Der Nationalsozialismus ist auch 60 Jahre nach seinem Ende immer noch ein Thema, welches die Menschen interessiert. Gerade nach dem Film „Der Untergang“ interessiert es wieder viele Leute, auf welche Art und Weise Adolf Hitler es geschafft hat, fast das ganze deutsche Volk so zu beeinflussen, dass es ihm auf seinem Weg zur totalen Weltmacht teils grenzenlos begleitet und unterstützt.
Die Antwort auf diese Frage findet man wohl in der Jugend dieser Zeit. Auf ihr lag die besondere Aufmerksamkeit von Adolf Hitler. Er hielt es für äußerst wichtig, dass sie im Geiste des Nationalsozialismus aufwuchsen und erzogen wurden. Im Klartext heißt dies, dass er eine Jugend wollte, die von klein auf mit dem nationalsozialistischen Gedanken indoktriniert und dahin erzogen wurde, dass sie willenlos einem Führer folgt, seine Befehle kritiklos ausführt, blindes soldatisches Gehorsam besitzt und für sie das Volk und der Staat alles ist.
Neben der Hitlerjugend sollte auch die Schule diese Erziehung im nationalsozialistischen Geiste gewährleisten. Doch damit die Schulen diese Aufgabe übernehmen konnte, mussten sie erst einmal systematisch „umgekrempelt“ werden. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass viele Lehrer entlassen wurden, die nicht loyal gegenüber der NSDAP waren, damit das arische Geschlecht herangezogen werden konnte. Auch zahlreiche Änderungen in der Struktur der Schule und in den Lehrplänen wurden vorgenommen, um diese Erziehung zu gewährleisten.
Auf diese systematischen Veränderungen der Volksschule im Sinne des Nationalsozialismus möchte ich gerne in dieser Hausarbeit näher eingehen und ausführlicher beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Aufbau des Schulsystems vor dem Nationalsozialismus
3 Veränderungen des Aufbaus des Schulwesens
3.1 Umstrukturierung der Volksschule
3.2 Einführung von Ausleseschulen
3.3 Auflösung von privaten Vorschulen, Konfessions- und Bekenntnisschulen
4 Veränderung des Lehrplans
4.1 Erste Phase
4.2 Zweite Phase
5 Änderungen im Ablauf des Unterrichts
6 Veränderungen der Lehrerschaft
6.1 Säuberung der Lehrerschaft
6.2 Ausbildung der Volksschullehrer
6.3 Auswirkungen der Neuerungen auf die schulische Arbeit der Volksschullehrer
7 Einschränkung des Unterrichts durch die HJ
8 Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den systematischen Einfluss des Nationalsozialismus auf die deutsche Volksschule im Zeitraum von 1933 bis 1945. Dabei wird analysiert, wie das Schulwesen umstrukturiert, die Lehrpläne indoktriniert und die Lehrerschaft auf die nationalsozialistische Ideologie ausgerichtet wurden, um die Jugend im Sinne des Regimes zu erziehen.
- Strukturelle Umgestaltung und Vereinheitlichung des Volksschulwesens.
- Ideologische Anpassung der Lehrpläne und Unterrichtsinhalte.
- Gleichschaltung und politische Überprüfung der Lehrerschaft.
- Einfluss der Hitlerjugend auf den Schulalltag und das Unterrichtsgeschehen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Umstrukturierung der Volksschule
Zuerst einmal wurde am 30. Januar 1934 die Zuständigkeit für das Erziehungs- und Unterrichtswesen den Ländern entzogen, dem Reich übertragen und das Reichserziehungsministerium gegründet. Dies hatte zur Folge, dass auch die schulpolitische Verantwortung nicht länger in der Hand der einzelnen Länder lag, sondern nun auf das Reich übertragen wurde. Dadurch hatte die neue an der Macht sitzende Partei mehr Einfluss auf das Schulsystem.
Unter dem Vorsitz von Reichserziehungsminister Rust kamen alle Vertreter der Länderkulturministerien zusammen, um über eine Neugestaltung des Volksschulaufbaus zu diskutieren. Zusätzlich anwesend waren die Stellvertreter des Führers bzw. die Parteikanzlei und die Reichsleitung des NSLB (Nationalsozialistischer Lehrerbund). Diese versuchten die Vorstellungen auf Seiten der Partei in die Umstrukturierung des Schulwesens mit einzubringen (vgl. Ottweiler, 1979, S. 89).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor erläutert die Relevanz des Themas und die Absicht der Nationalsozialisten, die Jugend durch die Schule im Sinne ihrer Ideologie zu formen.
2 Aufbau des Schulsystems vor dem Nationalsozialismus: Es wird der Zustand des Bildungswesens in der Weimarer Republik beschrieben, das durch eine achtjährige Volksschulpflicht und ein differenziertes Schulsystem geprägt war.
3 Veränderungen des Aufbaus des Schulwesens: Dieses Kapitel behandelt die zentralistische Umgestaltung, die Einführung von Ausleseschulen sowie die Auflösung konfessionell geprägter Privatschulen.
4 Veränderung des Lehrplans: Der Autor analysiert die in zwei Phasen unterteilte ideologische Umgestaltung der Lehrinhalte, um die Schüler auf den nationalsozialistischen Kurs zu bringen.
5 Änderungen im Ablauf des Unterrichts: Hier werden die rituellen Anpassungen im Schulleben, wie die Einführung des Hitlergrußes und die Präsenz von NS-Symbolen, thematisiert.
6 Veränderungen der Lehrerschaft: Dieses Kapitel beschreibt die politische Säuberung der Lehrkräfte, deren ideologische Umschulung und die Auswirkungen des hohen Drucks auf das Unterrichtsniveau.
7 Einschränkung des Unterrichts durch die HJ: Es wird der Konflikt zwischen schulischen Anforderungen und den Beanspruchungen durch die Hitlerjugend dargestellt.
8 Resümee: Der Autor zieht ein Fazit über die erfolgreiche Instrumentalisierung des Schulsystems durch die NSDAP und warnt vor der ideologischen Vereinnahmung von Bildungseinrichtungen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Volksschule, Schulgeschichte, Indoktrination, Machtergreifung, NSLB, Reichserziehungsministerium, Hitlerjugend, Gleichschaltung, Lehrplanänderung, Erziehung, Ideologie, Berufsbeamtentum, Schulsystem, Weimarer Republik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime zwischen 1933 und 1945 das deutsche Volksschulwesen systematisch umgestaltete, um die Schule als Instrument zur Indoktrination und Erziehung der Jugend im Sinne seiner Ideologie zu nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die strukturelle Zentralisierung, die ideologische Anpassung der Lehrpläne, die Gleichschaltung der Lehrerschaft sowie der Einfluss außer-schulischer NS-Organisationen wie der Hitlerjugend auf den Unterricht.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, den Prozess der systematischen „Umkrempelung“ der Volksschule aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie die Schule dazu instrumentalisiert wurde, Jugendliche zu willenlosen, parteikonformen „Volksgenossen“ zu erziehen.
Welche methodische Vorgehensweise liegt dieser Hausarbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Literatur und wissenschaftlicher Sekundärquellen basiert, um die Veränderungen in den Bereichen Struktur, Lehrplan, Lehrerschaft und Unterrichtsalltag nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Analysen der strukturellen Reformen, der zwei Phasen der Lehrplanänderungen, der politisch motivierten Säuberung und Schulung der Lehrkräfte sowie des Spannungsverhältnisses zwischen Schule und HJ.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Zentrale Begriffe sind neben dem Nationalsozialismus und der Volksschule vor allem Begriffe wie Gleichschaltung, Indoktrination, Führerprinzip, HJ und die politische Säuberung des Lehrkörpers.
Welche Rolle spielte die HJ bei der Einschränkung des Unterrichts?
Die HJ beanspruchte Zeit und Energie der Schüler für eigene Aktivitäten, was zu einer deutlichen Störung des Schulablaufs führte, da die Schüler aufgrund der Beanspruchung durch HJ-Pflichten ihre schulischen Leistungen nicht mehr in vollem Maße erbringen konnten.
Wie reagierten die Lehrkräfte auf den politischen Druck des Regimes?
Die Lehrerschaft wurde durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums politisch „gesäubert“ und durch systematische Einschüchterung sowie verpflichtende Massenschulungen gezwungen, die neue nationalsozialistische Ideologie im Unterricht zu vermitteln.
- Arbeit zitieren
- Alexandra Thiel (Autor:in), 2004, Der Einfluss des Nationalsozialismus auf die deutsche Volksschule in den Jahren 1933 bis 1945, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/45486