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Verschiebungen im Geschlechterverhältnis im Kontext der doppelten Entgrenzung

Title: Verschiebungen im Geschlechterverhältnis im Kontext der doppelten Entgrenzung

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lana Luna (Author)

Sociology - Relationships and Family

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Im Laufe der Geschichte unterlag das Arbeitsverhältnis vielen Veränderungen. Dabei zeigten sich diese Veränderungen als komplizierter und widersprüchlicher Transformationsprozess. Der Wandel von Arbeit überlagert sich mit anderen Entwicklungsprozessen, wie Wertewandel, rechtliche und politische Bedingungen, Veränderungen von Lebensformen sowie Wandel der Geschlechterverhältnissen.
Es stellt sich die Frage, wie sollen die erwerbstätigen Eltern gleichzeitig den Lebensunterhalt verdienen, die Kinder versorgen und die Hausarbeit erledigen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Problem, wie diese Aufgaben auf beiden Partner ungleich verteilt sind. Zusätzlich wird diskutiert, ob man von einem neuen beziehungsweise modernisierten Geschlechterverhältnis sprechen kann.
Um diese Frage beantworten zu können, wird im Rahmen dieser Arbeit, nach kurzer Erläuterung des Konzeptes von doppelter Entgrenzung, zunächst die Veränderungen im Geschlechterverhältnis analysiert. Danach werden die Umgangspraktiken mit doppelter Entgrenzung anhand zwei empirischer Studien von Wera Hemmerich und Karin Jurczyk beschrieben. Abschließend werden die Studien verglichen, um die ähnliche Entwicklungen darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entgrenzung der Geschlechterverhältnisse im Kontext der doppelten Entgrenzung

2.1. Entgrenzung der Erwerbsarbeit

2.2. Entgrenzung der Familie

3. Verschiebungen im Geschlechterverhältnis

4. Umgangspraktiken mit der doppelten Entgrenzung

4.1. Partnerschaftstypen nach Wera Hemmerich

4.1.1. Traditionell-orientierter Typ

4.1.2. Ambivalent-orientierter Typ

4.1.3. Egalitär- orientierter Typ

4.2. Drei Muster familialer Geschlechterarrangements nach Fallstudie „Entgrenzte Arbeit – Entgrenzte Familie“

4.2.1. Das Muster der Re-Traditionalität

4.2.2. Das Muster der Angleichung

4.2.3. Das Muster der Indifferenz

5. Zusammenfassung und Kurzvergleich den beiden Studien

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Hausarbeit analysiert die Auswirkungen der sogenannten „doppelten Entgrenzung“ von Erwerbsarbeit und Familie auf die Gestaltung des Geschlechterverhältnisses. Ziel ist es, zu untersuchen, wie erwerbstätige Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Aufgaben bewältigen und ob sich dadurch ein modernisiertes Rollenverständnis in Partnerschaften entwickelt.

  • Konzeptionelle Einordnung der doppelten Entgrenzung in der Soziologie
  • Analyse der Transformation von Erwerbsarbeitsformen (Flexibilisierung, Entgrenzung)
  • Typisierung von Partnerschaftsmodellen nach Wera Hemmerich
  • Untersuchung familialer Geschlechterarrangements anhand aktueller Fallstudien
  • Vergleich empirischer Befunde zur ungleichen Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Traditionell-orientierter Typ

Bei den „traditionell-orientierten“ Partnerschaften wird die „traditionelle Familienorientierung“ bevorzugt. Frauen und Männer dieses Partnerschaftstyps lassen Veränderungen lediglich rein theoretisch zu. Praktisch, auf der Handlungsebene, wird eine konservativ-traditionelle Familienform ausgeübt, da die Partner nicht in der Lage sind, die vorhandenen Strukturen zu verändern.

Die Interviewpartner dieses Typus waren im Alter von Ende 20 bis Mitte 30. Die Männer waren von Beruf qualifizierte Angestellte, Beamte, Facharbeiter, die ihren Status durch Weiterqualifizierung nach der Erstausbildung erreichten. Ihre Frauen wählten typische Frauenberufe, wie zum Beispiel, Grundschullehrerin oder Assistenzberufe. Die Familien verfügten über ein Haupteinkommen des Mannes und ein geringeres Einkommen der Frau. Die Paare lernten sich zumeist in jüngeren Jahren kennen und heirateten. Bis Mitte 20 traten sie ein in eine familiale Lebensphase und bekamen die gemeinsamen Kindern.

Die traditionellen Orientierungen spiegelten sich in den Argumentationen der Frauen und Männer immer wieder. Aus den Äußerungen und ideologischen Überzeugungen konnte man entnehmen, dass sich die Paaren sehr fortschrittlich zeigten und den Wunsch nach mehr Egalität in der Partnerschaft äußerten. Vor allem wünschten sich die Frauen mehr Gleichberechtigung, was sie aber in der Praxis in den Forderungen an ihren Partner nicht umsetzten. Mit einem niedrigeren Einkommen ihren Frauen waren die Männer einverstanden und unterstützungsbereit, solange die Familienorganisation problemlos funktionierte. Sie demonstrierten ein großes Interesse an den Kindern und waren bereit bei der Haus- und Familienarbeit zu helfen, wenn dies verlangt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den soziologischen Wandel der Arbeit und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Vereinbarkeit von Erwerbsleben und Familienarbeit.

2. Entgrenzung der Geschlechterverhältnisse im Kontext der doppelten Entgrenzung: Dieses Kapitel definiert das Konzept der Entgrenzung und beleuchtet sowohl die Veränderungen der Erwerbsarbeit als auch die strukturellen Umbrüche innerhalb der Familie.

3. Verschiebungen im Geschlechterverhältnis: Hier werden die strukturellen Veränderungen in den geschlechtsbezogenen Rollenbildern analysiert und die Entstehung neuer Lebensformen wie des Doppelkarrierepaares diskutiert.

4. Umgangspraktiken mit der doppelten Entgrenzung: Das Hauptkapitel beschreibt anhand der Studien von Wera Hemmerich und des Projekts „Entgrenzte Arbeit – Entgrenzte Familie“ verschiedene Typen und Muster der partnerschaftlichen Alltagsorganisation.

5. Zusammenfassung und Kurzvergleich den beiden Studien: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse beider empirischer Ansätze zusammen und stellt die Ambivalenzen bei der Neugestaltung familialer Arrangements heraus.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Entgrenzungsprozesse keineswegs zwangsläufig zu egalitären Verhältnissen führen, sondern meist widersprüchliche Anpassungsleistungen der Individuen erfordern.

Schlüsselwörter

Doppelte Entgrenzung, Erwerbsarbeit, Familie, Geschlechterverhältnis, Vereinbarkeit, Normalarbeitsverhältnis, Sorgearbeit, Rollenverteilung, Partnerschaft, Haushaltsorganisation, Flexibilisierung, Sozialer Wandel, Familienarrangement, Doppelkarrierepaare, Arbeitsteilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziologischen Wandel von Arbeits- und Familienstrukturen und wie Paare mit der sogenannten „doppelten Entgrenzung“ in ihrem Alltag umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Flexibilisierung von Erwerbsarbeit, die Pluralisierung von Familienformen sowie die daraus resultierende Neuverhandlung von Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob moderne Arbeitsbedingungen die Rollenteilung zwischen Mann und Frau tatsächlich egalisieren oder ob sie neue Spannungsfelder und Paradoxien erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse qualitativer empirischer Studien, insbesondere den Interviews und Typisierungen von Wera Hemmerich sowie der Fallstudien zum Projekt „Entgrenzte Arbeit – Entgrenzte Familie“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Entgrenzung und eine detaillierte Ausarbeitung verschiedener Partnerschaftstypen (traditionell, ambivalent, egalitär) und familialer Arrangements.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie doppelte Entgrenzung, Geschlechterverhältnis, Vereinbarkeit und Sorgearbeit definiert.

Warum greifen viele Paare auf ein „re-traditionelles“ Muster zurück?

Die Untersuchung zeigt, dass dies oft eine pragmatische Antwort auf äußere Zwänge wie Branchenkultur, Betreuungsengpässe und die ökonomische Logik der Erwerbsarbeitswelt ist.

Gibt es eine eindeutige Tendenz zur Gleichberechtigung in der Filmbranche?

Nein, die Studie zeigt, dass gerade in projektförmigen, entgrenzten Branchen die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit aufgrund ständiger Erreichbarkeit und befristeter Verträge oft zementiert wird.

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Details

Title
Verschiebungen im Geschlechterverhältnis im Kontext der doppelten Entgrenzung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,3
Author
Lana Luna (Author)
Publication Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V455541
ISBN (eBook)
9783668861916
ISBN (Book)
9783668861923
Language
German
Tags
doppelte Enttgrenzung entgrenzte Familie Entgrenzte Arbeit Geschlechtsverhältnis Verschiebungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lana Luna (Author), 2016, Verschiebungen im Geschlechterverhältnis im Kontext der doppelten Entgrenzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/455541
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