Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Konzepts zur Qualitätssicherung zum stationären Altenpflegebereichim Rahmen der Fachweiterbildung zum Qualitätsbeauftragten in Alten- und Krankenpflegeeinrichtungen.
Was versteht man eigentlich unter Qualität?
Es gibt keine einheitliche Definition von Qualität. An die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung werden immer bestimmte Erwartungen geknüpft. Werden die Erwartungen an das Produkt erfüllt, sprechen wir von Qualität oder guter Qualität. Besonders schwierig wird die Definition von Qualität, wenn der Dienstleistungsgedanke mit ins Spiel kommt, wie es bei der Pflege der Fall ist.
Schauen wir also darauf, was Pflegequalität ist oder sein könnte. „Nach Avedis Donabedian 1968, versteht man unter Pflegequalität den Grad der Übereinstimmung zwischen der tatsächlich geleisteten Pflege und den dafür festgelegten Kriterien in der Pflege, den Pflegestandards.“ Um beurteilen zu können, ob die erbrachte Pflege, qualitativ gut oder schlecht ist, benötigt man Kriterien, an denen man die Pflege messbar verdeutlichen kann. Dazu wird ein Vergleich zwischen dem IST-Zustand (geleistete Pflege) und dem SOLL-Zustand (angestrebte Pflege) durchgeführt. Besteht in dieser Messung eine große Übereinstimmung (in Bezug auf die Definition von Donabedian), zwischen tatsächlicher geleisteter Pflege unter Einbeziehung der Pflegestandards, sprechen wir von hoher Qualität. Gibt es eine große Diskrepanz, sprechen wir von schlechter Qualität der Pflege als Dienstleistung und ein Qualitätsmangel liegt vor. Daher ist das Ziel aller Massnahmen im Qualitätsmanagement, die Diskrepanz zwischen tatsächlicher Pflege und den Pflegestandards zu verringern. In unserer Einrichtung sind daher seit mehreren Jahren, immer wieder Standards und Verfahrensanleitungen erstellt und evaluiert wurden, die uns im pflegerischen Alltag leiten sollen und in unseren Massnahmenplänen verankert sind. Die Maßnahmenplanung unter Berücksichtigung der Standards in der Tagesstruktur hat einen Anordnungscharakter, die für alle verbindlich gilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung der Thematik
2. Qualitätsdimensionen
3. Voraussetzungen und Maßnahmen für Qualitätssicherung
4. Qualitätsbeauftragte
5. Qualitätshandbuch und Pflegestandards
6. Protokolle der Pflegedokumentation zur Qualitätssicherung
7. Ein Blickwinkel
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein fundiertes Konzept zur Qualitätssicherung im stationären Altenpflegebereich vorzustellen, um die Lücke zwischen tatsächlich erbrachter Pflege und den definierten Pflegestandards zu minimieren und eine optimale, wissenschaftlich orientierte Bewohnerversorgung sicherzustellen.
- Grundlagen und Definitionen von Pflegequalität nach Donabedian
- Die drei Dimensionen der Qualität: Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
- Implementierung des PDCA-Zyklus zur kontinuierlichen Verbesserung
- Bedeutung und Anwendung von Expertenstandards und Qualitätshandbüchern
- Rolle des Qualitätsbeauftragten und interne Kontrollinstrumente
Auszug aus dem Buch
Qualitätsdimensionen
Unsere Pflegequalität wird in drei Qualitätsdimensionen, der Strukturqualität, der Prozessqualität und der Ergebnisqualität unterteilt und intern durch Audits, Pflegevisiten, Fallbesprechungen sowie extern durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) und der Prüfstelle nach dem Landes Wohnformen und Teilhabegesetz (Heimaufsicht) geprüft. Wir möchten dem Bewohner eine Optimale Pflege bieten, das heißt ihn, in alle Verrichtungen mit einbeziehen und seiner Selbstbestimmung (Autonomie) den höchsten Stellenwert zu geben.
Mit der Strukturqualität sind die Rahmenbedingungen der pflegerischen Arbeit gemeint, dazu zählen der Personalschlüssel, vorhandene Materialien und Hilfsmittel, bauliche Eigen- und Gegebenheiten der Einrichtung, aber auch das Angebot an Fort und Weiterbildung.
Bei der Prozessqualität handelt es sich um die Qualität der durchgeführten Arbeitsprozesse. Dazu gehören in der pflegerischen Dienstleistung, die Versorgungsabläufe bei der Körperpflege oder auch die aktivierenden Massnahmen bei der Mobilisation. Sie bezieht sich also auf die Art und den Umfang der pflegerischen Leistung und wird beeinflusst durch das Leitbild, durch die Standards und Verfahrensanleitungen sowie den Pflegemethoden und Pflegetechniken.
Durch die Ergebnisqualität lässt sich messen, ob die zuvor geplanten Ziele verwirklicht wurden, dazu gehört ob die Massnahmen Erfolg hatten. Zum Beispiel das ein verbessertes Hautbild ohne Rötungen erzielt wurde oder dass die Sturzrate gesunken ist. In der Ergebnisqualität zeigt sich die Wirkung der Pflege, durch Wohlbefinden und Zufriedenheit des Bewohners. Ergebnisqualität steht immer im Zusammenhang mit Struktur- und Prozessqualität und kann durch gezielte Beobachtung erfasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung der Thematik: Einführung in den Qualitätsbegriff in der Pflege und Erläuterung der Diskrepanz zwischen Ist- und Soll-Zustand basierend auf dem Modell von Donabedian.
2. Qualitätsdimensionen: Definition und Erläuterung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie deren Bedeutung für die ganzheitliche Bewohnerbetreuung.
3. Voraussetzungen und Maßnahmen für Qualitätssicherung: Darstellung der notwendigen Mitarbeiterqualifikationen und Erläuterung des PDCA-Zyklus zur Prozessverbesserung.
4. Qualitätsbeauftragte: Erörterung der Aufgaben, Befugnisse und der Rolle des Qualitätsbeauftragten innerhalb der Einrichtungsstruktur.
5. Qualitätshandbuch und Pflegestandards: Beschreibung der Arbeit mit dem Qualitätshandbuch und der Implementierung verbindlicher nationaler Expertenstandards.
6. Protokolle der Pflegedokumentation zur Qualitätssicherung: Vorstellung verschiedener Dokumentationsprotokolle und der Pflegevisite als Instrument zur Qualitätsprüfung und Anpassung.
7. Ein Blickwinkel: Reflexion über die Bedeutung einer multiperspektivischen Qualitätssicherung für die Unternehmensentwicklung und die Zufriedenheit der Bewohner.
Schlüsselwörter
Pflegequalität, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Pflegestandards, PDCA-Zyklus, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Altenpflege, Pflegedokumentation, Pflegevisite, Expertenstandards, Bewohnerautonomie, Qualitätsbeauftragte, Dienstleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung und Aufrechterhaltung eines effektiven Qualitätsmanagementsystems in stationären Altenpflegeeinrichtungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Qualitätsdimensionen, der PDCA-Zyklus, die Rolle der Qualitätsbeauftragten, der Einsatz von Expertenstandards und die Bedeutung der Pflegedokumentation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Optimierung der Pflegequalität durch die Verringerung der Diskrepanz zwischen tatsächlicher Pflegeleistung und den fachlichen Pflegestandards.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden theoretische Konzepte (Donabedian-Modell), Prozessmanagement (PDCA-Zyklus) sowie praxisorientierte Instrumente der Qualitätssicherung (Audits, Pflegevisiten) analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil erläutert die praktische Umsetzung von Qualitätsvorgaben, die Einbindung von Mitarbeitern und die methodische Arbeit mit Standards und Protokollen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pflegequalität, PDCA-Zyklus, Expertenstandards und Prozessoptimierung geprägt.
Welche Rolle spielt der PDCA-Zyklus konkret?
Er dient als systematisches Werkzeug, um Probleme im Pflegeprozess zu identifizieren, zu planen, umzusetzen, zu überprüfen und nachhaltig zu verbessern.
Warum ist die Pflegevisite für das Konzept so wichtig?
Die Pflegevisite ermöglicht einen direkten Austausch mit dem Bewohner und dient als Kontroll- und Anpassungsinstrument, um die Wirksamkeit der Pflege zeitnah zu evaluieren.
- Arbeit zitieren
- Karl-Heinz Nickel (Autor:in), 2018, Konzept zur Qualitätssicherung im stationären Altenpflegebereich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/455095