Diese Arbeit dokumentiert ein Spiel- und Lernangebot für 4-5 Kinder in der Krabbelgruppe einer Kindertagesstätte. Die Kinder sind zwischen 1 und 2 Jahren alt. Sie werden auf kindgerechte, ganzheitliche Weise durch selbstständiges Handeln spielerische Sinneserfahrungen (visuelle, auditive, olfaktorische, taktile) erleben. Das Ganze passiert im freien Umgang mit dem Material und anderen Kindern. Die Kinder entwickeln so ein positives Selbstkonzept in Verbindung von Bewegung und Wahrnehmung.
Entdecke die Vielfalt von Toilettenpapier. Eine verhüllte Klopapiertorte soll die Neugierde der Kinder wecken. Ich nehme das Tuch ab und die Kinder sehen eine Pyramide auf Toilettenpapier Ich habe mich für zwei verschiedene Varianten entschieden, die eine hat ein kindliches Motiv und die andere hat Blüten und riecht nach Kamille (olfaktorisch/visuelle Wahrnehmung).
Ein paar Rollen habe ich präpariert mit Rasseln Eier, was sicher sehr interessant ist. (auditive Wahrnehmung) Die Kinder können die Toilettenpapierrollen stapeln, reißen, ausrollen, einrollen, zerknüllen, hochwerfen, fangen, tragen und vieles mehr. (Körperwahrnehmung, Hand-Augen Koordinierung). Die Papierschnitzel werden zu Schneeflocken die vom Himmel fallen, wenn man diese hochwirft.
Ich lasse die Kinder aktiv, freiwillig und selbstbestimmt, zweckfrei, lustbetont und fantasiebegleitet die Vielfältigkeit der Toilettenpapierrollen entdecken und gebe Impulse und Anregungen in dem ich mitspiele und diverse Dinge selbst mit der Rolle mache. Mein Angebot begleite ich natürlich sprachlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Kurzvorstellung der institutionellen Rahmenbedingungen
2.Bedingungsanalyse
2.1 Bedingungsanalysen der Gruppe
2.2 Bedingungen der Erzieherin
2.3 Bedingungen der Einrichtung
2.4 Ausgangssituationen
3. Zielsetzung
4. Thema/Inhalte
5. Sachinformation
6. Organisation
6.1 Theoretische und Praktische Vorbereitung
6.2 Materiallisten
6. Zeitplan
7. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Planung und Durchführung eines pädagogischen Bildungsangebots für Kleinkinder, welches durch selbstbestimmtes Spiel die psychomotorischen Fähigkeiten sowie die Sinneswahrnehmung fördern soll.
- Förderung der psychomotorischen Fähigkeiten durch Spielmaterialien des Alltags
- Ganzheitliche Sinneserfahrung (visuell, taktil, auditiv, olfaktorisch)
- Stärkung des positiven Selbstkonzepts bei Kindern unter zwei Jahren
- Umsetzung didaktischer Prinzipien wie Selbsttätigkeit und Individualisierung
- Einsatz von offenem Material zur Anregung der kindlichen Kreativität
Auszug aus dem Buch
2.4 Ausgangssituationen
Konfuzius stellte fest:
„Sage es mir – Ich werde vergessen!“
„Erkläre es mir – Ich werde mich erinnern!“
„Lass es mich selber tun – Ich werde verstehen!“
Durch Konfuzius inspiriert entschied ich mich für eine offene Planung meines Angebotes. Hier berücksichtige ich die Fähigkeiten der Kinder und deren Motivation. Einen bestimmten Ablaufplan werde ich nicht direkt befolgen, sondern eher Impulse geben und selbst mitspielen. Ich habe öfter beobachten können, dass einige Kinder große Freude haben, wenn sie Taschentücher aus einer Pappschachtel ziehen, Bücher oder Papier zerreißen, sich unter einem Tuch verstecken, Kisten ein und ausräumen, Bechertürme stapeln und wieder kaputt machen, und mit Rasseleiern hantieren. Die Kleinen entdecken die Welt spielerisch durch konstruktives Spiel und Symbolspiel/Rollenspiel. Ich werde eine Situation schaffen wo die Kinder sich ausprobieren und entscheiden können nach ihren Interessen, so fühlen sie sich bei ihren Lernerfolgen mitverantwortlich. Nicht das Ziel steht hier im Mittelpunkt sondern der gemeinsame Weg, daher agiere ich als mit lernende. Die wichtigste Ausdrucks- und Lernform des Kindes ist nämlich das Spiel. Spielen steht in vielfältigen Art im Mittelpunkt des alltäglichen Geschehens. Das Spiel ist die Form der kindlichen Tätigkeit, die für die Entwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung ist; denn das Spiel ist die Grundlage der Erweiterung und Differenzierung der kindlichen geistigen, körperlichen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kurzvorstellung der institutionellen Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beschreibt die Kindertagesstätte als Arbeitsort, inklusive der Trägerschaft, der räumlichen Gegebenheiten und des pädagogischen Grundgedankens der Einrichtung.
2.Bedingungsanalyse: Hier werden die Voraussetzungen der Kinder, der Erzieherin sowie der räumlichen und materiellen Bedingungen analysiert, um eine fundierte Basis für das Bildungsangebot zu schaffen.
3. Zielsetzung: Dieses Kapitel definiert das Leitziel, die Mittlerziele sowie konkrete Handlungsziele, unterteilt in Ich-, Sach-, Sozial- und Handlungskompetenz.
4. Thema/Inhalte: Hier wird das Thema „Die Spielblatt Vielfalt“ vorgestellt und der methodische Ansatz der offenen Planung unter Einbeziehung des Spielmaterials erläutert.
5. Sachinformation: Dieses Kapitel liefert theoretische Hintergrundinformationen zum gewählten Spielmaterial sowie zur Bedeutung des kindlichen Forscherdrangs.
6. Organisation: Dieses Kapitel umfasst die theoretische Vorbereitung, die Materiallisten sowie den konkreten Zeitplan für das Angebot.
7. Verlaufsplan: Hier wird der detaillierte Ablauf des Angebots in Einleitungs-, Haupt- und Abschlussphase tabellarisch dargestellt.
Schlüsselwörter
Bildungsangebot, Kleinkindpädagogik, Nestbereich, Spiel, Sinneswahrnehmung, Psychomotorik, Selbsttätigkeit, Berliner Eingewöhnungsmodell, Materialerfahrung, Kreativität, Offene Planung, Sozialkompetenz, Handlungskompetenz, Entwicklungsförderung, Kindertagesstätte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der schriftlichen Planung und der didaktischen Reflexion eines pädagogischen Bildungsangebots für den Nestbereich einer Kindertagesstätte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die psychomotorische Entwicklungsförderung von Kindern unter zwei Jahren, die Bedeutung des freien Spiels und die gezielte Nutzung von Alltagsmaterialien als Lernimpulse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Kindern durch die Bereitstellung eines offenen, materialbasierten Settings selbstständige Sinneserfahrungen zu ermöglichen und ihr Selbstkonzept zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf teilnehmende Beobachtung, die Dokumentation nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell und die theoretische Fundierung durch entwicklungspädagogische Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die Bedingungsanalyse der Kinder, die Zielableitung, die Sachinformation zum Spielmaterial und die detaillierte organisatorische Planung der Durchführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungsangebot, psychomotorische Förderung, Selbsttätigkeit, offene Planung und Sinneswahrnehmung.
Warum wurde Toilettenpapier als zentrales Spielmaterial gewählt?
Das Material ist kostengünstig, vielfältig einsetzbar (stapeln, reißen, rollen, verstecken) und bietet aufgrund seiner Textur und Beschaffenheit zahlreiche taktile und auditive Anreize für Kleinkinder.
Welche Rolle nimmt der Autor während des Angebots ein?
Der Autor versteht sich als „mit lernende“ Begleitung, die Impulse gibt, das freie Spiel beobachtet und das Kind in seiner Eigenaktivität unterstützt, statt ein starres Programm abzuarbeiten.
- Arbeit zitieren
- Joan Rose (Autor:in), 2018, Entdecke die Spielblatt-Vielfalt! Spielen mit Toilettenpapier für Krabbelkinder (Kita 1-2 Jahre), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/452252