Die vorliegende Unterrichtsplanung beschäftigt sich mit dem Thema Kinderarbeit, das über das Recht auf Bildung dargestellt wird.
Ausgehend von einem Einstieg mit Bildimpulsen und einer Analyse dieser Bilder sowie einer anschließenden Informationsphase, in der die Schülerinnen und Schüler einen exemplarischen Einblick in das Leben eines arbeitenden Mädchens in Indien erhalten, sollen sie anschließend eigene Definitionen erarbeiten. Darüber hinaus lernen die Schüler/innen zwei wichtige Artikel der UN-Kinderrechtskonvention kennen und stellen ihre selbst erarbeiteten Definitionen diesen gegenüber.
In der Handlungs- und Urteilsphase des Unterrichtsvorhabens werden verschiedene Sichtweisen auf das Thema vorgestellt, und es wird von den Schülerinnen und Schülern eine Antwort auf die Frage „Das Recht auf Bildung - ein überflüssiges Kinderrecht?“ erwartet.
Durch eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lebensbedingungen in verschiedenen Gesellschaften sollen die Schüler/innen am Ende wissen, dass die politischen und sozioökonomischen Lebensbedingungen gestaltbar sind, und sie sollen Probleme nennen können, die einen gesellschaftlichen Wandel erschweren.
Außerdem sollen sie Maßnahmen kennengelernt haben, die einen Wandel hervorrufen können, und sie sollten die Rechte des Kindes nach der UN-Kinderrechtskonvention kennen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ziele des Unterrichtsvorhabens
3 Stundenplanung
3.1 Unterrichtsinhalte
3.2 Kompetenzschwerpunkte
3.3 Methode
4 Unterrichtsmaterialien
5 Zusammenfassung und Reflexionen
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Modularbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtssequenz zum Thema Kinderarbeit, die darauf abzielt, Schülerinnen und Schüler für das Recht auf Bildung zu sensibilisieren und die globalen Ursachen sowie Auswirkungen ausbeuterischer Kinderarbeit kritisch zu reflektieren.
- Analyse globaler Lebensbedingungen von Kindern
- Vermittlung der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 28 & 32)
- Förderung von Urteilskompetenz durch Podiumsdiskussionen
- Kritische Auseinandersetzung mit Konsumverhalten und Verantwortung
- Entwicklung von Handlungsperspektiven gegen Kinderarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Unterrichtsinhalte
Die Unterrichtssequenz wird mit Fotos von Kindern in verschiedenen Lebenssituationen begonnen. Auf einer Weltkarte sind Bilder von Kindern sowohl in Schulen als auch beim Arbeiten zu sehen und sowohl in der Freizeit als auch unter schwierigsten Bedingungen. Die Schüler/innen sollen beschreiben, was sie auf den Bildern sehen, und erste Eindrücke und Gefühle zum Ausdruck bringen.
Im Anschluss wird der NDR-Beitrag „Indien: Kinderarbeit für den Fußball“ gezeigt, der vom Leben des indischen Mädchens Sofia handelt. Sofia näht seit ihrem sechsten Lebensjahr Fußbälle, welche auf dem Weltmarkt verkauft werden. Der Vater von Sofia und ihren Geschwistern, die die gleiche Arbeit verrichten, verdient als Hilfsarbeiter nicht genug, um die Familie zu ernähren, und so müssen die Kinder ebenfalls arbeiten. Der Verkauf eines Balls bringt der Familie 13 Cent ein. Inzwischen dürfen die Kinder vormittags eine Schule besuchen, was nicht immer so war. Trotz Schulpflicht mussten sie zwei Jahre zuvor noch fast ganztägig Bälle nähen, der Vater verwies dabei auf seine finanzielle Notlage. Durch den Einsatz eines Kinderschützers, der dem Vater die Pflicht erklärt, seine Kinder in die Schule zu schicken, zeigt dieser Einsicht und lässt seine Tochter vormittags zur Schule gehen.
In der zweiten Unterrichtsstunde erhalten die Schüler/innen, meist in Vierergruppen, den Auftrag, eigene Definitionen zu den Begriffen „Kinderarbeit“ und „Recht auf Bildung“ zu erarbeiten. Danach präsentieren die Gruppen ihre erarbeiteten Definitionen vor der Klasse.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Themas Kinderarbeit und stellt das Ziel dar, den Teufelskreis aus fehlender Bildung und ausbeuterischer Arbeit zu durchbrechen.
2 Ziele des Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel definiert die angestrebten Lernziele, insbesondere die Förderung von Urteils- und Orientierungskompetenz der Schüler im Kontext der Kinderrechte.
3 Stundenplanung: Die tabellarische Übersicht strukturiert den Unterricht in sechs Einheiten, von der Sensibilisierung durch Bildimpulse bis zur finalen Reflexionsphase.
4 Unterrichtsmaterialien: Hier werden die konkret eingesetzten Medien, wie Bildmaterial, Filmbeiträge und die zentralen Artikel der UN-Kinderrechtskonvention, aufgelistet.
5 Zusammenfassung und Reflexionen: Dieser Abschnitt zieht ein Fazit zur unterrichtlichen Wirksamkeit und verknüpft das Thema mit dem deutschen Familienrecht sowie dem eigenen Konsumverhalten.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Internetrecherchen.
7 Anhang: Bereitstellung der Arbeitsblätter und weiterführender Dokumente für den praktischen Einsatz im Unterricht.
Schlüsselwörter
Kinderarbeit, Recht auf Bildung, UN-Kinderrechtskonvention, Unterrichtsplanung, Globale Gerechtigkeit, Menschenwürde, Podiumsdiskussion, Sozialkompetenz, Politische Bildung, Ausbeutung, Kinderrechte, Entwicklungszusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt eine strukturierte Unterrichtsplanung für die Jahrgangsstufen 5 oder 6, die das Thema Kinderarbeit und das universelle Recht auf Bildung in den Fokus rückt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Auseinandersetzung mit globalen Lebensbedingungen, die Kenntnis von UN-Kinderrechten, die Analyse von Ursachen der Kinderarbeit und die Reflexion von Konsumentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sozioökonomische Lebensbedingungen gestaltbar sind und sie sich eine begründete Meinung zum Recht auf Bildung bilden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Das Vorhaben orientiert sich an der Methodik des Politikzyklus, welche durch Bildimpulse, Expertenrollen in Podiumsdiskussionen und anschließende Urteilsbildung charakterisiert ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Stundenplanung, die Vorstellung der Materialien sowie eine Analyse der inhaltlichen Schwerpunkte inklusive der Einbindung von UN-Konventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kinderrechte, Bildungsgerechtigkeit, Podiumsdiskussion und politische Urteilsbildung definiert.
Warum wird im Unterrichtsverlauf eine Podiumsdiskussion eingesetzt?
Die Podiumsdiskussion dient dazu, dass Schülerinnen und Schüler verschiedene Rollen (wie Kind, Politiker, Firmenchef) einnehmen, um komplexe ökonomische Interessenkonflikte besser zu verstehen.
Wie wird das Thema mit dem deutschen Kontext verknüpft?
Im Reflexionsteil wird das Thema auf die Rechtslage in Deutschland (§ 1619 BGB) bezogen, um zu diskutieren, wo die Grenze zwischen zumutbarer Mithilfe im Haushalt und ausbeuterischer Arbeit verläuft.
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- Robin Kern (Author), 2018, Grobplanung zum Unterrichtsthema Kinderarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/456235