfängen bis zum Klassizismus nach.
3. DIE ENTWICKLUNG DER ARCHITEKTUR IN DER UKRAINISCHEN SOZIALISTISCHEN SOWJETREPUBLIK: Die architektonischen Strömungen der sowjetischen Ära, unterteilt in die Perioden unter Stalin und Chruschtschow, werden kritisch beleuchtet.
4. FAZIT: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die zentrale Forschungsfrage dahingehend beantwortet, dass Kiew seine künstlerische Unabhängigkeit bewahren konnte.
Schlüsselwörter
Kiew, Stadtidentität, Architektur, Sozialrealismus, UdSSR, Stalin, Chruschtschow, Ukrainischer Barock, Urbanismus, Historismus, Strukturalismus, Moderne, Stadtentwicklung, Identitätsverlust, Baugeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Stadtidentität von Kiew durch die politischen und architektonischen Veränderungen während der Zeit der Sowjetunion gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Stadtidentität, die historische Architekturgeschichte der Ukraine sowie die Analyse sowjetischer Baupolitik unter Stalin und Chruschtschow.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung der ukrainischen Architektur zu verfolgen und zu klären, ob die Stadtidentität von Kiew durch das sowjetische Regime verloren gegangen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Methode, bei der historische Quellen und architekturtheoretische Fachliteratur analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss der Architekturstile sowie eine detaillierte Untersuchung der stalinistischen Architektur und der nachfolgenden Plattenbau-Ära unter Chruschtschow.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kiew, Stadtidentität, Sozialrealismus, Sowjetunion und architektonische Transformation.
Wie reagierten Architekten in der Ukraine auf die stalinistische Diktatur?
Trotz des enormen Drucks und der Gefahr persönlicher Verfolgung integrierten ukrainische Architekten nationale Elemente, wie den ukrainischen Barock, in die stalinistische Architektur.
Warum wird die Kreščatik-Straße als besonders wichtig hervorgehoben?
Die Straße gilt als höchster Punkt des Sozialrealismus in Kiew, da sie eine gelungene Mischung aus klassischem Sozialrealismus und nationalen, ukrainischen Folkloremotiven darstellt.
Was zeichnete die Ära unter Chruschtschow architektonisch aus?
Die Ära war geprägt vom sogenannten Fiktionalismus, der Fokus lag auf Baugeschwindigkeit, Kostensenkung und der Einführung des standardisierten Plattenbaus.
- Arbeit zitieren
- Renata Babitseva (Autor:in), 2017, USSR. Die Stadtidentität von Kiew im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/456500