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Deutschlandbilder in der britischen Literatur

Titel: Deutschlandbilder in der britischen Literatur

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: David Ronneburg (Autor:in)

Anglistik - Kultur und Landeskunde

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Allen Kulturen der Welt - und damit auch allen Nationen als Subgruppen eines häufig nationenübergreifenden Kulturbegriffs - ist wohl die empfundene Notwendigkeit zu eigen, sich von sich selbst und von ‘den anderen’ ein Bild zu machen. Um sich überhaupt als eigenständige Kultur vor sich selbst und vor anderen zu legitimieren, braucht es gewisser Schemata, die als Denk- und Wahrnehmungshilfe bei der Abgrenzung von anderen Kulturen bzw. zur Identitätsfindung fungieren. Zwei solcher sogenannter Stereotype lassen sich unterscheiden: Heterostereotype, die sich auf die fremde Gruppe beziehen und das Fremdbild konstituieren, und Autostereotype, die das Denken über die eigene Gruppe reflektieren und das Eigenbild ausmachen. Beide Arten von Bildern sind nicht statisch, sondern durch gesellschaftliche, politische und soziale Faktoren formbar. Dieses Konzept von der Wahrnehmung der Welt kann auch verstanden werden als Teil dessen, was J. Assmann als „kulturelles Gedächtnis“ bezeichnet. Dieses fasst er als Außenbereich des Kommunikations-systems auf, „in den Mitteilungen und Informationen - kultureller Sinn - ausgelagert“ und von wo aus sie wieder aktiviert werden können. „Dieses Gedächtnis ist kulturell, weil es nur institutionell, artifiziell realisiert werden kann, und es ist ein Gedächtnis, weil es in bezug auf gesellschaftliche Kommunikation genauso funktioniert wie das individuelle Gedächtnis in bezug auf Bewusstsein.“ Um es für den hier relevanten Zusammenhang, das Deutschlandbild in der englischen Literatur, anders zu formulieren: Eigen- und Fremdbilder sind kulturell vermittelt und werden durch Institutionen (Medien - wie die Literatur-, das Bildungssystem etc.) reproduziert, transportiert und somit stabilisiert. Sie können durch dieselben allerdings auch modifiziert werden

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Das Bild und seine Rezeption

1.2. Das Bild und seine kulturelle Vermittlung

2. Stereotypen nach Blaicher

2.1. Furor Teutonicus

4.1. Cloudy Metaphysicians

4.2. “Cousins German”

2.4. Huns, Krauts, Jerries

2.5. Der deutsche Professor

2.6. Der deutsche Student

2.7. Der deutsche Offizier (und der obrigkeitshörige Deutsche)

2.8. Die deutsche Hausfrau

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Beständigkeit spezifischer Deutschlandbilder in der britischen Literatur. Dabei wird analysiert, wie literarische Stereotype als kulturelle Konstrukte fungieren, durch welche soziokulturellen Faktoren sie beeinflusst werden und inwieweit sie die wechselseitige Wahrnehmung zwischen Briten und Deutschen über verschiedene Epochen hinweg geprägt haben.

  • Analyse von Stereotypen wie Furor Teutonicus und Cloudy Metaphysicians.
  • Untersuchung des Wandels der Deutschlandbilder in Bezug auf historische Zäsuren (z.B. 1871).
  • Darstellung der Rolle von Medien und Literatur bei der Festigung von Fremdbildern.
  • Erforschung der Verschränkung von nationalen Identitäten und Vorurteilen.
  • Diskussion über die ästhetische Funktion literarischer Figuren im Kontext des Deutschlandbildes.

Auszug aus dem Buch

2.1 Furor Teutonicus

Der Ausdruck der furor teutonicus (lat.: teutonische Kriegswut) geht zurück auf Lucans Pharsalia, einen Epos aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, in dessen Zentrum die Schlacht bei Pharsalos zwischen Caesar und Pompeius steht. Unter anderem erwähnt Lucan auch den Stamm der Teutonen, der zeitweilig zu einer ernsten Gefahr für die Römer erwuchs und sich durch seine Kampfeslust auszeichnete. Die Pharsalia wurde im Mittelalter weithin rezipiert und allmählich wird teutonicus als Synonym für deutsch gebraucht. Ist der Begriff noch im 12. Jahrhundert eher als Schmähbezeichnung zu verstehen, so wandeln ihn die Deutschen bald in einen Ehrentitel um, den sie sich gern selbst verleihen. Englische Chronisten und Historiographen des Mittelalters verwenden ihn jedoch weiter zur Beschreibung der unchristlichen Kampfeslust der Deutschen. Im englischen Roman des 18. Jahrhunderts ist er beispielsweise bei Tobias G. Smollet (1721-1771) zu finden, der in The Adventures of Ferdinand, Count Fathom. (1753) die Abenteuer eines westfälischen Grafen beschreibt, der unter anderem in einem Pariser Bordell eine tätliche Auseinandersetzung provoziert, sich im lauten Fluchen gefällt und als „furious Teutonian“ bezeichnet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Grundlegende Erläuterung der Bedeutung von Eigen- und Fremdbildern sowie deren kulturelle Vermittlung durch literarische und institutionelle Kontexte.

2. Stereotypen nach Blaicher: Detaillierte Vorstellung acht zentraler Konstanten der britischen Wahrnehmung Deutschlands, die von kriegerischen bis hin zu metaphysischen Charakterisierungen reichen.

3. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, dass das Deutschlandbild einem stetigen Wandel unterliegt und stark von historischen Ereignissen sowie spezifischen Wahrnehmungshaltungen geprägt ist.

Schlüsselwörter

Deutschlandbild, Britische Literatur, Stereotype, Furor Teutonicus, Cloudy Metaphysicians, Cousins German, Huns, Krauts, Nationalcharakter, Identitätsfindung, Kulturwissenschaft, Wahrnehmungsgeschichte, Literaturanalyse, Fremdbild, Autostereotype.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung Deutschlands und der Deutschen in der britischen Literatur anhand von über die Jahrhunderte gewachsenen Stereotypen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Fremd- und Eigenbildern, die Rolle nationaler Mythen und die literarische Verarbeitung gesellschaftlicher Vorurteile.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das britische Bild von Deutschland im Laufe der Geschichte verändert hat und welche literarischen Konstanten dabei identifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein kulturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der literarische Texte als Quellen für die Untersuchung der mentalitätsgeschichtlichen Wahrnehmung zwischen Nationen nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in acht spezifische Stereotypen, darunter die Kriegswut (Furor Teutonicus), die metaphysische Veranlagung oder auch die Darstellung der deutschen Hausfrau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem nationale Stereotype, interkulturelle Wahrnehmung, literarische Identitätskonstruktion und historisch-politischer Kontext.

Warum spielt das Jahr 1871 eine besondere Rolle für die Deutschlandbilder?

1871 markiert die Reichsgründung, die den Übergang von einem eher romantisierten zu einem zunehmend dämonisierten oder bedrohlich wahrgenommenen Deutschlandbild einleitet.

Was unterscheidet die Konzepte von Heterostereotypen und Autostereotypen?

Heterostereotype beziehen sich auf das Bild, das man sich von fremden Gruppen macht, während Autostereotype die Selbstreflexion einer Gruppe über die eigene Identität widerspiegeln.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutschlandbilder in der britischen Literatur
Hochschule
Universität Leipzig  (Herder-Institut)
Veranstaltung
Nationale Selbst- und Fremdbilder
Note
1,3
Autor
David Ronneburg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V45516
ISBN (eBook)
9783638429085
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschlandbilder Literatur Nationale Selbst- Fremdbilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Ronneburg (Autor:in), 2001, Deutschlandbilder in der britischen Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/45516
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Leseprobe aus  20  Seiten
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