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Verleugnung oder Integration? Trauer in Gottfried von Straßburgs "Tristan" unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive

Title: Verleugnung oder Integration? Trauer in Gottfried von Straßburgs "Tristan" unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive

Term Paper , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marie Annette Laufer (Author)

German Studies - Comparative Literature

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Die dieser Arbeit zugrundeliegende Fragestellung besteht darin, warum Gottfrieds Fragment offen mit dem Zweifelmonolog Tristans endet. Warum fokussiert der Roman das Scheitern der absoluten Minne und warum scheint dafür ausschließlich Tristan selbst verantwortlich zu zeichnen? Steht der unterschiedliche Umgang Tristans und Isoldes mit der Trauer in Zusammenhang mit ihrem Geschlecht?

Im Hauptteil soll zunächst die Auseinandersetzung mit dem Trennungsschmerz jeweils für Isolde und für Tristan nachvollzogen werden. Dies geschieht textnah und mit Unterstützung einschlägiger Sekundärliteratur. Im Anschluss soll der Versuch einer vertieften Deutung unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive unternommen werden. Dies erfordert eine möglichst knappe Darstellung des theoretisch- methodischen Horizonts der Gender-Forschung und ihre Anwendungsmöglichkeit auf den Tristan. Schließlich wird Tristans Umgang mit der triure noch einmal vertieft vor diesem Hintergrund überdacht und die gewonnenen Erkenntnisse bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Umgang mit der Trauer nach der Trennung von Tristan und Isolde

a. Zwei Formen des Umgangs mit der ‚triure‘

i. Die Trauer Isoldes und die Beschwörung ewiger Einheit

ii. Die Trauer Tristans und der Sieg des Zweifels

b. Die Trauer Tristans aus Sicht der gender-Forschung

i. Gender-Konzepte und ihre Applikation auf Gottfrieds ‚Tristan‘

ii. Tristan – Männlicher Umgang mit Trauer aus der gender-Perspektive

3. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedliche Bewältigung von Trauer bei Tristan und Isolde nach ihrer Trennung in Gottfried von Straßburgs Romanfragment. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern das männliche Scheitern Tristans im Kontrast zur standhaften Trauer Isoldes steht und wie dieses Verhalten aus der Perspektive der modernen Gender-Forschung interpretiert werden kann, um Identitätskonstruktionen im Mittelalter besser zu verstehen.

  • Analyse der Trauermonologe von Tristan und Isolde
  • Anwendung theoretischer Gender-Konzepte (Butler, Laqueur) auf mittelalterliche Literatur
  • Untersuchung der männlichen Identitätskrise Tristans
  • Gegenüberstellung von ritterlichem Heldentum und emotionalem Liebesleid

Auszug aus dem Buch

i. Die Trauer Isoldes und die Beschwörung ewiger Einheit

Nachdem Marke die Liebenden in ihrer Intimität entlarvt hat, erwacht Tristan und erkennt sofort die lauernde Gefahr des bevorstehenden Todes, falls es Marke gelingt, rechtzeitig Zeugen für den Ehebruch durch Tristan und Isolde herbeizuholen. Er sagt Lebewohl zu der Geliebten und Isolde antwortet ihm in einer langen Abschiedsrede (v. 18286–18359) in detaillierter Weise. Sie beginnt mit dem Hinweis, dass ihre Herzen schon zu lange verbunden seien, als dass sie noch wüssten, was ‚vergessen‘ hieße, sie schwört ihm Treue (v. 18296f) und ermahnt ihn intensiv, dass er weder sie, ‚Isolde, Eure Liebste‘ (v. 18321), vergessen solle noch die Vollkommenheit ihrer Liebe (v. 18306). Sie gibt ihm als Gedächtnisstütze und als Zeugnis ihrer Treue und Liebe (v. 181308f) einen Ring, wobei man die darauffolgenden Verse auch als die weise Vorahnung einer liebenden Frau bezüglich Tristans männlicher Verführbarkeit lesen darf: ob ir dekeine sinne/ iemer dâ zuo gewinnet,/ daz ir âne mich iht minnet,/ daz ir gedenket derbî,/ wie mînem herzen iezuo sî./ gedenket an diz scheiden, [...]und lât iu nieman nâher gân/ dan Îsolde, iuwer vriundîn! (v. 18310–18321). Sie betont, dass es sich gehöre, dieses ‚Andenken‘ bis zum Tode zu bewahren (v. 18326), denn: wart Îsot ie mit Tristane/ ein herze unde ein triuwe,/ sô ist ez iemer niuwe,/ sô muoz ez iemer staete wern (v. 18330–18333). Isoldes Beschwörung der „Einheitsfigur in Worten, in Klängen und Gedanken“ erscheint besonders schmerzlich und nachvollziehbar nach dem zuvor beschriebenen Bild vollkommenen Eins-Seins: Es ist, als würden zwei ineinander verschlungene Hälften auseinandergerissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den unterschiedlichen Trauerbewältigungsmustern von Tristan und Isolde und deren geschlechtsspezifischer Deutung im Fragment dar.

2. Der Umgang mit der Trauer nach der Trennung von Tristan und Isolde: Dieses Kapitel analysiert textnah die Abschieds- und Klagemomente der beiden Liebenden und deren abweichende Reaktionen auf den Verlust.

3. Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt, wobei die Diskrepanz zwischen Isoldes Standhaftigkeit und Tristans verzweifeltem Scheitern unter Einbezug gender-theoretischer Aspekte bewertet wird.

Schlüsselwörter

Tristan, Isolde, Gottfried von Straßburg, Trauer, Gender-Forschung, Minne, Identitätskrise, Judith Butler, Mittelalter, Geschlechterrollen, absolute Liebe, Trennungsschmerz, Männlichkeit, Identitätskonstruktion, Liebesleid

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Tristan und Isolde in Gottfried von Straßburgs Tristan-Roman nach ihrer Trennung mit Trauer umgehen und warum ihre Reaktionen so unterschiedlich ausfallen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen mittelalterliche Liebeskonzepte, Gender-Diskurse, die Konstruktion von Identität sowie die literarische Darstellung von Trauer und Leid.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Scheitern Tristans im Vergleich zu Isoldes standhafter Treue mittels gender-theoretischer Ansätze zu analysieren und tiefer zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen literaturwissenschaftlichen Analyse unter Anwendung kultur- und geschlechtertheoretischer Konzepte, insbesondere von Judith Butler und Thomas Laqueur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Trennungsschmerz beider Protagonisten sowie eine theoretisch fundierte Deutung ihrer Geschlechterrollen und Identitätskrisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identitätskrise, Gender-Forschung, Tristan, Isolde, Trauer, absolute Minne und das Scheitern männlicher Identität.

Warum wird Tristans Scheitern als Identitätskrise interpretiert?

Tristan verliert durch die Trennung und die Unmöglichkeit, sein ritterliches Ideal mit seiner tiefen Liebe zu verbinden, den Halt in seiner sozialen Rolle, was ihn in eine innere Verzweiflung und Identitätsauflösung treibt.

Welche Rolle spielt die Figur Isolde Weißhand in der Analyse?

Sie dient in der Arbeit als Spiegel für Tristans innere Spaltung und als Instrumentalisierung seiner Unfähigkeit, den Trennungsschmerz und die Sehnsucht nach der blonden Isolde zu bewältigen.

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Details

Title
Verleugnung oder Integration? Trauer in Gottfried von Straßburgs "Tristan" unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive
College
LMU Munich  (Lehrstuhl für Deutsche Philologie)
Course
Gottfried von Straßburgs Tristan
Grade
1,0
Author
Marie Annette Laufer (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V455178
ISBN (eBook)
9783668877535
ISBN (Book)
9783668877542
Language
German
Tags
Gottfried von Straßburg Trauer Identität Tristan Isolde Gender
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie Annette Laufer (Author), 2016, Verleugnung oder Integration? Trauer in Gottfried von Straßburgs "Tristan" unter Berücksichtigung der Gender-Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/455178
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